Kaiserslautern Kaiserslauterns Controlling steht im Finale eines Wettbewerbs

Die drei von der Stabsstelle Controlling – Rainer Kadel, Christopher Rudolphi und Dirk Andres (von links) – feilen an einem Syst
Die drei von der Stabsstelle Controlling – Rainer Kadel, Christopher Rudolphi und Dirk Andres (von links) – feilen an einem System, das blitzschnell Daten zur Stadt liefern kann. Links oben ist die aktuellste Einwohnerzahl Kaiserslauterns zu lesen: 100.949 (Stand 30. April 2018).

Wie viele Menschen leben in Kaiserslautern? Wie viel Geld gibt die Stadt für was aus? Und welche Gebäude stehen wo? Fragen über Fragen, auf die das System „Klar“ bald eine Antwort geben soll. Die städtische Stabsstelle Controlling arbeitet an einer riesigen Datenbank, mit der sich die Stadt am Ende leichter verwalten lassen soll. Beim bundesweiten Wettbewerb eGovernment für Verwaltungen steht das Team mit seiner Datenbank im Finale.

Seit rund einem Jahr gibt es die Stabsstelle Controlling, sie besteht aus drei Köpfen – dem Leiter Dirk Andres sowie Rainer Kadel und Christopher Rudolphi – und im Zentrum ihres Tuns steht das System Kaiserslautern Analyse Recherche, kurz Klar. Darin sollen alle Daten, die bei der Stadtverwaltung vorliegen, zusammengefasst werden, um so den Führungskräften, angefangen beim Stadtvorstand, möglichst schnell Informationen liefern zu können. Zur Verdeutlichung vergleicht Andres die Stadtverwaltung mit einem Schiff. „Der Kapitän will beispielsweise wissen, wie schnell das Schiff fährt, wie viele Leute auf dem Schiff arbeiten, wo es hingehen soll und wir im Moment gerade sind.“ Übertragen auf die Stadt kann das bedeuten, dass Oberbürgermeister Klaus Weichel Informationen über den aktuellen Haushalt braucht, über die tatsächliche Einwohnerzahl oder darüber, wie viel Energie in den städtischen Gebäuden verbraucht wird.

Ein Trio bewältigt die Aufgaben

Diese Daten tragen die drei zusammen, bereiten sie auf und basteln daraus das System Klar. Laut Kadel gibt es bei der Stadt „Unmengen von Daten“. Diese zu ordnen und einzupflegen, war eine Aufgabe des Trios, das dabei auf das Fachwissen der Sachbearbeiter zurückgreifen konnte. „Die Entscheidung fürs Controlling kam von oben, aufgebaut wird es aber von unten“, erklärt Andres. Und: „Jede Zahl ist geprüft.“ Eingepflegt sind mittlerweile die Daten rund um Einwohner und Finanzen der Stadt – dabei konnte auf spezielle Vorgänger-Programme teilweise zurückgegriffen werden – im Aufbau befinden sich laut Andres noch die Zahlen rund ums Personal und ums Bauwesen. Das System ist noch nicht voll einsatzbereit, dennoch kam aus dem Haus die Anregung, sich beim bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb eGovernment zu bewerben. Gesagt, getan, im April ging die Bewerbung raus. „Am 4. Mai um 16.26 Uhr kam die Nachricht, dass wir im Finale sind“, berichtet Andres, der diese Daten erst gar nicht nachschauen muss. Ein Faible für Zahlen gehört für einen Chef der Stabsstelle Controlling offensichtlich ins Anforderungsprofil. Dann war Tempo gefragt, eine Präsentation musste her, außerdem ein Imagefilm. „Dabei hat uns KL.digital enorm unterstützt“, lobt Kadel.

Im Zug nach Berlin

Zehn Tage später saßen Andres und sein Kollege Kadel im Zug nach Berlin. Und auch auf den letzten Metern vor der Präsentation wurde am Vortrag noch gefeilt, Dinge gestrichen, Formulierungen verfeinert. „Zweimal sind wir den Vortrag vorher noch mal durchgegangen“, berichtet Andres. Vor Ort hinterließen die beiden dann offenbar einen guten Eindruck. Die Frage Auftritt mit oder ohne Krawatte beantworteten die beiden diplomatisch: Kadel kam mit, Andres kam ohne. „Wir wollten zeigen: Wir können beides“, meint Andres dazu augenzwinkernd. Auf 15 Minuten Vortrag folgten 15 Minuten Fragerunde. „Die haben uns ganz schön gelöchert“, erinnert sich Kadel. Knapp 60 Bewerbungen gingen bei dem Wettbewerb ein, in der Kategorie „Bestes Modernisierungsprojekt“ hat es Klar schon mal unter die Top drei geschafft. Ob es für ganz oben reicht, wird Mitte Juni verkündet, die Entscheidung der Jury ist laut Andres bereits gefallen. Für den Publikumspreis kann indes noch bis August abgestimmt werden.

Info

Wer seine Stimme für die Bewerbung aus Kaiserslautern abgeben will, findet auf der Startseite der städtischen Homepage www.kaiserslautern.de einen Link.