Kaiserslautern Häusliche Gewalt oder Schlägerei auf dem Stiftsplatz? Weitere Ermittlungen nötig

Gericht braucht mehr Fakten: Hat der Lebensgefährte zuhause zugeschlagen oder eine Frau auf dem Stiftsplatz? Das soll nun weiter
Gericht braucht mehr Fakten: Hat der Lebensgefährte zuhause zugeschlagen oder eine Frau auf dem Stiftsplatz? Das soll nun weiter ermittelt werden.

Wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen, Bedrohung und zwei weiteren Fällen der (einfachen) Körperverletzung musste sich ein 47-Jähriger vor einem Kaiserslauterer Schöffengericht verantworten. Im Frühjahr soll er gegen seine 46-jährige Lebenspartnerin mehrfach gewalttätig geworden sein.

Der Mann soll sie am 23. März 2023 mit einer großen, mit Lebensmitteln befüllten Plastikdose beworfen haben, worauf die Frau eine Platzwunde am Kopf erlitten habe. Wenige Tage später soll er ihr mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben, woraufhin sie an der Lippe geblutet habe. In der Nacht vom 24. auf den 25. Mai soll er ihr zunächst mit der flachen Hand und dann mit mehreren Faustschlägen ins Gesicht geschlagen haben. Anschließend habe er ihr noch eine leere Whisky-Flasche auf den Kopf geschlagen, wodurch er ihr eine Platzwunde zugefügt habe. Nachdem die Frau im Bad ihre Wunde versorgt und sich wieder ins Bett gelegt habe, habe er sie noch mit dem beschuhten Fuß gegen den Brustkorb getreten und anschließen mit beiden Händen bis fast zur Besinnungslosigkeit gewürgt, dabei habe er gedroht, sie umzubringen.

Der Angeklagte räumte in der Verhandlung am Donnerstag Streitigkeiten mit seiner Lebensgefährtin, mit der er nach wie vor zusammen wohnt, ein. Anlass sei Eifersucht gewesen. Die Frau habe mehrere Verhältnisse, darunter eins mit einer Frau und eins mit zwei Männern. Beim Wurf mit der gefüllten Dose habe er sie nicht treffen wollen. Die übrigen Vorwürfe stritt er ab. Insbesondere habe sich seine Partnerin die erheblichen Verletzungen am Kopf bei einer Schlägerei auf dem Stiftsplatz zugezogen.

Gericht gibt sich mit Aussage nicht zufrieden

Dies bestätigte die als Zeugin vernommene Frau. Sie sei am Stiftsplatz von einer anderen Frau geschlagen worden. Auf Vorhalt ihrer anderslautenden bei der Polizei gemachten Angaben, durch die sie ihren Lebensgefährten in allen Anklagepunkten belastet hatte, erklärte sie, dass diese Bekundungen falsch gewesen seien. Sie sei damals „sauer“ auf ihren Mann gewesen.

Damit gab sich das Gericht aber nicht zufrieden. Es setzte das Verfahren aus und beauftragte die Staatsanwaltschaft mit weiteren Ermittlungen. Dabei soll geklärt werden, ob es die angebliche Schlägerei der Frau auf dem Stiftsplatz tatsächlich gegeben hat. Außerdem soll ein DNA-Abgleich vorgenommen werden.

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