Kaiserslautern
Kaiserslauterer Forscher beteiligen sich an digitaler Hannover Messe
Die Zahlen klingen beeindruckend: Laut Veranstalter waren 2019 etwa 6500 Aussteller aus unterschiedlichen Ländern auf der Hannover Messe vertreten, über 200.000 Besucher kamen, um sich auf dem Messegelände auf 220.000 Quadratmetern Standflächen über die neusten Trends zu informieren. 2020 dann der unfreiwillige Vollstopp: Die Messe fiel wegen der Corona-Pandemie aus. In diesem Jahr ist es anders, die Messe findet zum ersten Mal rein digital statt. Rund 1500 Aussteller werden daran teilnehmen, aus Kaiserslautern sind 17 Exponate am Start, wie die Science and Innovation Alliance informiert.
Die Technische Universität Kaiserslautern (TU) und die Hochschule Kaiserslautern sind am virtuellen Gemeinschaftsstand Forschung des Landes Rheinland-Pfalz vertreten, berichtet Klaus Dosch von der Kontaktstelle für Information und Technologie der TU. Seit knapp 30 Jahren übernimmt Dosch die Messe-Koordination. Trotz all seiner Erfahrung ist die Industrieschau in ihrer diesjährigen Form ein Novum für ihn – und mit viel Arbeit verbunden.
Professionelle Videos zu den Exponaten
Anstelle von Messeständen mussten Konzepte entworfen werden, um die Produkte digital präsentieren zu können. Die Entscheidung fiel dabei auf Videos, die ein professionelles Filmteam im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz für alle Aussteller des Gemeinschaftsstands aufgenommen hat. Gezeigt werden sie während eines Livestreams, an dem angemeldete Besucher teilnehmen können. Die Messe werde auf sieben Kanälen parallel Livestreams senden, erklärt Dosch. Im Anschluss an die Präsentation haben die virtuellen Besucher die Möglichkeit, mit den jeweiligen Ausstellern per Chat in Kontakt zu kommen, zusätzlich können Termine für Video-Telefonate vereinbart werden. Auch virtuelle Konferenzen finden statt. „Begegnungen müssen möglich sein“, betont Dosch das Hauptziel der Messe.
Alle TU-Teilnehmer, die im vergangenen Jahr angemeldet waren, werden in diesem Jahr digital an den Start gehen. „Wir hoffen auf ein gutes Ergebnis“, sagt Dosch. Bei 1500 Ausstellern gebe es eine größere Chance, wahrgenommen zu werden. Helfen könnte dabei ein Angebot der Messe: Ein Softwareprogramm schlägt den Besuchern passende Kontakte vor, die danach ausgewählt werden, wofür sich die Teilnehmer interessieren. Auf diesem Weg könnten die Exponate auch solchen Personen auffallen, die nicht aktiv nach ihnen suchen.
Damit die Teilnehmer aus aller Welt wegen den Zeitverschiebungen überhaupt digital teilnehmen können, wird die Messe von sechs bis 20 Uhr bespielt.
SmartFactory wichtiger Baustein
Seit vielen Jahren hat die Technologie-Initiative SmartFactory Kaiserslautern eine enge Verbindung zur Hannover Messe. Die Demonstrationsanlage, an der sich die Digitalisierung in der Industrieproduktion praktisch zeigen lässt, ist ein Magnet für Besucher aus aller Welt. Das soll auch in diesem Jahr so sein: „Wir sind mit einem umfangreichen Programm dabei und senden live aus der SmartFactory“, berichtet Pressesprecher Ingo Herbst.
Der Demonstrator ist fest in das Programm eingebunden. Während jedes Livestreams wird ein Experte ein besonderes Element vorstellen und anschaulich machen. Im Anschluss daran findet eine Expertenrunde zum jeweiligen Thema statt. Zudem ist der Demonstrator interaktiv im Internet zu erleben. Neben einem umfangreichen Messeprogramm wird auch der Youtube-Kanal der SmartFactory während der Messezeit bespielt. Wie in den Vorjahren gehört die SmartFactory zu den Highlights, die bei einer virtuellen Presse-Highlight-Tour zu sehen sein wird.
Im Internet
SmartFactory Kaiserslautern: Production Level 4, Komplexe Produktionssystem beherrschbar machen
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI):
„BIONIC“: intelligentes Sensornetzwerk zur Reduktion körperlicher Belastung am Arbeitsplatz
„InGewA“: intelligente Lösung für Gewerbesteuerbescheide
CoMem: Künstliche Intelligenz (KI) zur Assistenz im Unternehmen
Smart Construction: KI im Baugewerbe
Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE:
BaSys 4: Enabler für die flexible Produktion in der Industrie 4.0
Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM:
Leitprojekt Machine Learning for Production ML4P
Streaming-Slot zu Quantencomputing
Hochschule Kaiserslautern:
Nachwachsende Wertstoffproduktion durch neuartigen Photobioreaktor
Kunststoffdichtungen für Abfüllanlagen
Technische Universität (TU):
Intelligentes Prüfsystem erkennt automatisch Verschleißphasen
Software zu Halbleiterentwicklung
Autonome Baustelle: Nutzfahrzeuge und Baumaschinen vernetzen
TU-Racing Team KaRaT mit aktuellem Elektroboliden
„GENIAL!“: digitale Roadmap für Elektronik-Innovationen im Automobilbau
CompActive: intelligentes Material mit Formgedächtnis-Draht
Offene Digitalisierungsallianz Pfalz
Transfernetz Rheinland-Pfalz