Erfenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Konzertorganist Torsten Laux ist nicht nur in Erfenbach aktiv

Heute Erfenbach, morgen Bayreuth: Torsten Laux.
Heute Erfenbach, morgen Bayreuth: Torsten Laux.

Der seit kurzer Zeit erst in Erfenbach lebende Konzertorganist mit Lehraufträgen an den Musik-Hochschulen Düsseldorf und Bayreuth, Torsten Laux, ist für diese Kirchengemeinde und die Region ein Glücksfall: Anstelle der üblichen Schockstarre und dem Rückzug in die Isolation konzipiert er hier zusammen mit Pfarrer Christoph Krauth kirchenmusikalisch definierte Gottesdienste unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen, um Menschen aus der Krise zu führen: Im RHEINPFALZ-Gespräch postuliert er, dass es gerade jetzt der Gemeinschaft im Glauben bedürfe und dass die Ruhe und Stärke des Einzelnen so auf die Gemeinschaft überspringen möge.

Dementsprechend war auch am Sonntag in der evangelischen Kirche Erfenbach der Sologesang seiner Ehefrau Daniela und von Pfarrer Krauth als antiphonaler responsorialer Wechselgesang konzipiert – also aus Sicherheitsgründen nie gleichzeitig unisono, sondern in authentischer Ruf-Antwort-Form. Wobei die Klangbeispiele wie Bitt- und Lobgesang als Psalmvertonung bis aufs Neue Testament und älter zurückreichen. Eine durchdachte Aufführungspraxis in Corona-Zeiten also, da dieser solistisch geführte Zwiegesang den üblichen Gemeindegesang ersetzt. Laux begleitete hier am Piano, um dann aber die Königin der Instrumente, so Mozarts Ausspruch, in den Mittelpunkt zu rücken: Damit erinnert Laux an das angelaufene „Jahr der Orgel“ 2021 und nimmt auch die regionalen Orgeln in den Blick.

Beispiel Bach

Die hier installierte Oberlinger-Orgel sieht er als neobarockes Beispiel der 60er Jahre, mit den Vorzügen einer fürs Barock-Zeitalter mechanischen Traktur. Diese demonstrierte er in seiner Konzentration auf Johann Sebastian Bach in klaren polyphonen Strukturen. Das Concerto a-moll huldigt dem Gestaltungsprinzip des konzertierenden Stils wetteifernder Stimmen, übertragen auf die Orgel. Präludium und Fuge D-Dur zeigen in der Fuge, dass solche kleinere Instrumente mit nur 25 Registern und ohne Schwellwerk diese satztechnischen Finessen bei klarer Artikulation gut darstellen können.

Richtung Bayreuth

Ein weitgereister Globetrotter wie Laux, der unzählig viele Orgeln kennt und aufzählt, weiß aber auch um die Grenzen: etwa bei einer eigenen, in zeitgenössischer Klangsprache konzipierten Choralpartita über „Wie schön leucht der Morgenstern“. Besser sind daher wieder Bachs kanonische Veränderungen über dem Weihnachtschoral „Vom Himmel hoch“ auf der Oberlinger-Orgel realisierbar. Ideal auch für Choralbearbeitungen aus dem sogenannten Orgelbüchlein. Solche neobarocke Orgeln sind auch ein Kompromiss, der nicht ganz heutigen Ansprüchen genüge. Am Montag war Laux schon wieder per Bahn klimafreundlich, wie er betont, nach Bayreuth unterwegs – um einen sogenannten Notunterricht zu organisieren.