Kaiserslautern Landtagsabgeordneter Klein: Wasserentnahme am Gelterswoog soll auf den Prüfstand

Es ist dramatisch: Der Gelterswoog-Pegel liegt 87 Zentimeter unter dem normalen Niveau.
Es ist dramatisch: Der Gelterswoog-Pegel liegt 87 Zentimeter unter dem normalen Niveau.

Nachdem der Grundwasserexperte Hans Jürgen Hahn in einem Interview mit der RHEINPFALZ die Behauptung aufgestellt hat, dass aus dem Gebiet um den Gelterswoog in Kaiserslautern mehr Grundwasser entnommen werde, als der Region gut tue, ist der CDU-Landtagsabgeordnete Marcus Klein aktiv geworden. Klein hat eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt.

Wie steht die Landesregierung zu einer Wasserzuleitung?

Er will wissen, inwieweit sie sich der Bewertung des Landauer Wissenschaftlers anschließt, oder ob ein Zusammenhang zwischen Wasserentnahme und dem extrem niedrigen Wasserstand des Gelterswoogs und weiterer Gewässer in der Region ausgeschlossen werden kann. Der CDU-Mann fragt, ob die Landesregierung dazu Untersuchungen oder Studien vor Ort plant. Er will wissen, was die Landesregierung und nachgeordnete Stellen tun werden, um ein weiteres Absinken des Wasserstandes zu verhindern, falls sich herausstellt, dass sich die Wasserentnahme negativ auswirkt. Weil seit Jahren darüber diskutiert wird, ob in Zukunft wieder Wasser in den Gelterswoog etwa aus der Quelle Schäckersdell zugeleitet werden darf, so wie das früher der Fall war, stellt Klein auch die Frage, wie die Landesregierung „eine gezielte Einleitung von Grundwasser“ beurteilt.

Der Ökologe Hahn hatte ausgeführt, der Gelterswoog sei ein typisches Beispiel für die Wechselwirkung aus zu hoher Grundwasserentnahme und dem Klimawandel. Klein hatte auch in der Vergangenheit schon in Sachen Wasserentnahme nachgehakt. Damals war ihm von Landesseite bescheinigt worden, dass zwischen dem Pegel im Gelterswoog und der Förderung an den Brunnen im Moosalbtal kein Zusammenhang besteht. Es gebe in der Region keine gravierenden Auswirkungen auf den Bodenwasserhaushalt durch die Grundwasserentnahmen, hieß es 2020 aus Mainz. Klein argumentiert: „Wenn sich durch den Klimawandel die Situation verändert hat, müsste man tätig werden.“ Durch den seit der Jahrtausendwende um 25 Prozent gesunkenen Grundwasserspiegel müssten eventuell Genehmigungen für Wasserentnahmen aus der Vergangenheit neu bewertet werden, so Klein. Dies sei aber die Aufgabe von Fachleuten und den zuständigen Behörden.

Am Freitag hatte ein Sprecher der Kaiserslauterer Stadtverwaltung auf Anfrage erklärt, der Pegel des Gelterswoogs liege derzeit 87 Zentimeter unter dem normalen Niveau.

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