Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslauterer Forscher beteiligen sich an digitaler Hannover Messe

Die Demonstrationsanlage der SmartFactory Kaiserslautern ist eines der Herzstücke der Hannover Messe. Gesendet wird live aus der
Die Demonstrationsanlage der SmartFactory Kaiserslautern ist eines der Herzstücke der Hannover Messe. Gesendet wird live aus der Trippstadter Straße.

Die Hannover Messe ist eine der größten Industriemessen der Welt, auf der Innovationen präsentiert und Kontakte geknüpft werden. In diesem Jahr findet die Industrieschau vom 12. bis zum 16. April zum ersten Mal rein digital statt. Was das für die Teilnehmer aus Kaiserslautern bedeutet.

Die Zahlen klingen beeindruckend: Laut Veranstalter waren 2019 etwa 6500 Aussteller aus unterschiedlichen Ländern auf der Hannover Messe vertreten, über 200.000 Besucher kamen, um sich auf dem Messegelände auf 220.000 Quadratmetern Standflächen über die neusten Trends zu informieren. 2020 dann der unfreiwillige Vollstopp: Die Messe fiel wegen der Corona-Pandemie aus. In diesem Jahr ist es anders, die Messe findet zum ersten Mal rein digital statt. Rund 1500 Aussteller werden daran teilnehmen, aus Kaiserslautern sind 17 Exponate am Start, wie die Science and Innovation Alliance informiert.

Die Technische Universität Kaiserslautern (TU) und die Hochschule Kaiserslautern sind am virtuellen Gemeinschaftsstand Forschung des Landes Rheinland-Pfalz vertreten, berichtet Klaus Dosch von der Kontaktstelle für Information und Technologie der TU. Seit knapp 30 Jahren übernimmt Dosch die Messe-Koordination. Trotz all seiner Erfahrung ist die Industrieschau in ihrer diesjährigen Form ein Novum für ihn – und mit viel Arbeit verbunden.

Professionelle Videos zu den Exponaten

Anstelle von Messeständen mussten Konzepte entworfen werden, um die Produkte digital präsentieren zu können. Die Entscheidung fiel dabei auf Videos, die ein professionelles Filmteam im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz für alle Aussteller des Gemeinschaftsstands aufgenommen hat. Gezeigt werden sie während eines Livestreams, an dem angemeldete Besucher teilnehmen können. Die Messe werde auf sieben Kanälen parallel Livestreams senden, erklärt Dosch. Im Anschluss an die Präsentation haben die virtuellen Besucher die Möglichkeit, mit den jeweiligen Ausstellern per Chat in Kontakt zu kommen, zusätzlich können Termine für Video-Telefonate vereinbart werden. Auch virtuelle Konferenzen finden statt. „Begegnungen müssen möglich sein“, betont Dosch das Hauptziel der Messe.

Alle TU-Teilnehmer, die im vergangenen Jahr angemeldet waren, werden in diesem Jahr digital an den Start gehen. „Wir hoffen auf ein gutes Ergebnis“, sagt Dosch. Bei 1500 Ausstellern gebe es eine größere Chance, wahrgenommen zu werden. Helfen könnte dabei ein Angebot der Messe: Ein Softwareprogramm schlägt den Besuchern passende Kontakte vor, die danach ausgewählt werden, wofür sich die Teilnehmer interessieren. Auf diesem Weg könnten die Exponate auch solchen Personen auffallen, die nicht aktiv nach ihnen suchen.

Damit die Teilnehmer aus aller Welt wegen den Zeitverschiebungen überhaupt digital teilnehmen können, wird die Messe von sechs bis 20 Uhr bespielt.

SmartFactory wichtiger Baustein

Seit vielen Jahren hat die Technologie-Initiative SmartFactory Kaiserslautern eine enge Verbindung zur Hannover Messe. Die Demonstrationsanlage, an der sich die Digitalisierung in der Industrieproduktion praktisch zeigen lässt, ist ein Magnet für Besucher aus aller Welt. Das soll auch in diesem Jahr so sein: „Wir sind mit einem umfangreichen Programm dabei und senden live aus der SmartFactory“, berichtet Pressesprecher Ingo Herbst.

Der Demonstrator ist fest in das Programm eingebunden. Während jedes Livestreams wird ein Experte ein besonderes Element vorstellen und anschaulich machen. Im Anschluss daran findet eine Expertenrunde zum jeweiligen Thema statt. Zudem ist der Demonstrator interaktiv im Internet zu erleben. Neben einem umfangreichen Messeprogramm wird auch der Youtube-Kanal der SmartFactory während der Messezeit bespielt. Wie in den Vorjahren gehört die SmartFactory zu den Highlights, die bei einer virtuellen Presse-Highlight-Tour zu sehen sein wird.

Im Internet

www.hannovermesse.de

Die Aussteller aus Kaiserslautern:

SmartFactory Kaiserslautern: Production Level 4, Komplexe Produktionssystem beherrschbar machen

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI):

„BIONIC“: intelligentes Sensornetzwerk zur Reduktion körperlicher Belastung am Arbeitsplatz

„InGewA“: intelligente Lösung für Gewerbesteuerbescheide

CoMem: Künstliche Intelligenz (KI) zur Assistenz im Unternehmen

Smart Construction: KI im Baugewerbe

Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE:

BaSys 4: Enabler für die flexible Produktion in der Industrie 4.0

Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM:

Leitprojekt Machine Learning for Production ML4P

Streaming-Slot zu Quantencomputing

Hochschule Kaiserslautern:

Nachwachsende Wertstoffproduktion durch neuartigen Photobioreaktor

Kunststoffdichtungen für Abfüllanlagen

Technische Universität (TU):

Intelligentes Prüfsystem erkennt automatisch Verschleißphasen

Software zu Halbleiterentwicklung

Autonome Baustelle: Nutzfahrzeuge und Baumaschinen vernetzen

TU-Racing Team KaRaT mit aktuellem Elektroboliden

„GENIAL!“: digitale Roadmap für Elektronik-Innovationen im Automobilbau

CompActive: intelligentes Material mit Formgedächtnis-Draht

Offene Digitalisierungsallianz Pfalz

Transfernetz Rheinland-Pfalz

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