Hyrox Leid, Freud’ und ein ehemaliger FCK-Profi, der sich für die WM qualifiziert

Die Staffelsieger von Stuttgart (von links): Fabian Grill, Torsten Reuter, Nicolas Küss und Tobias Kiefer.
Die Staffelsieger von Stuttgart (von links): Fabian Grill, Torsten Reuter, Nicolas Küss und Tobias Kiefer.

Beine hochlegen ist nichts für Tobias Kiefer aus Krickenbach. Er braucht die Herausforderung und startete am Wochenende gleich bei drei Hyrox-Wettkämpfen.

Trotz persönlicher Bestzeit war er nicht ganz zufrieden, aber ein ehemaliger FCK-Profi trumpfte auf. Einzel, Pro-Double und Staffel lautete das Programm, das sich der Krickenbacher Tobias Kiefer vorgenommen hatte. Mit dem Ziel, sich wie im vergangenen Jahr im Einzel und/oder Double für die Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Kiefer liebt den Kombiwettkampf mit der Mischung aus extremen Kraftübungen und dazwischenliegenden Laufeinheiten. Und er wollte möglichst gleich bei seinem ersten Saison-Wettkampf das Ticket für die WM in Stockholm lösen – „um besser planen zu können“.

Sein Wochenendprogramm war hart. Am Freitag startete er im Einzel und verbesserte seine bisherige Bestzeit um eine Sekunde. Dass es trotzdem nicht fürs Treppchen reichte, wurmte ihn ein wenig, aber ihm war klar, woran es lag: „Am extremen Starterfeld. Es waren alle Topathleten vertreten.“ Das wusste er im Vorfeld, hatte sich aber trotzdem vorgenommen, „die Großen zu ärgern“. Bis zur vierten Station konnte Kiefer gut mithalten. Nach den Burpees ging ihm aber „der Saft aus“, wie er sagt. „Ich habe sehr gelitten“, gibt er zu. Er kämpfte und kam nach 1:02:54 Stunden ins Ziel. „Ich habe mich mitziehen lassen von den Topjungs, das war vielleicht der Fehler. Da habe ich zu viele Körner gelassen“, überlegt er.

Um 8 Uhr an der Startlinie

Zeit zum Überlegen und Erholen hatte der 31-Jährige nicht wirklich. Am Samstag hatte seine Oma Geburtstag. Er feierte kurz mit ihr, dann ging es wieder nach Stuttgart. Am Sonntag um 5.30 Uhr klingelte der Wecker. Um 8 Uhr stand er an der Startlinie. Nach 52 Minuten war er im Double mit seinem neuen Partner Julian Kreuzer, 29, aus Österreich im Ziel. Und er haderte. „Ich bin happy mit der Zeit. Damit gewinnst du 90 Prozent der Events.“ Und damit hätte er das Ticket für Stockholm in der Tasche gehabt. In dem Fall war aber alles anders. Weil das Teilnehmerfeld so stark war, jede Menge Vollprofis am Start waren, die nur Hyrox betreiben und nicht wie er einem Beruf nachgehen, wurde er nur Zehnter.

Doch sein dritter Wettkampf, der am Abend anstand, rettete sein Wochenende, wie er sagt. Er trat in der Staffel an, mit dem ehemaligen FCK-Profi Torsten Reuter und mit zwei Saarländern, Fabian Grill und Nicolas Küss. Die Disziplinen, für die er zuständig war, lagen ihm. Er musste rudern und Medizinbälle hoch gegen die Wand werfen und dazwischen zweimal laufen. Vor dem Laufen hatte er am wenigsten Angst. Das hatte er ja in der Wettkampfpause bei seiner Vorbereitung auf den Marathon in München geübt, bei dem er nach 2:49:50 Stunden im Ziel war. 2:43 Minuten brauchte er für seinen ersten Kilometer in Stuttgart. „Da geht das Laktat direkt in die Beine.“

Staffelgold gewonnen

Er lief zum Workout, klatschte ab und hatte zehn Minuten zum Durchschnaufen. 41 Teams traten gegeneinander an. Seines kam nach 50:47 Minuten ins Ziel und war damit zwei Minuten schneller als der Zweitplatzierte. Die vier freuten sich über Gold, und einer feierte besonders: Torsten Reuter. Er hatte sich morgens schon im Pro Double mit seinem Partner Florian Cordier als Zweitplatzierter der Altersklasse 40 bis 44 für die WM qualifiziert. Kiefer war das in der AK 30 bis 34 nicht gelungen. Aber er hat ja noch Zeit. Die WM ist im Juni, „die Saison ist noch lang, und ich arbeite an den Schwächen“.

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