Kaiserslautern „Keine leichte Aufgabe“
Kiloweise Schminke, Plateau-Stiefel und Feuer spuckende Gitarren – das erwartet die Besucher am Samstag im Irish House – in leicht abgeschwächter Form, was das Feuer angeht. Die ungarische KISS-Tribute-Band KISS Forever beehrt den Lautrer Musikclub mit einer originalgetreuen Show und Aufmachung. RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Katharina Kovalkov sprach vorab mit Sänger und Gitarrist Váry Zoltán alias „The Starchild“.
Wir wurden 1995 für eine Veranstaltung „Stars Together on Stage“ in Budapest/Ungarn sozusagen über Nacht gegründet, um nur ein paar Songs von KISS zu spielen. Aber dadurch, dass unsere Performance ein großer Erfolg war, haben wir uns entschieden mit der Band weiterzumachen. Wart Ihr mit der Musik von KISS auch schon vorher vertraut? Alle von uns begannen KISS in unseren Teenager-Jahren, also spätestens in den 70ern, zu hören. Zu dieser Zeit tourte KISS nicht in Osteuropa, so dass wir die Band erst in den späten 80ern live auf der Bühne gesehen haben. Was macht die Musik von KISS bis heute zum Kult? Es ist einfacher Rock’n’Roll – wie Gene Simmons einmal sagte: „Fleisch und Kartoffeln“ (lacht). Sie haben in den 70ern und 80ern große Hits geschrieben und damit viele Generationen von weltberühmten Bands und Musikern in den letzten 40 Jahren beeinflusst! Eure Behauptung, „die beste KISS Tribute-Band in Europa“ zu sein, ist schon stark. Was berechtigt Euch dazu? 2012 gab es einen KISS-Contest, organisiert vom „KISS Monster Mini Golf“-Club aus Las Vegas. Sie waren auf der Suche nach der besten KISS-Tribute-Band weltweit. Und die Originalband selbst gab eine Bewertung ab. Mehr als 200 Bands wollten in den „Final 4“ sein, geschafft haben es aber nur zwei US-Bands, eine aus Australien, und wir waren am Ende die einzige europäische. Deshalb glauben wir, dass wir damit offiziell die Nummer eins in Europa sind – bewertet von den Fans und KISS (lacht). Wird die Original-KISS-Band musikalisch unterschätzt und hauptsächlich auf ihr extravagantes Äußeres und die Show reduziert? KISS war und ist immer noch bekannt und berühmt wegen der Charaktere und der Bühnenshow. Es ist sehr einzigartig und mit keiner anderen Band zu vergleichen. Natürlich wäre die Band ohne die Hits nicht so berühmt wie sie es heute ist, aber ihre spektakuläre Bühnenshow machte sie erst groß. Kopiert Ihr die Songs eins zu eins? Oder lasst Ihr Euch Raum für Experimente? Gute Frage – wir „müssen“ den typischen Teil der Songs kopieren, aber wir versuchen auch etwas von unserem eigenen Geschmack reinzubringen. Sonst wäre es nach 22 Jahren und mehr als 1200 Konzerten langweilig… Was ist mit der Show? Die KISS-Show ist wirklich „größer als das Leben“, kopieren ist also nicht möglich. Aber wir haben die wichtigen visuellen Elemente wie Feuer- und Blutspucken, Sirenen und Rauch hinzugefügt. Von der Originalbesetzung sind heute nur noch Paul Stanley (The Starchild) und der Mann mit der ellenlangen Zunge, Gene Simmons (The Demon), übrig. Funktioniert die Band trotzdem? Musikalisch ist das aktuelle Line-up von KISS mit Eric Singer (Schlagzeug) und Tommy Thayer (Bass) sehr stark, sie sind wirklich klasse Acts und Musiker. Es scheint Trend bei osteuropäischen Tribute-Bands zu sein, die Originale in voller Montur zu kopieren. Ist das essenziell für den Erfolg einer Tribute-Band – nicht nur in Osteuropa? Wir können natürlich nicht für andere Tribute-Bands sprechen. Aber da wir eine der ersten Bands in voller Original-Montur waren, können wir sagen, dass viele Bands uns gefolgt sind und versucht haben, originalgetreue Shows ins Ausland zu bringen – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Die wichtigste Frage: Wie lange sitzt ihr im Make-up-Stuhl für eine Show? Wir brauchen etwa 60 Minuten. Es ist keine leichte Aufgabe. Das können Sie uns glauben (lacht). Danke für das Gespräch! Konzert Am Samstag, 28. April, 21 Uhr, im Irish House; Karten an der Abendkasse.