Kaiserslautern „Ich war mal drei, vier Wochen weg“

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Kaiserslautern. Der Kapitän ist wieder an Bord. Zumindest vorübergehend. Beim 0:0 der U23 des 1. FC Kaiserslautern am Samstag gegen den KSV Hessen Kassel zog er die Fäden im Mittelfeld, am Sonntag trainierte er wieder mit den Profis. Nicht einfach, das Leben zwischen den Welten, aber im Moment genießt er es.

Auch wenn er in Gedanken schon mal kurz woanders ist. Beispielsweise vergangenes Wochenende, als er für die erste Mannschaft in Sandhausen randurfte, während seine U23 beim 1. FC Saarbrücken alle Hände voll zu tun hatte. „Ich hab’ mich in der Halbzeit erkundigt, wie es steht“, gibt er zu und erzählt, dass er sich freute, als er vom Führungstreffer seiner Kameraden hörte. Diesmal war es umgekehrt, er wollte wissen, wie es bei den Profis steht, freut sich aber trotzdem, wieder bei seinen Jungs zu sein. „Ich war mal drei, vier Wochen weg, aber ich bin super wieder aufgenommen worden“. Der Ausflug hat ihm gutgetan, sagt er. „Ich habe die Woche ein bisschen defensiv trainiert, die Aggressivität und Konzentration, die ich oben hatte, mitgebracht. Es hat mir Selbstbewusstsein gegeben. Man tritt anders auf.“ Zum Sieg hat es für seine Mannschaft gestern trotzdem nicht gereicht. Auch weil die Hessen defensiv gut standen, im Mittelfeld dicht machten und immer wieder gefährlich nach vorn durchbrachen. Trainer Oliver Schäfer war trotzdem zufrieden mit dem Ergebnis und dem Spiel. „Es war ausgeglichen, Hessen Kassel und wir hatten Chancen. Das Spiel war vor der Taktik geprägt“, stellte er fest, meinte damit beispielsweise die Angriffe, für die Kassel auf Dreierkette umschaltete und „fast mit fünf Mann vorne war. Das war was Neues für meine Jungs, das haben sie aber gut gelöst.“ Maximilian Zimmer war einer das Aktivsten auf dem Feld. Er rannte die Außenbahn rauf und runter, verteidigte, leitete Angriffe ein. Der 23-jährige Mittelfeldmann, der zu Saisonbeginn vom SV Babelsberg dazugestoßen ist, hätte selbst fast getroffen, kurz vor der Pause, als seine Flanke nach einer Ecke am Pfosten landete, oder in der 52. Minute, als sein Ball das Außennetz streifte, oder in der 59., als sein Schuss rechts am Kasten vorbei ging. Als es zur Pause 0:0 stand, war sich sein Team einig: „Wir kriegen noch eine Chance. Wir wollten so weiterspielen wie vorher, die Null halten, dann kriegen wir die Chancen. Aber die Kasseler haben es gut gemacht“, sagt Zimmer. Schäfer: „Das war so ein Spiel, wo klar ist, dass der, der das erste Tor macht, gewinnt.“ Dass keines fiel, ist auch für Kapitän Pokar nicht tragisch. „Mit dem Punkt können wir gut leben. Wir habe es gerade defensiv sehr gut gemacht und immer wieder Nadelstiche gesetzt.“ Unterschiede zwischen seinem jungen und dem erfahrenen Team aus Hessen konnte der Trainer nicht viele sehen. „Ab und zu in den Zweikämpfen war Kassel ein bisschen cleverer, und wir schenken manchmal die Bälle zu einfach her.“

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