Hyrox
Krickenbacher will in der Schweiz Elitesportler werden
Trainieren, besser werden, alles geben, das gehört für Tobias Kiefer aus Krickenbach zum Leben. Für seine Lieblingssportart Hyrox hat er seine Arbeitszeit im Sanitätshaus in Kaiserslautern auf 32 Stunden und eine Vier-Tage-Woche reduziert. Der Plan des 32-Jährigen scheint aufzugehen: Er liefert ein überragendes Ergebnis nach dem anderen ab und sammelt Erfolge. Am 13. Dezember startete er mit Sascha Ahrens aus Kaiserslautern im Doppel. „Wir haben das spontan zwei, drei Wochen zuvor entschieden, als wir gesehen haben, dass es noch Tickets gibt“, erzählt er. Zusammen mit dem 40-Jährigen wurde er Zweiter in der Altersklasse 37 bis 39 und Gesamt-Fünfter mit einer Zeit von 54:16 Minuten.
Die beiden qualifizierten sich dadurch für die Weltmeisterschaft in Stockholm, gaben das Ticket aber zurück, weil sie beide mit ihren eigentlichen Doublepartnern antreten und sich mit ihnen gesondert qualifizieren wollen, wie Kiefer erklärt. Der Krickenbacher trat nach dem Double-Start am Freitag einen Tag später im Einzel Open an und feierte dort noch einmal einen persönlichen Triumph: Er wurde Erster von 1888 Startern in einer Zeit von 57:19 Minuten.
„Mein größter Fan“
„Es hat mich bestätigt in dem, was ich investiere ins Training“, sagt er. Die Power scheint ihm ohnehin nicht auszugehen. An diesem Wochenende stand nämlich noch ein dritter Start für ihn auf dem Programm. Ein Erlebnis, über das man noch in 30 Jahren unter dem Weihnachtsbaum spricht, wie er anmerkt: Tobias Kiefer startete zusammen mit seiner Mutter. „Sie ist mein größter Fan, begleitet mich bei fast allen Wettkämpfen und hat sich immer gewünscht, einmal mit mir über die Ziellinie zu laufen.“
Ein halbes Jahr bereitete sich Beate Kiefer unter Anleitung ihres Sohnes auf den großen Auftritt vor. Er sei dabei „so entspannt wie nie“ und sie „so aufgeregt wie nie“ gewesen. Der 32-Jährige hatte die Aufgabe, den Großteil der Kraftübungen zu übernehmen, seine 54-jährige Mutter wollte „beim Laufen nicht einbrechen“ und bei allem mithelfen. Nach 1:12 Stunden liefen sie Hand in Hand über die Ziellinie und hatten Erinnerungen für die Ewigkeit gesammelt.
Ziel: WM in Stockholm
Für Tobias Kiefer ging das Programm weiter. Er wollte seine Laufzeit steigern. Wie gut das geklappt hatte, wollte er beim Silvesterlauf in Kottweiler-Schwanden testen. Er wurde Sechster, „mit einer 35er-Zeit auf zehn Kilometer“, erklärt er zufrieden. Dass über das Laufen noch viel zu holen ist, hat ihm sein österreichischer Teampartner gezeigt. Julian Kreutzer, 29, ist der Mann, mit dem er sich möglichst bald für die Hyrox-Weltmeisterschaft in Stockholm qualifizieren will und mit dem er noch ein anderes großes Ziel erreichen will. Kiefer will Elitesportler werden. Heißt: Er will zu dem elitären Kreis gehören, der einen eigenen Startbereich zugewiesen bekommt, mit Preisgeld belohnt wird und der im Livestream zu sehen ist, was wiederum attraktiv für die Sponsoren ist. Dafür muss er eine Zeit unter 50 Minuten schaffen und zu den 15 besten Athleten gehören.
Das österreichisch-deutsche Duo peilt das Ziel an, will sich mit den 15 Hyroxern messen und 1000 bis 10.000 Euro Preisgeld einsammeln. Kiefer: „Wir trauen uns das zu, sind beide gut drauf. Julian hatte vor kurzem bei einem Lauf über fünf Kilometer einen 3,0er-Schnitt, war in 15 Minuten im Ziel.“ Die beiden pushen sich gegenseitig. Während der Österreicher „vom Laufen kommt“, bringt der Pfälzer die Kraft mit.
EM im März
Am Wochenende starten sie beim Hyroxwettkampf in St. Gallen, wollen dort die Elitenorm erfüllen und sich außerdem für die WM qualifizieren. Im März steht die EM an, doch erst mal geht es am Freitag 370 Kilometer in die Schweiz und am Samstag mit der Freundin und „hoffentlich einem Erfolg“ wieder heim.