Akkordeon
Landesprojektorchester AkkoNEO ist in der Region Aktiv
Das Musikfestival „Tage der Chor- und Orchestermusik“ ist eines der bedeutendsten Amateurmusikfeste in Deutschland und findet jedes Jahr drei Tage lang in einem anderen Bundesland statt mit dem Ziel, das facettenreiche Repertoire der Amateurmusik zu zeigen. 2026 ist Rheinland-Pfalz, genauer: Kaiserslautern, an der Reihe. Außerdem ist das Akkordeon „Instrument des Jahres“ – Grund genug, das Landesprojektakkordeonorchester von Rheinland-Pfalz, bekannt unter dem Namen AkkoNEO, einzuladen.
Die Idee zu dem neuen Landesprojektorchester des Deutschen Harmonika Verbandes Rheinland-Pfalz entstand 2022, als sich für ein erstes Projekt zahlreiche Interessenten aus den Gebieten Rhein-Main und Nahe zusammengefunden haben. „Elke Born, eine Musikerin aus dem Akkordeonorchester Mainz, ist damals auf mich zugekommen mit der Idee, wieder ein Landesorchester zu gründen“, erinnert sich Manfred Baudisch, Präsident des Deutschen Harmonikaverbandes Rheinland-Pfalz. „Von 2002 bis 2014 hatten wir schon einmal ein Landesorchester, aber dann kam erst einmal eine lange Pause.“
Dirigent und Besetzung wechselt
Die Idee für ein komplett neues Projekt entstand vor dem Hintergrund, dass viele Spielerinnen und Spieler keinen eigenen Verein mehr hatten, weil sich ein solcher aufgelöst hatte oder weil es nach einem Umzug am neuen Wohnort keinen Verein gab. „Wir wollten mit dem Landesprojektorchester AkkoNEO eine Möglichkeit schaffen, dass diese Leute spielen können. Das Orchester bietet aber auch eine Gelegenheit für andere, die zwar in einem Verein spielen, aber auch mal mit neuen Dirigenten oder ein neues Repertoire spielen wollen.“
Seit Juni 2023 ist AkkoNEO aktiv, mit wechselnden Dirigenten. „Man überlegt, was man spielen möchte, entwickelt dann eine Ausschreibung und sucht so nach einem Dirigenten“, schildert Manfred Baudisch das Vorgehen. Nicht nur die Dirigenten, sondern auch die Besetzungen wechseln im Landesprojektorchester AkkoNEO immer wieder. „Etwa zwei Drittel der Spieler bleiben, ungefähr ein Drittel wechselt; aktuell haben wir 30 Spieler“, freut sich Baudisch. „Es sind immer wieder Jahresprojekte, die aber nicht an das Kalenderjahr gebunden sind, sondern auch mal von März bis April des Folgejahres laufen können“, erzählt Baudisch. „Innerhalb dieses Projektjahres werden dann vier bis sieben Probenwochenenden durchgeführt, je nachdem, wie das terminlich bei den Dirigenten passt. Wir haben keinen festen Sitz und keine festen Probenräume, wir üben oft in Jugendherbergen. Dann spielen wir ein Konzert oder gestalten bei befreundeten Vereinen ein Konzert mit“, berichtet er. Das achte Probenwochenende des aktuellen Projektes ist gleichzeitig die Eröffnung der Osterarbeitswoche des Deutschen Harmoniaverbands.
