Kaiserslautern
Jacob-Pfeiffer-Brücke: Bahnanteil am 18-Millionen-Euro-Projekt noch offen
Dass die Jacob-Pfeiffer-Brücke auf dem Einsiedlerhof ersetzt werden muss, ist klar. Das 1961 errichtete Bauwerk ist in einem schlechten Zustand. Aus diesem Grund wurde die maximale Belastung der Brücke bereits auf 16 Tonnen – das entspricht einem voll besetzten Omnibus – herabgestuft. 2020 wurden die korrodierten Rollenlager der Brücke ausgetauscht. Um zu verhindern, dass abplatzende Betonteile auf die darunter verlaufende Hochgeschwindigkeitsstrecke der Deutschen Bahn fallen, wurden Sicherungsnetze an der Unterseite gespannt.
Stabbogenbrücke als wirtschaftlichste Variante
Das bestehende Bauwerk soll durch eine Stabbogenbrücke ersetzt werden – laut Verwaltung die wirtschaftlichste von mehreren untersuchten Varianten. Dieser Empfehlung folgte der Bauausschuss Ende Januar, dem Alexander Mock, Abteilungsleitung Ingenieurbauwerke der Stadt Kaiserslautern, das weitere Vorgehen kurz erläuterte.
Bereits im Ortsbeirat Einsiedlerhof hatte Mock im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass für den Neubau der Brücke wohl eine 18-monatige Vollsperrung notwendig wird, von Juni 2029 bis Dezember 2030. Die Stadt hofft, für die Arbeiten die Sperrpause der Bahn nutzen zu können, die im zweiten Halbjahr 2029 die Strecke zwischen Saarbrücken und Ludwigshafen wegen einer Generalsanierung für sechs Monate voll sperren möchte. Gelingt das nicht, werden die Arbeiten an der Brücke voraussichtlich länger dauern und teurer werden.
Die bestehende Brücke soll sukzessive zurückgebaut, Richtung Kaiserstraße gezogen und dort zerkleinert werden. Derweil soll die neue Brücke auf dem Sportplatz neben dem Bürgerhaus auf dem Einsiedlerhof vormontiert werden. Die 65 Meter lange und 18 Meter breite Überbaukonstruktion wird dann mit sogenannten Mini-Trailern vom Sportplatz in Richtung Gleise transportiert und eingebaut, schilderte Mock im Bauausschuss.
Gesamtprojekt soll 18 Millionen Euro kosten
Da die neue Brücke breiter wird als das aktuelle Bauwerk, werden unter anderem auch die Zuwegungen erneuert. Der provisorische Kreisverkehr am Knotenpunkt Jacob-Pfeiffer-Straße/Carl-Billand-Straße/Liebigstraße wird ebenfalls ausgebaut, so Mock. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf 18 Millionen Euro, wobei der größte Teil auf die neue Brücke entfällt, die rund zwölf Millionen Euro kosten wird. Die Planung des Projekts wird 1,6 Millionen Euro verschlingen, jeweils rund eine Million Euro fallen für den Ausbau des Kreisverkehrs und die Neugestaltung der Zufahrten an. Zwei Millionen Euro werden zudem in Stützwände fließen. Weil es sich bei dem Ersatz der Brücke um eine sogenannte Kreuzungsmaßnahme handelt, muss sich auch die Bahn an den Kosten der neuen Brücke beteiligen. In welcher Höhe ist offen. Aktuell vertritt die Bahn die Auffassung, dass nur eine geringe Kostenbeteiligung notwendig sei, so Mock. Tritt allerdings das Infrastruktur-Zukunftsgesetz in Kraft, das Ende Februar im Bundestag beraten werden soll, könnte der Bahn-Anteil an den 12,2 Millionen Euro für die neue Brücke rund 50 Prozent betragen, stellte Mock in Aussicht. Ob sich die Bahn finanziell auch an den sonstigen Arbeiten beteiligt, sei Verhandlungssache. Für den städtischen Anteil an den Kosten für Brückenneubau, Kreisel, Stützwände und Zufahrten zur Brücke wird die Stadt eine 75-prozentige Landeszuwendung beantragen, erläuterte Mock gegenüber der RHEINPFALZ.
Während der Arbeiten kommen auf die Einwohner des Einsiedlerhofes wegen der Brücken- und Bahnsperrung massive Verkehrsbeeinträchtigungen zu. Geprüft werden soll daher, ob die Von-Miller-Straße und der Opel-Kreisel einen Teil des innerörtlichen Umleitungsverkehrs aufnehmen können. Ergebnisse liegen dazu noch nicht vor, sagte der Leiter des Tiefbaureferats Sebastian Staab, auf Nachfrage von Moritz Behncke in der Stadtratssitzung Anfang Februar. Am Donnerstag, 26. Februar, 19 Uhr, ist die Vorzugsvariante Thema im Ortsbeirat Einsiedlerhof.