Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Marode Brücken: Neue Netze sollen abbröckelnden Beton auffangen

Um die Gleise vor herabstürzenden Betonbrocken zu schützen, ist die Jacob-Pfeiffer-Brücke auf dem Einsiedlerhof mit Netzen gesic
Um die Gleise vor herabstürzenden Betonbrocken zu schützen, ist die Jacob-Pfeiffer-Brücke auf dem Einsiedlerhof mit Netzen gesichert.

Lose Betonteile, die von maroden Brücken auf die Fahrbahn oder Gleise herabstürzen. Um solch ein Szenario zu verhindern, müssen zwei Brücken mit neuen Netzen gesichert werden.

In Kaiserslautern gibt es einige Brücken, die in keinem guten Zustand sind. Zwei, denen der Abriss bevorsteht, sind die Fußgängerbrücke über die Kantstraße auf dem Betzenberg und die Jacob-Pfeiffer-Brücke auf dem Einsiedlerhof. Beide Bauwerke sind marode und schon seit einigen Jahren an der Unterseite mit Netzen gesichert. Diese sollen verhindern, dass lose Betonteile herabstürzen auf Gehwege, die Straße oder Gleise.

Mit der Zeit nimmt allerdings die Zugfestigkeit der Fasern ab, größere Teile können dann nicht mehr aufgefangen werden. Daher sollen die Netze im Herbst dieses Jahres getauscht werden. 160.000 Euro – 30.000 Euro bei der Brücke über die Kantstraße, 130.000 Euro bei der Jacob-Pfeiffer-Brücke, die 2029 ohnehin neu gebaut werden soll – wird das die Stadt kosten, erläutert Alexander Mock, Abteilungsleiter Ingenieurbauwerke bei der Stadtverwaltung.

Der Brücke über die Kantstraße haben Tausalze stark zugesetzt. Durch den porösen Beton sind sie tief ins Bauwerk eingedrungen. Inzwischen drohen größere Betonteile herabzustürzen, die durch die Netze aufgefangen werden müssen. Während der Austausch der Netze an der Kantstraße am Tag erfolgen kann, wie Mock erläutert, sind die Arbeiten an der Jacob-Pfeiffer-Brücke ungleich schwieriger. Die Abstimmung mit der Bahn bedeute einen großen Aufwand, alleine dafür müssen wohl 30.000 Euro einkalkuliert werden. Denn gearbeitet werden kann dort nur nachts. Dafür wird eine Sperrpause erforderlich, während der der Zugverkehr eingestellt wird. Ehe die Netze von einer Fachfirma abmontiert werden können, müssen die Oberleitungen stromlos geschaltet werden. Laut Mock werden Ingenieure dann die komplette Brückenunterseite abklopfen. Marode Stellen werden markiert. In der Nacht darauf werden der schadhafte Beton entfernt und neue Netze gespannt. Ein großer Aufwand, der allerdings notwendig ist, betont Mock. Fernzüge fahren im Bereich Einsiedlerhof laut dem Brückenfachmann bis zu Tempo 160. Sollte dort ein größerer Betonbrocken auf den Gleisen liegen, könnte es zu einem schlimmen Unglück kommen. „Das will niemand erleben“, unterstreicht Mock.

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