Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Marathonläufer und Wiederholungstäter

247 Läufer starteten beim Nanstein Berglauf, allen voran der spätere Sieger Lennart Nies (Startnummer 1116, rechts vorne).
247 Läufer starteten beim Nanstein Berglauf, allen voran der spätere Sieger Lennart Nies (Startnummer 1116, rechts vorne).

247 Läufer starteten beim 28. Nanstein-Berglauf in Landstuhl. Der Lauf war verbunden mit der Pfalzmeisterschaft im Berglauf. Der Sieger gewann trotz besonderer Belastung.

Der Nanstein Berglauf hat längst Tradition in der Sickinger Stadt. Bereits zum 28. Mal machten sich die Läufer auf den Weg zur Burg. Traditionell ist der Lauf Teil des Pfälzer Berglauf-Pokals. Und zum zweiten Mal seit 2019 war er mit der Pfalzmeisterschaft verbunden, was dazu führte, dass auch viele Läufer aus der Vorderpfalz starteten.

Die 7100 Meter lange Strecke führt, beginnend an der IGS Landstuhl, durch den Pfälzerwald, zunächst Richtung Kindsbach, dann über einen Wechsel aus Trampelpfaden und breiteren Waldwegen, die der Forst extra für den Lauf neu präparierte, auf- und abwärts in Richtung Burg Nanstein. Die letzten 600 Meter geht es über eine Serpentine hoch zur Burg. Aufgrund des Regens der letzten Tage war es matschiger als sonst, dennoch herrschten bei kühlen fünf Grad Celsius gute Laufbedingungen, da es nur nieselte und nicht stärker zu regnen begann.

Bienwald-Marathon in den Knochen

Einer, den die Pfalzmeisterschaft nach Landstuhl gelockt hat, war auch der Gesamtsieger: Lennart Nies vom TV Maikammer überquerte nach 26:36 Minuten die Ziellinie am Batterieturm der Burg Nanstein. „Die Pfalzmeisterschaft war eine Extra-Motivation, sonst wäre ich heute wahrscheinlich nicht gestartet“, so Nies. Er war nämlich am Sonntag beim Bienwald-Marathon in Kandel mitgelaufen, hatte auch da den Pfalzmeistertitel geholt. „Obwohl der Nanstein-Berglauf nicht so lange ist, habe ich den Marathon ab der zweiten Hälfte ganz schön gespürt“, gestand Nies, der sich dementsprechend eine Taktik für die 7100 Meter lange Strecke zurechtgelegt hatte: „Ich habe von Anfang an versucht, mir einen Vorsprung herauszulaufen, weil ich wusste, dass es in der zweiten Hälfte zäh werden konnte. Ich wollte niemandem das Gefühl geben, dass ich schlagbar bin.“

Die Taktik ging voll auf, Zuschauer am Wegesrand informierten ihn immer wieder darüber, wie viel Vorsprung er auf seine Verfolger hat. „Das war ein großes Glück, half enorm bei der Orientierung“, freute sich Nies, für den es auf dem letzten Wegstück, die Serpentine hoch zur Burg, zudem hilfreich war, dass er die Strecke kannte. „Man weiß, es ist zwar steil, aber nicht so lange. Also reißt man sich zusammen, guckt, dass man für die Zuschauer und Fotografen die Miene einigermaßen entspannt kriegt und mit gutem Schritt hochkommt“, so Nies, der zudem einen Doppelsieg für seinen Verein feiern konnte. „Das war unser Plan, für die Mannschaftswertung hier heute doppelt gewinnen zu können. Super, dass es funktioniert hat.“

„Geniale Strecke“

Marcel Job lief nach 27:15 Minuten als Zweiter ins Ziel. „Eine geniale Strecke, sie zählt zu meinen Lieblingsläufen, da sie mehr Trail-Anteil hat, bergauf und -ab geht“, kommentierte Job, der sich zudem sehr über die erstmals errungene Vizepfalzmeisterschaft freute. „Umso schöner, hinter Lennart Zweiter zu werden“, fand er.

Die schnellste Frau war Dauersiegerin Simone Raatz vom ASC Darmstadt (31:08 Minuten), die schon mehrfach den Nanstein-Berglauf gewonnen hat und sechsfache Siegerin des Pfälzer Berglaufpokals ist. Da sie bereits den ersten Lauf des Pokals vor zwei Wochen am Donnersberg gewann, stehen ihre Chancen gut, einen weiteren Titel folgen zu lassen.

„Ich will den siebten Titel holen, das ist mein Ziel“, betonte Raatz selbstbewusst. Da sie jedoch für den hessischen ASC Darmstadt antrat, war sie ebenso wenig für die Pfalzmeisterschaft qualifiziert wie die zweitschnellste Frau, Natascha Hartl aus Kaiserslautern, die für den TV Alzey startete (32:34). So wurde Katharina Dietz vom LC Donnersberg (33:18) Pfalzmeisterin.

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