Kaiserslautern Lautern ist mehr als Fußball
„Jedes Ballungsgebiet hat sein Start-up-Netzwerk“, sagen Alexander Fridhi und Kai Utzinger, „nur Kaiserslautern und die Westpfalz nicht.“ Noch nicht. Die beiden wollen das ändern. Am Freitag ist die Auftaktveranstaltung.
„Überall gibt’s moderne Start-up-Szenen“, schildert Kai Utzinger von der Softwareschmiede Uplink IT, doch gerade im wissenschaftlich sehr renommierten Kaiserslautern gebe es kein Netzwerk für die Zielgruppe der Gründer und Kreativen. Derzeit müssten Interessierte nach Stuttgart, Mannheim, Mainz oder Koblenz, um sich dort mit Gleichgesinnten auszutauschen. Dabei könne Lautern doch gerade mit seiner Infrastruktur und den wissenschaftlichen Einrichtungen punkten. Utzinger: „Wir müssen uns hier nicht hinter Mainz oder der Rhein-Neckar-Region verstecken.“ Man wolle den „Start-up-Charme“ in die Region bringen. Utzinger: „Wir wollen weg vom Image, dass Kaiserslautern provinziell und nicht so cool ist. Lautern ist für viele nur Fußball. Den Betze kennt jeder, während andere Bereiche belächelt werden.“ Am Freitag soll nun der Startschuss für das Gründernetzwerk „Start-up Westpfalz“ fallen, in einer sogenannten Kick-Off-Veranstaltung wird am Freitagnachmittag in die Gusto Lounge am Schillerplatz geladen. Gründer und Menschen mit Ideen sollen mit Geldgebern und Wissenschaftlern ungezwungen in Kontakt kommen. „Das soll alles bewusst locker und entspannt stattfinden“, sagt Utzinger, „wir wollen es erst mal ,easy going’ halten. Deswegen verzichten wir auch auf ein großes Rahmenprogramm und längere Vorträge.“ Die könnten dann im nächsten Schritt folgen, wenn das Netzwerk in den kommenden Monaten mit Leben gefüllt werden muss. Auch dafür hat man bei Uplink IT schon Ideen, allerdings wird betont: „Das wird kein Alleingang von uns, wir schauen, was daraus wird.“ Auf dem Ideenzettel stehen unter anderem ein Investorenspeeddating, Fachberatungen für Gründer oder auch mal ein „Start-up-Weekend“. Eine Umfrage am Freitag soll zudem zeigen, was die Teilnehmer noch von einem Netzwerk erwarten. „Start-up Westpfalz“ soll zum Ansprechpartner für alle Interessierten werden. Utzinger: „Wir wollen eine Plattform schaffen, an die sich Gründungswillige und Gründer mit ihren Fragen wenden können.“ Utzingers Halbbruder und Uplink-IT-Geschäftsführer Fridhi ergänzt: „Wir haben nicht nur die, die Geld wollen, sondern auch die, die Geld haben.“ Unter anderem seien Vertreter von Förderbanken am Freitag vor Ort und zarte Bande mit den Frankfurter Business-Angels, die sich an Start-ups beteiligen, geknüpft. In den vergangenen Wochen habe man eifrig die Werbetrommel gerührt, Unternehmen und Institutionen, Verwaltungen und potenzielle Geldgeber angesprochen. Dabei habe man sich nicht nur auf Kaiserslautern beschränkt, auch in den Bereichen Pirmasens und Zweibrücken, dem Saarland und der Vorderpfalz wurde Werbung gemacht. Bislang hätten sich mehr als 100 Teilnehmer über die eigens eingerichtete Internetseite (www.startup-westpfalz.de) angemeldet. Die Resonanz sei überwiegend positiv. Fridhi: „Wir wollen ja auch niemandem das Wasser abgraben, sondern gemeinsam und partnerschaftlich etwas Gutes für die Region tun.“ Das Gründernetzwerk Start-up Westpfalz wird mit Unterstützung des rheinland-pfälzischen Innenministeriums aufgebaut, erläutert Utzinger. Man habe in Mainz vorgesprochen und umgehend einen Ansprechpartner genannt bekommen. Auch die Kosten für die Auftaktveranstaltung am Freitagabend übernimmt das Innenministerium, die Mainzer Agentur Bestfall unterstützt bei der Organisation. (bgi) Info Die Auftaktveranstaltung für das Gründernetzwerk „Start-up Westpfalz“ findet am Freitag, 16. Oktober, ab 16 Uhr in der Gusto Lounge, Schillerplatz, statt. Anmeldung: www.startup-westpfalz.de.