Adventskalender „In der Weihnachtsbäckerei“: Erinnerungen an eine schöne Küchenschlacht
Lieblingsweihnachtslied? Habe ich nicht. Ich mag das alljährliche „Warten aufs Christkind“ mit Stephan Flesch in der Kammgarn, darf gerne etwas schnulzig sein. Und ich singe leidenschaftlich gerne. Wobei das nicht alle meine Mitmenschen prickelnd finden.
Ein Lied, bei dem ich automatisch mitträllere, und zwar laut, egal, wo ich gerade gehe oder stehe, ist Rolf Zuckowskis „In der Weihnachtsbäckerei“. Der Song ist weder besonders prosaisch noch auch nur ansatzweise intellektuell. Er ist im Gegenteil Kommerz pur. Aber irgendwie wird mir dabei warm ums Herz. Viele Erinnerungen hängen an dem Hit des Mannes mit der Gitarre. Als unsere Tochter den Kindergarten in Dansenberg besuchte, haben sie dazu ein kleines Musical aufgeführt, mit Backutensilien, Küchenhauben, Schürzen – wunderbar.
Durchs ganze Haus hallte der moderne Klassiker aus dem Jahr 1987 immer dann, wenn wir mit Kindern aus der Nachbarschaft in der Adventszeit gebacken haben. Da ging es genauso zu, wie von Zuckowski beschrieben. Der Boden klebte, Teig landete dort, wo er nicht hingehört, Kinderhände kneteten, formten Kipferl, stritten sich um Ausstechförmchen. Und genascht wurde bis zum Bauchweh. Manche Plätzchenladung kam nicht ganz rechtzeitig aus dem Ofen. Es war eine regelrechte Küchenschlacht. Wie im Original eben. Singt doch Zuckowski: „Sind die Plätzchen, die wir stechen, erstmal auf den Ofenblechen, warten wir gespannt: verbrannt.“ Oder: „In der Weihnachtsbäckerei, gibt es manche Leckerei, zwischen Mehl und Milch, macht so mancher Knilch, eine riesengroße Kleckerei, in der Weihnachtsbäckerei.“ Herrlich!
Adventskalender
In diesem Jahr befasst sich die Lokalredaktion mit der musikalischen Untermalung der besinnlichsten Zeit des Jahres und liefert ganz persönliche Sichtweisen auf Weihnachtslieder. Die Auswahl ist natürlich streng subjektiv.


