Fußball
Knifflige Auswärtsaufgaben für den FCK II im Oberliga-Endspurt
Newton Tamakloe hüpfte mit wilden Sprüngen ausgelassen über den Platz, schrie seine Freude heraus. Man hätte meinen können, der 19-jährige Spieler des 1. FC Kaiserslautern II hätte gerade das entscheidende Tor zur Meisterschaft geschossen. Dabei war es am vergangenen Samstag in der 82. Minute „nur“ der fünfte und finale Treffer beim Sieg des FCK II im Oberligaspiel gegen Arminia Ludwigshafen gewesen. Dass sich Tamakloe, der seit 2024 für den 1. FC Kaiserslautern spielt, so freute, hatte einen ganz anderen Grund: „Das hatte eine besondere Bedeutung: Meine Mutter ist im Krankenhaus, ich habe für sie das Tor gemacht“, berichtet der 19-Jährige, der gegen die Arminia in der 70. Minute eingewechselt worden war.
„Mich hat im Spiel gegen Ludwigshafen insbesondere gefreut, dass Newton das Tor gemacht hat“, hebt auch Trainer Alexander Bugera deswegen hervor. Aber nicht nur wegen der Mutter im Krankenhaus, sondern auch aus einem anderen Grund: „Newton hat in der Rückrunde weniger gespielt, aber der Junge gibt immer Vollgas, wenn er auf dem Trainingsplatz steht. Er lässt sich nie hängen, ob er jetzt gespielt hat oder nicht“, lobt der 47-Jährige den Offensivspieler, der in Mannheim geboren ist und dort auch noch wohnt. „Newton ist ein Spieler, der mit seiner Sprintstärke wirklich Wege machen kann und auch Gegenspieler überlaufen kann.“ Die Schnelligkeit sieht auch der 19-Jährige als eine seiner Stärken an. „Und das Spiel eins gegen eins auf dem Flügel.“ Wo er sich noch verbessern kann und will, weiß er aber auch: „Woran ich noch arbeiten will, ist, dass ich über das komplette Spiel konzentrierter bin, ohne in manchen Situationen schon zu schnell abzuschalten.“
Englische Woche steht an
17 Saisoneinsätze stehen für Tamakloe zu Buche, einmal lief er dabei von Beginn an auf. Der Treffer gegen Ludwigshafen war sein zweites Saisontor. Mit seiner Rolle als „Joker von der Bank“ kann er aber ganz gut leben. „Alles gut“, sagt er ganz gelassen. „Hauptsache, ich bekomme meine Minuten, egal, wie viele es dann sind. Natürlich würde ich gerne öfter von Anfang an spielen – aber ich habe Zeit.“ Vielleicht kommt am Freitagabend dann Einsatz Nummer 18 dazu, wenn der FCK II im viertletzten Saisonspiel beim Tabellenfünften FV Engers (19 Uhr) antritt.
Es ist der Auftakt in eine Englische Woche, die es für den FCK II in sich hat. Denn nach dem Spiel in Engers geht es am folgenden Dienstag (19 Uhr) zur TuS Koblenz, die auf Platz drei steht, bevor zum Abschluss am Samstag, 30. Mai, 15 Uhr die abstiegsbedrohten Sportfreunde Eisbachtal auf den Fröhnerhof kommen. „Engers ist sicher kein angenehmer Gegner“, sagt Tamakloe zur anstehenden Aufgabe. „Aber auch da wollen wir die drei Punkte mitnehmen und wieder ein gutes Spiel machen.“
Keine Lust auf die Relegation
Sein Trainer Bugera weiß auch, dass Engers und die TuS Koblenz „von der Platzierung her“ die wohl beiden dicksten Brocken für sein Team im Endspurt der Saison sind, merkt aber mit Blick auf den Konkurrenten um die Meisterschaft auch an: „Der FK Pirmasens muss ja kommende Woche auch noch in Engers spielen.“
Natürlich ist allen beim FCK II klar, dass mit einem Sieg am Freitagabend zumindest Platz zwei und damit die Aufstiegsspiele zur Regionalliga schon sicher wären. „Klar, das ist uns bewusst“, sagt Tamakloe. „Aber in die Relegation will keiner bei uns. Ich habe die Relegation in der Vorsaison ja miterlebt. Wir wollen dieses Mal den direkten Aufstieg klarmachen.“ Auch Bugera stellt, auch aufgrund der Erlebnisse in der Vorsaison, als sein von Verletzungen gebeuteltes Team in den Aufstiegsspielen scheiterte, fest: „Die Relegation braucht kein Mensch. Wenn du vier Spieltage vor Ende so kurz davor bist, Erster zu werden, willst du die Aufstiegsspiele natürlich umgehen. Wir werden alles versuchen, Platz eins zu verteidigen und direkt aufzusteigen.“
Erik Müller wieder fit
Ob er in Engers David Schramm und Owen Gibs zur Verfügung hat oder ob beide bei den Profis, die zeitgleich gegen Arminia Bielefeld spielen, vorgesehen sind, weiß er noch nicht. Aber immerhin könnte Erik Müller wieder eine Alternative sein, der zuletzt vier Wochen verletzt gefehlt hatte. Denn der ist seit Wochenbeginn wieder im Training. „Erik ist immer eine Alternative, weil ich weiß, dass er 100 Prozent auf dem Platz lässt“, sagt Bugera. „Es freut mich, dass er zurückkommt, auch jetzt in der Phase, wo wir ihn brauchen. Natürlich wissen wir, dass er gerade aus einer Verletzung rauskommt, und das beobachten wir über die Woche noch.“
Es ist angerichtet für den Endspurt in der Oberliga, für den Newton Tamakloe dann auch ein ganz einfaches Rezept hat: „Alle Spiele gewinnen, keins mehr verlieren.“
Info
Restprogramm des 1. FC Kaiserslautern II und des FK Pirmasens in der Oberliga:
FCK II: Freitag, 19 Uhr, beim FV Engers; Dienstag, 19 Uhr, bei TuS Koblenz; Samstag (16. Mai), 15 Uhr gegen Sportfreunde Eisbachtal; Samstag (30. Mai), 15 Uhr, gegen FV Eppelborn.
FKP: Donnerstag (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) beim SV Gonsenheim; Mittwoch, 20 Uhr, beim FV Engers; Samstag (16. Mai), 14 Uhr, gegen Arminia Ludwigshafen; Samstag (30. Mai), 15 Uhr, gegen Sportfreunde Eisbachtal.