Kaiserslautern Mehr Beschäftigte, mehr Stellen
Noch nie wurden in der Stadt so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt wie im vergangenen Jahr. Zum Stichtag 30. Juni waren es 51.523 Menschen, die in Lohn und Brot standen. 3,6 Prozent mehr als noch 2014. Im Landkreis gab es einen kleineren Zuwachs von 1,8 auf 24.525 Beschäftigte, der aber genau im Landesschnitt lag. „Stadt und Landkreis Kaiserslautern marschierten vorneweg beim Beschäftigungsaufbau“, stellt Omlor für den Bezirk der Arbeitsagentur Kaiserslautern-Pirmasens fest, der die komplette Westpfalz umfasst. Weniger Menschen waren ohne Job: In der Stadt gab es im Jahresdurchschnitt 4993 Arbeitslose, 5,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Denselben Rückgang gibt es im Landkreis zu vermelden, wo es im Jahresschnitt 2945 Arbeitslose waren. Omlors Hoffnung, dass die Arbeitslosenquote in Kaiserslautern Ende 2015 niedriger als neun Prozent sein könnte, hat sich aber trotz der positiven Entwicklung nicht erfüllt: Ende Dezember lag sie bei 9,3 Prozent. Hier machten sich durchaus schon die Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt bemerkbar, die den Anteil ausländischer Arbeitsloser erhöhten, so der Agenturchef. So gab es im vergangenen Dezember im Kaiserslautern 21,7 Prozent mehr ausländische Menschen ohne Job als im Vorjahr. Die Zuwanderung werde sich im kommenden Jahr noch stärker auf den Arbeitsmarkt auswirken, sagt Omlor und wertet das als Herausforderung ebenso wie als Chance. Bei der Integration der Flüchtlinge erwartet er jedoch keine schnellen Erfolge. Auf einem hohen Niveau befand sich auch das Stellenangebot. Die insgesamt positive wirtschaftliche Lage hinterließ hier ebenso ihre Spuren wie Neuansiedlungen. So wurden der Arbeitsagentur seit Jahresbeginn allein in Kaiserslautern 4477 offene Stellen gemeldet, 31,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Im Landkreis gab es beim Stellenangebot ein Plus von 9,1 Prozent, in der gesamten Westpfalz von 10,1 Prozent. Alleine Neuansiedlung wie etwa die Einkaufsgalerie und das Möbelhaus Ikea brachten 660 Stellen für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Insbesondere hätten auch Menschen eine Chance erhalten, die schon längere Zeit arbeitslos seien, berichtet Omlor. Generell gab es in Stadt und Kreis im vergangenen Jahr 185 Langzeitarbeitslose weniger als 2014. Auch für Menschen mit Handicap taten sich eher Chancen auf. Sich um diese beiden Gruppen zu kümmern, stelle auch 2016 eine der Schwerpunktaufgaben dar, sagt Omlor, der zugleich die gute Zusammenarbeit mit den Jobcentern betont. Die Arbeitsagentur kann nun von einem Sonderprogramm profitieren, das sich um die Eingliederung von schwerbehinderten Menschen dreht. 2,35 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln werden zur Verfügung stehen. Das Ganze läuft unter den Namen Inklusionsinitiative Westpfalz. Das breite Stellenangebot werde für Rückenwind im ersten Quartal 2016 sorgen, ist sich Omlor sicher. Wenn auch saisonal bedingte Entlassungen in den kommenden Wochen zunächst für mehr Arbeitslose sorgen würden, „werden wir danach wieder rasch an den Abbau herangehen“. Für 2016 erwartet er insgesamt einen stabilen, robusten und aufnahmefähigen Arbeitsmarkt. (zs)