Kaiserslautern „Linderung ist möglich“

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Einen kombinierten Informationstag für Fachleute und Patienten organisiert das Gefäßzentrum Westpfalz für Mittwoch, 24. Februar. Unter Federführung von Professor Manfred Dahm beginnt der Info-Tag für Patienten um 14 Uhr im Tagungszentrum Betzenberg (Nordtribüne). Marita Gies hat mit dem Chefarzt der Thorax-, Herz- und gefäßchirurgischen Klinik am Westpfalz-Klinikum über den Patiententag zur Gefäßmedizin gesprochen.

An dem Tag bietet das Gefäßzentrum drei Veranstaltungen an. Der Patiententag ist für die Öffentlichkeit wahrscheinlich der interessanteste Teil. Es geht um das „dicke Bein“. Worum handelt es sich hier?

Das „dicke Bein“ ist eines der häufigsten Symptome, für dessen Entstehung etliche Erkrankungen in Frage kommen. Etwa Venenerkrankungen, Thrombose, Erkrankungen der Lymphgefäße oder des Herz-Kreislaufsystems. Eine Vielzahl der Erkrankungen fällt in mein Fachgebiet, doch auch andere Fachrichtungen sind wichtig. Sie sind der Leiter des Gefäßzentrums Westpfalz. Welche Fachrichtungen sind dabei? Unser Gefäßzentrum ist eines, das sektoren- und standortübergreifend arbeitet. In dieser Art gibt es nur gut 30 in ganz Deutschland. Wir haben den in Kaiserslautern niedergelassenen Angiologen Rainer Schmiedel, den Leiter der Abteilung für Angiologie in Kusel, Peter von Flotow, sowie Professor Burghard Schumacher und Professor Johannes Treib aus Kaiserslautern mit dabei. Die beiden radiologischen Institute sind mit Udo Meyer aus Kaiserslautern und Andreas Großhans aus Kusel vertreten. In der Gefäßchirurgie haben wir Wolfgang Fischer aus Kusel und meine Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. Zusammen behandeln wir etwa 5000 Patienten im Jahr. Wie kann denn eine Therapie bei einem „dicken Bein“ aussehen? Vor der Therapie ist eine umfangreiche Diagnostik nötig. Es gibt Krankheitsbilder, wo man sofort reagieren muss. Zum Beispiel bei der Thrombose. Sie ist ein Notfall. Es gibt aber auch Krankheitsbilder, wo man sich Zeit lassen kann, dafür aber diagnostisch sehr umfangreich arbeiten muss. Einen Schlaganfall bekommen viele Menschen aufgrund einer Veränderung der Halsschlagader. Hier ist ein Gefäßzentrum sinnvoll, weil diese Patienten nach dem Schlaganfall hier die besten Chancen haben, innerhalb von 14 Tagen operiert zu werden. Flüssigkeit in den Beinen − wie kann hier geholfen werden? Zum einen kann man medikamentös behandeln, es stehen aber auch entstauende Maßnahmen zur Verfügung. Physiotherapie mit Lymphdrainage etwa. Dabei handelt es sich um eine manuelle Therapie, damit die Flüssigkeit mobilisiert wird. Sie soll aus dem Gewebe ins Gefäßsystem zurück. Hilfreich sind in dem Zusammenhang auch Wickel, womit das Ergebnis der Physiotherapie erhalten werden soll. Mit mechanischen Maßnahmen wie Luftkissen, die Druck ausüben, kann man ebenfalls eine Entstauung erreichen. Schließlich gibt es Stützstrümpfe, die viel zu selten genutzt werden, weil manche Menschen zu eitel sind. Sie beugen beispielsweise Krampfadern vor, wenn man lange stehen muss. Kann man die Ursachen bekämpfen? Kriegt man das „dicke Bein“ ganz weg? Manchmal. Doch bei einem Großteil der Patienten ist zumindest eine Linderung möglich. An dem Patiententag ist eine moderierte Podiumsdiskussion geplant. Wer sind die Gesprächsteilnehmer? Rainer Schmiedel moderiert. Weiterhin sind Ärzte des Westpfalz-Klinikums aus Kusel und Kaiserslautern auf dem Podium. Die Fachrichtungen, die sie vertreten, sind die Gefäßchirurgie, die Kardiologie, die Angiologie sowie die Nephrologie und Hämostaseologie. Daneben werden Stände von Sportvereinen aufgebaut, zur Raucherentwöhnung wird informiert. Sanitätshäuser sind vertreten, weil beispielsweise bei Diabetikern − einer wachsenden Gruppe in der Gefäßtherapie − die Versorgung mit guten Schuhen extrem wichtig ist, um Druckstellen zu vermeiden. Stichwort Vorbeugung: Kann jeder selbst etwas tun, um „dicke Beine“ zu vermeiden? Sport und Bewegung sind in der Gefäßmedizin enorm wichtig. Am besten ist Ausdauersport wie Walking, Jogging, Radfahren oder Schwimmen. Wir wollen die Menschen für die Gefäßmedizin sensibilisieren, weil sie viel tun können, damit die Erkrankung weniger schwer ausfällt. Bevor um 18 Uhr eine gefäßmedizinische Fortbildung für medizinisches Fachpersonal im Tagungszentrum Betzenberg beginnt, steht um 16 Uhr eine Fortbildung auf dem Programm. Ist sie für Laien interessant? Ja, mit der Podiumsdiskussion wollen wir auch Patienten ansprechen. Hier geht es unter anderem um entstauende Maßnahmen, um die manuelle Lymphdrainage und Physiotherapie, um maschinelle entstauende Maßnahmen und die Bestrumpfung. (ita)

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