Kaiserslautern Mölschbach: Der Dorfladen läuft, doch was wird aus Glasfaser und den Grundschülern?

Mölschbach ist umgeben von Wald, das bietet jede Menge Gelegenheit für schöne Wanderungen und Spaziergänge in der Natur.
Mölschbach ist umgeben von Wald, das bietet jede Menge Gelegenheit für schöne Wanderungen und Spaziergänge in der Natur.

Umgeben von Wald leben 1200 Mölschbacher idyllisch, doch Unruhe macht sich breit: Die Stadt plant eine Schulbezirksänderung, und beim Glasfaserausbau herrscht Stillstand.

Mölschbach – einer von neun Kaiserslauterer Ortsbezirken – hat seit vielen Jahrzehnten keine Grundschule mehr. „Die Kinder gehen in der Stresemannschule in den Unterricht“, erzählt Ortsvorsteherin Jutta Rech (SPD). Doch vor einiger Zeit habe die Nachricht im Ort die Runde gemacht, dass sie künftig in die Bännjerrückschule gebracht werden sollen. Der Schulentwicklungsplan sieht genau diese Überlegung vor, weil die „Bahnheim“-Kinder künftig nicht mehr in die Schillerschule, sondern in die Stresemannschule gehen sollen. Der Grund: der Neubau der Schillerschule, der noch nicht bezogen ist, bietet auf Sicht der kommenden Jahre nicht genug Platz. Die Stadt sieht den Schulweg vom Bahnheim zur Stresemannschule auf dem Bännjerrück zudem als sicherer an als Richtung Schillerschule.

„Für uns gab es bisher keinerlei Informationen. Ausgehend von den Kita-Eltern gibt es jetzt auch eine Unterschriftenaktion im Ort“, berichtet Rech. Denn alle seien mit der Stresemannschule sehr zufrieden. „Es gibt Familien mit Geschwisterkindern, da könnte es sein, dass dann das eine Kind in die Stresemann- und das andere in die Bännjerrückschule geht. Da hängen auch unterschiedliche Schließtage und Zeiten dran“, so Rech.

Viele Begegnungsmöglichkeiten im Ort

Der Kindergarten im Ort ist zweigruppig, in den vergangenen Jahren seien einige junge Familien nach Mölschbach gezogen, der Ort biete eine hohe Lebensqualität, sagt Rech. Sie selbst zog 1984 Jahren vom Donnersbergkreis in den Stadtteil. Seit vergangenem Jahr leitet die SPD-Politikerin die Geschicke des Ortes, wurde bei der Kommunalwahl zur neuen Ortsvorsteherin gewählt. „Ein Punkt, der mir am Herzen liegt, ist es, für Jugendliche und Kinder attraktiv zu bleiben“, erzählt sie. Zudem habe sie sich zum Ziel gesetzt, „die Kommunikation untereinander zu verbessern, mehr Begegnungsstätten zu schaffen“.

Über den Verein „Wir sind Mölschbach“ gebe es einige Angebote. So sei er mittlerweile für das Programm im Jugendtreff verantwortlich, biete zweimal pro Woche Aktionen an. Im vergangenen Jahr organisierten die Mitglieder eine Märchenwanderung, die 2026 erneut stattfinden soll, dazu komme das offene Adventsfenster, Konzerte oder Feste wie das deutsch-amerikanische Freundschaftsfest in diesem Jahr. „Obwohl man denkt, Mölschbach ist so abgelegen und eine Welt für sich, ist hier einiges los“, sagt Rech. Mit seinen etwas mehr als 1200 Einwohnern sei es ein lebendiger Ort, mit guter Nachbarschaft, einem rührigen Sportverein, zwei Kirchengemeinden, einem Gesangverein.

Ein eigener Dorfladen: Hier funktioniert, was anderswo keine Zukunft hat

„Und wir sind sehr froh, dass wir den Dorfladen haben und sich da jemand gefunden hat, der ihn weiterführt“, sagt Rech. Denn vor einigen Monaten gaben die früheren Besitzer das Geschäft in der Johanniskreuzer Straße aus gesundheitlichen Gründen auf. Doch nur wenig später öffnete der Tante-Emma-Laden im Juni wieder seine Türen. Seitdem versorgen Monika und Andreas Müller die Mölschbacher mit Waren des täglichen Bedarfs. Anders als in vielen anderen kleinen Gemeinden oder Stadtteilen funktioniere das Konzept in Mölschbach sehr gut. „Sie bieten Backwaren an, haben auch ein bisschen frischen Käse und frische Wurst, es gibt auch warme Snacks wie Fleischkäse oder den Dampfnudeltag“, berichtet Rech. Es gebe auch einen kleinen Cafébereich. All das komme sehr gut an.

Ein Punkt, der die neue Ortsvorsteherin umtreibt, ist die Frage danach, wie die Mölschbacher künftig ihre Häuser bei Starkregen schützen können. „Ich erinnere mich an das Jahr 2007, da stand unser Haus einen halben Meter unter Wasser. Das war wirklich sehr beängstigend, weil man gesehen hat, wie schnell der Bachlauf anschwillt“, erzählt Rech. Vor allem das Gebiet rund um die Douzystraße und auch die Eulentalstraße seien bei solchen Platzregen gefährdet. Die Stadt habe ein Starkregenvorsorgekonzept erstellt, mögliche Maßnahmen seien in einem ersten Gespräch diskutiert worden.

Wanderparadies ohne markierte Wege

Die Lage im Wald mache Mölschbach eigentlich zum idealen Ausgangspunkt für Wanderungen. Doch vielfach seien diese nicht mehr markiert und würden nicht gepflegt. „Da arbeiten wir daran, dass da noch mal neu drauf geschaut wird, vielleicht auch neue Wege ausgezeichnet werden oder die alten Markierungen erneuert werden“, erzählt Rech. Doch einen Wermutstropfen habe das Vorhaben: „Was uns fehlt, ist eine Bewirtschaftung, eine Gaststätte zum Einkehren. Die hat Mölschbach schon lange nicht mehr.“ Es gebe Ideen, wie man dem entgegenwirken könne, damit auch einen Mehrwert für Besucher von außerhalb schaffen kann. Rech will auch die Einwohner des Ortsbezirks fragen, was sie sich besonders wünschen. Spruchreif sei aber noch nichts.

Sicher schien dagegen, dass die Stadtwerke in Mölschbach das Glasfasernetz ausbauen. „Es fragen viele Leute nach, weil es schon im vergangenen Jahr hätte losgehen sollen“, erzählt Rech. Glasfaser sei künftig eine Notwendigkeit, um den Ort weiter attraktiv zu halten, findet die Ortsvorsteherin. Um das Projekt wurde es in den vergangenen Monaten still. Jetzt haben die Stadtwerke mitgeteilt, dass sie sich aus Kostengründen aus dem Vorhaben zurückziehen.

Treffen Sie uns

Wie geht es mit dem Glasfaser-Ausbau weiter? Müssen die Mölschbacher Kinder künftig in eine andere Grundschule gehen? Wo sehen Sie, liebe Leserinnen, liebe Leser, Handlungsbedarf? Was treibt Sie um? Was läuft gut, was schlecht im Ortsbezirk? Erzählen Sie es uns am Dienstag, 7. Oktober, von 15 bis 17 Uhr bei der Redaktion vor Ort. Der RHEINPFALZ-Pavillon steht am Dorfladen in der Johanniskreuzer Straße 80.

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