Von Ludwigshafen bis Landstuhl
Die Spielorte sucht das Landesprojektorchester AkkoNEO nach den Interessen der Spieler aus. „Die kommen aus verschiedenen Ecken von Rheinland-Pfalz, aber auch aus angrenzenden Bundesländern wie Baden-Württemberg, Hessen und sogar Nordrhein-Westfalen“, weiß Baudisch. „Schwerpunktmäßig kommen unsere Spieler aus dem Raum Mainz, Wiesbaden und Bad Kreuznach, wir haben aber auch Musiker aus Koblenz und Ludwigshafen und eine Musikerin aus dem westpfälzischen Landstuhl.“
Das Landesprojektorchester hat, wie bei Akkordeonorchestern üblich, vier Stimmen. „Da ist es gut, dass wir 30 Musikerinnen und Musiker haben, so dass jede Stimme zwei- bis dreifach besetzt ist. Sind es noch mehr, ist es noch besser, dann wird das Klangvolumen noch größer“, führt Manfred Baudisch aus. Die erste Stimme übernimmt dabei die Melodie, die gespielt wird; die zweite Stimme verstärkt sie. Die dritte Stimme spielt oft eine Gegenmelodie, während die vierte Stimme für den Rhythmus zuständig ist. Auch den Bass kann die vierte Stimme übernehmen, er kann aber auch durch ein anderes Instrument übernommen werden.
Wo steckt nur die Trompete?
Das Landesprojektorchester AkkoNEO spielt auch mit Schlagzeug. „Und zu den Pauken und Trommeln kann auch mal noch ein Saxofon dazukommen, wenn man zum Beispiel den ,Rosaroten Panther’ spielt“, merkt Baudisch an. Auch ein Elektronium gehört dazu. „Das ist ein elektronisches Instrument, das wie ein Akkordeon aussieht und mit dem man andere Stimmen imitieren kann. Ein Besucher sucht dann eine Trompete, findet aber keine“, sagt Baudisch schmunzelnd. „Doch das Elektronium hat einen Balg wie ein Akkordeon, weshalb man es mit einer sehr differenzierten Dynamik spielen kann.“
Die Konzerte des Landesprojektorchesters AkkoNEO finden in der Regel in Kirchen statt. Bei den Tagen der Chor- und Orchestermusik in Kaiserslautern ist das Orchester bei einer „Langen Nacht der Musik“ am 14. März in der Fruchthalle zu Gast, aber auch am Tag darauf. „Am 15. März umrahmen wir den Festakt, wenn Bundesminister Patrick Schnieder in Vertretung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Zelter-Plakette und die Pro Musica-Plakette an Chöre und Orchester verleiht, die mindestens 100 Jahre bestehen.“
„Drachenzähmen leicht gemacht“
Das Programm von AkkoNEO kommt immer in Absprache mit dem Dirigenten zustande, den sich das Orchester ausgesucht hat. Im aktuellen Projektjahr leitet die Dirigentin Stefanie Hazenbiller das Orchester. „Sie bringt zwei eigene Arrangements mit ins Programm, John Barrys ,Out of Africa’, das wir auch in Kaiserslautern aufführen werden, und die Filmmusik zu ,Drachenzähmen leicht gemacht’.“ Das Orchester spiele aber auch Originalkompositionen für Akkordeon wie Fritz Doblers Romanze und die Dalmatinischen Tänze von Adolf Götz, die beide auch in Kaiserslautern zu hören sein werden.
Termine
Die Tage der Chor- und Orchstermusik finden von 13. bis 15. März in Kaiserslautern statt. Am Samstag, 14. März, gibt es von 18.30 Uhr bis 22.45 Uhr eine „Lange Nacht der Musik“ mit rund 50 kostenlosen Konzerten an elf Spielorten (Kammgarn-Kasino, Theodor-Zink-Museum, Fruchthalle, Apostelkirche, Stiftskirche, Marienkirche, Deutschordnesaal, Pfalzsaal der Handwerskskammer, Edith-Stein-Haus, Luther und Hochschule Kaiserslautern).
Das Orchester AkkoNeo spielt am 14. März um 19.45 Uhr in der Fruchthalle und am 15. März, ab 11 Uhr, beim Fetskonzert anlässlich der Verleihung der Zelter- und Pro-Musica-Plaketten in der Fruchthalle (dabei sind auch das Sinfonieorchester des Landkreises und der Chor EX-Semble)
Programmhefte liegen aus, online gibt es sie direkt auf dieser Seite.