Kaiserslautern Horn-Knieriemen-Stiftung gegründet

Im Neubaugebiet Pariser Straße: Karl-Heinz Reidenbach mit Lukas und Thomas Knieriemen (von links).
Im Neubaugebiet Pariser Straße: Karl-Heinz Reidenbach mit Lukas und Thomas Knieriemen (von links).

Für den Kaiserslauterer Bauunternehmer Thomas Knieriemen ist es eine wichtige Investition in die Zukunft und ein Meilenstein seiner bisherigen Tätigkeit. Zusammen mit seinem Sohn Lukas hat er eine Stiftung ins Leben gerufen, von der künftig nicht nur Kaiserslautern, sondern die ganze Region profitieren soll.

Eingetragen ins rheinland-pfälzische Stiftungsregister wurde die Horn-Knieriemen-Stiftung mit einem Startkapital von 100.000 Euro, eine erste große Zustiftung ist im Gründungsjahr 2021 erfolgt. Geplant ist, das Stiftungskapital kontinuierlich aufzustocken. Die Stiftung ist keine Familienstiftung, sondern eine öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts.

„Wir werden das Stiftungskapital langfristig und sicher anlegen, auch in Immobilien“, erläutert Thomas Knieriemen, der bis 2021 geschäftsführender Gesellschafter der F.K. Horn GmbH & Co. KG war und jetzt als Gesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender der Siegelbacher Firma agiert. Die grundlegende Idee sei, künftig mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das sei in Zeiten rasant steigender Immobilienpreise wichtiger denn je, insbesondere für junge Menschen und Familien.

355 Mitarbeiter und 18 Auszubildende

Die Stiftung will Grundstücke erwerben, auch in Erbpacht, und darauf kostengünstige Mehr- und Einfamilienhäuser errichten und vermieten. Die Mieterlöse werden dann laut dem 62-Jährigen wie andere Erträge dazu genutzt, die Stiftungszwecke umzusetzen.

Knieriemen kann sich vorstellen, mehrere Projekte im Jahr mit der Stiftung zu realisieren. Er sei mit seinen 355 Mitarbeitern und 18 Auszubildenden in der ganzen Pfalz und darüber hinaus aktiv, realisiere Projekte in Mainz, der Vorderpfalz und im Donnersbergkreis. „Ich will etwas bewegen“, betont der Chef des über 90 Jahre alten Unternehmens. Er sei ein bisschen besessen vom Bauen. „Wir haben Untersuchungen darüber, wo es in Kaiserslautern noch Baulücken gibt, wo an erschlossenen Straßen noch freie Flächen sind.“ Das sei etwa in Siegelbach der Fall, am Geiersberg oder in den Flachsäckern.

Er führt das Unternehmen in der vierten Generation

Wohnungen würden dringend gebraucht, weil immer mehr Menschen zurück in die Stadt oder in größere Gemeinden wollten. Dabei gehörte Wohnungsbau von Anfang an gar nicht zum Kerngeschäft des Bauunternehmens, das Knieriemen in der vierten Generation und sehr schlank führt. Der promovierte Informatiker war vor über 30 Jahren in die Firma seines damaligen Schwiegervaters Heiner Berger eingestiegen. Immer wieder Grundstücke zu erwerben und zu bebauen, sei für ihn auch deshalb so wichtig, weil insgesamt über 1000 Menschen vom wirtschaftlichen Erfolg „bei Horn“ leben, erklärt Knieriemen, der vor neun Jahren den Gesellschafterkreis auf sich und seinen Sohn Lukas (30) konzentriert hat und damit die ursprüngliche Konstellation an der Spitze – Vater und Sohn – von 1928 wieder etablierte. Mittlerweile macht Hochbau knapp 70 Prozent des Umsatzes aus, als er einstieg, dominierten Straßen- und Tiefbau.

Es sei wichtig, Projekte in der Pipeline zu haben, wenn nicht genügend öffentliche Aufträge da sind. 2012 gründete Knieriemen deshalb die Projektentwicklungsgesellschaft Immo150, die beispielsweise das Wohngebiet in der Pariser Straße auf dem ehemaligen Gelände des Eisenbahnausbesserungswerks realisiert, zusammen mit der Lebenshilfe, für die sie eine Kita und einen Lebensmittelmarkt baut, zu günstigen Konditionen, wie Knieriemen betont. Die Gartenschau habe Horn ebenfalls von Anfang an unterstützt.

Thomas Knieriemen, seit 2020 im Präsidium der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz und im Vorstand der Zukunftsregion Westpfalz engagiert, verfolgt mit der Stiftung, wie er sagt, zwei Ziele. Erstens wolle er der Gesellschaft „auf ewig“ etwas zurückgeben. Er wolle aber auch sicherstellen, dass es dort, wo er seit 30 Jahren geschäftlich aktiv ist, weiter vorangeht. Wichtig sei ihm, politisch unabhängig und betriebswirtschaftlich unter sozialen Aspekten zu agieren.

Karl-Heinz Reidenbach im Vorstand

Thomas und Lukas Knieriemen werden mit Karl-Heinz Reidenbach, früherer Direktor der Kaiserslauterer Volksbank, der eine langjährige Erfahrung bei der Gründung und Betreuung von Stiftungen hat, die Horn-Knieriemen-Stiftung als Vorstand führen. Reidenbach betont: „Wir können mit dieser Stiftung ein breites Spektrum von Unterstützungsmöglichkeiten abdecken und wollen zu einer positiven Gestaltung von Städten und Gemeinden beitragen.“ Und warum eine Stiftung? „Firmen- und Privatspenden sind immer eine gute Sache, eine kapitalkräftige Stiftung aber kann in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nachhaltig helfen, die Situation von ehrenamtlichen Projekten, gemeinnützigen Vereinen und Einrichtungen zu verbessern.“

Auch Wissenschaft und Forschung fördern

Die Erträge aus dem Stiftungskapital können laut Satzung auch zur Förderung von Wissenschaft und Forschung eingesetzt werden, dem Naturschutz zugutekommen, der Heimatpflege, der Ortsverschönerung, Sport, Kunst und Kultur sowie Stipendien und Forschungsaufträgen. Geplant sei, Spielplätze zu errichten oder Grünanlagen anzulegen, dort in die Bresche zu springen, wo Kommunen oftmals finanzielle Mittel fehlten.

Wenn die Stiftung künftig Wohnbauprojekte realisiere, sei es wichtig, die Grundstücke möglichst vollflächig zu nutzen, bei den Grundrissen die gleichen Muster zu verfolgen und „in die Wiederholung zu gehen“. Nur so lasse sich günstiger Wohnraum schaffen, so Knieriemen. An der Pariser Straße seien die sogenannten Stadthäuser ein Erfolg. „Da bauen wir vier Einfamilienhäuser Wand an Wand, nicht als Reihenhäuser, aber sehr kompakt, das geht schlüsselfertig ab 260.000 Euro pro Haus.“

Knieriemen kann sich auch vorstellen, Einzeldenkmaler zu erwerben, zu sanieren und dann in der Stiftung als Anlage zu halten. So gebe es die Idee, den alten Spitzbunker an der Pariser Straße als außerschulischen Lernstandort für Schulklassen begehbar zu machen, „um Geschichte hautnah erleben zu können“. In der Steinstraße saniert er den Kolbenhof, eines der ältesten Häuser in Kaiserslautern.

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