Kaiserslautern Lernen durch Ausprobieren

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Wie funktioniert ein Magnet? Und was sind eigentlich Fliehkräfte? Antworten darauf durften die Kinder der integrativen Kindertagesstätte „Arche Noah“ in der Reha Westpfalz in Landstuhl selbst finden. Möglich machte es das Projekt „Versuch macht klug“ der Stiftung Pfalzmetall, das die Kinder zum Ausprobieren und Tüfteln einlud.

Veronika schaut fasziniert durch ein Kaleidoskop, in dem sich ihr Gesicht mehrfach spiegelt. Wenige Meter entfernt versuchen ein paar Jungen, mit hölzernen Bauklötzen eine möglichst lange Kugelbahn zu konstruieren. Die Spielhalle der integrativen Kindertagesstätte (Kita) „Arche Noah“ in der Reha Westpfalz in Landstuhl und ein angrenzender Raum haben sich in ein Forschungsfeld der besonderen Art verwandelt. An 20 Experimentierstationen, die die Stiftung Pfalzmetall zwei Wochen lang zur Verfügung stellt, können die Kinder naturwissenschaftlichen und technischen Grundregeln auf die Spur kommen. „Und zwar nicht, indem es die Erzieherinnen erklären. Die Kinder sollen alles selbst ausprobieren und durch eigene Erfahrung Lösungen finden“, erklärt die stellvertretende Kita-Leiterin Silvia Weyand die Idee des Projekts. Sein Name „Versuch macht klug“ ist Programm. Es nutzt die natürliche Neugier der Kinder und lässt sie zu kleinen Entdeckern werden, die auf spielerische Weise Phänomene des Alltags verstehen lernen. An diesem Tag forschen die Kids der „Arche Noah“ nicht allein. Die Vorschulkinder der Landstuhler Kita „Wichtelburg“ sind zu Gast und tüfteln eifrig mit. „Ziel des Projekts ist es, die Freude am eigenständigen Lernen und aktiven Forschen schon früh zu fördern“, so Weyand. Das geschieht mit einfachen Dingen, deren Wirkung aber so groß ist, dass die Kinder ins Staunen kommen. Während die einen teils unter vollem Körpereinsatz testen, was es mit der Schwerkraft auf sich hat, rätseln andere, weshalb ein Ballon plötzlich wie von Zauberhand in die Höhe schwebt. Große Anziehungskraft hat nicht nur die Magnetismusstation, sondern auch die Luftdruckhebebühne. Ihr Prinzip haben zwei Sechsjährige schnell erfasst. Lennart postiert sich auf einer Platte, unter der sich ein Luftkissen befindet. Ihm gegenüber legt sich Vincent an der Luftpumpe ins Zeug und bläst das Luftkissen auf. Schon wird Lennart Zentimeter um Zentimeter angehoben. Rätsel dagegen gibt die kleine Holzbrücke auf. Unermüdlich versucht eine Gruppe, die Einzelteile so zusammenzufügen, dass sie ein standfestes Ganzes ergeben. Aber es will partout nicht gelingen, immer wieder stürzt die Brücke ein. „Dabei hat es vorhin doch geklappt“, meint ein blonder Knirps und versteht die Welt nicht mehr. Dann endlich die zündende Idee: Die nummerierten Bausteine müssen in einer bestimmten Zahlenfolge zusammengesetzt werden. „Die Brücke hält, sie hält!“ Die Kinder jubeln und machen sich gleich nochmal ans Werk. Dieses Mal funktioniert es auf Anhieb. Für Silvia Weyand ist das der Beweis, dass „Kinder alles, was sie sich selbst erarbeitet haben, besser begreifen und gedanklich abspeichern“. Damit sich das gerade Gelernte noch besser im Gedächtnis festsetzt – „und weil sie stolz auf ihre Leistungen sind“ –, dürfen die Kindertagesstättenbesucher ihre Forschungsergebnisse nachmittags den Eltern präsentieren. (juf)

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