Kaiserslautern Gesandter betont Solidaritätsgedanken

Der Europabeauftragte bei der Stadtverwaltung, Gerhard Degen, begrüßte gestern Abend die Gäste zum bulgarischen Abend.
Der Europabeauftragte bei der Stadtverwaltung, Gerhard Degen, begrüßte gestern Abend die Gäste zum bulgarischen Abend.

Zu einem bulgarischen Abend mit Politik, Kultur und Kulinarik hatte die Stadt Kaiserslautern zusammen mit dem Europa Direkt Informationszentrum gestern Abend in den Pfalzgrafensaal geladen. Anlass war die Übernahme der rotierenden EU-Ratspräsidentschaft durch die Republik Bulgarien im ersten Halbjahr 2018.

„Einheit macht stark“, verwies Plamen Bounzin, Gesandter in der Botschaft Bulgariens in Berlin, auf das Motto der Ratspräsidentschaft. „Es beinhaltet eine Verantwortung und eine Chance.“ Europa und die Welt würden mit wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen konfrontiert. Umso mehr sei unter den europäischen Ländern Solidarität erforderlich. Solidarität sei entscheidend für Frieden, Freiheit und Demokratie, sagte Plamen Bounzin. Ein stabiles Europa braucht Transparenz und eine Verlässlichkeit seiner Partner. Eine Stärkung der Wirtschaft und Währungsunion müsse auch ökologische Aspekte berücksichtigen, erinnerte er an eine effiziente Nutzung der Ressourcen. Gemeinsame Lösungen forderte er für Stabilität und Sicherheit in Europa sowie für eine effiziente Steuerung des Migrationsprozesses. Weiter sprach sich Plamen Bounzin für die Erhaltung des Kulturerbes aus und forderte mehr Investitionen für Bildung und Forschung. Deniz Alkan, der Leiter der Abteilung „Europa und Internationale Beziehungen“ in der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, würdigte den halbjährlichen Wechsel in der Ratspräsidentschaft der EU als eine „tolle Initiative“. Die jährliche Europa-Woche trage dazu bei, Europa bekannter zu machen. „Europa gewinnt an Stärke. Die Mehrheit der Bürger glaubt an eine Zukunft Europas. Europa ist mehr als eine gemeinsame Währung“, so Alkan. Die Herausforderungen seien riesig, erinnerte er an die Asylproblematik und die Brexit-Verhandlungen. Die Beziehungen zwischen Bulgarien und Rheinland-Pfalz bezeichnete er als freundlich und von tiefer Partnerschaft geprägt. Ein Austausch finde zwischen der Wirtschaft, Wissenschaft und Polizei statt. Eingangs hieß Oberbürgermeister Klaus Weichel die Gäste willkommen. Er skizzierte die Historie der Stadt, den Wandel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft und positionierte Kaiserslautern als eine weltoffene und internationale Großstadt. Unter den vielen bulgarischen Bürgern, die es in den vergangenen Jahren nach Kaiserslautern gezogen habe, sei der Anteil Studierender beachtlich hoch, so Weichel. Beigeordneter Peter Kiefer würdigte die seit 1999 bestehende Partnerschaft zwischen Kaiserslautern und Pleven. Musikalisch gestalteten Jan Naydenova Zelenogorska, Chavdar Strahilov Valkov und Sanjar Sapaev mit virtuosen Beiträgen auf ihren Violinen den bulgarischen Abend.

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