Kaiserslautern
Gartenschau in Finanznot: Ex-Chef hat ein „Déja-vu“, CDU will Zuschuss prüfen
2008 hat die Gemeinnützige Integrationsgesellschaft Kaiserslautern mbH (iKL) die Kaiserslauterer Gartenschau übernommen. Der Park ist ein Publikumsmagnet. Gegenüber der RHEINPFALZ berichtete David Lyle, der geschäftsführende Vorstand der Lebenshilfe Westpfalz, nun allerdings von finanziellen Schwierigkeiten. Die Lebenshilfe ist neben der Stadt eine der Gesellschafterinnen der iKL, hält mit 51 Prozent die Mehrheit. Bislang habe man den Betrieb der Gartenschau querfinanziert, so Lyle, etwa durch die Waschstraße und die Tankstelle in der Pariser Straße oder den Lego-Onlinehandel. Auch die Stadt zahlt einen Zuschuss. Der sei aber seit 17 Jahren nicht mehr erhöht worden. Inzwischen finde man jedoch keine Lösungen für die Finanzierung mehr. „Wir sind in Not“, sagte Lyle der RHEINPFALZ.
Zinßmeister: „Ein unverzichtbarer Standortfaktor“
„Als im Jahr 2008 die Gartenschau von der Lebenshilfe als Träger übernommen wurde, war das ein Glücksfall für die Stadt. Ohne die Lebenshilfe würde es die Einrichtung schon lange nicht mehr geben“, schreibt nun Thomas Zinßmeister. Vor der Übernahme durch die Lebenshilfe war er acht Jahre lang Geschäftsführer der Gartenschau. „Jedes Jahr plagten mich Gedanken, wie wir das Jahr wirtschaftlich überstehen würden. Als ich jetzt den Artikel las, hatte ich ein Déja-vu“, berichtet Zinßmeister. „Ich erlaube mir an dieser Stelle ein paar Fakten zu nennen: 500.000 Besucher pro Jahr, das ist das Fünffache der Stadtbevölkerung! In 25 Jahren mehr als zehn Millionen Besucher! – neben unserem geliebten FCK ein aus meiner Sicht unverzichtbarer weicher Standortfaktor!“, betont er. Bundesweit gebe es nach seiner Kenntnis auch 25 Jahre nach einer Landesgartenschau kein vergleichbares Beispiel. „Das sollte es unserer Stadtpolitik wert sein, diese Einrichtung zu erhalten. Daher mein Appell an die Lebenshilfe: Dran bleiben, auch im Sinne der beeinträchtigten Menschen!“, fordert Zinßmeister.
CDU will Lyle in Stadtrat einladen
Eine Reaktion aus der Stadtpolitik gibt es derweil auch: „Mit Erschrecken haben wir der Berichterstattung entnommen, dass die Weiterführung der Gartenschau gefährdet ist. Die Gartenschau ist ein zentraler Anlaufpunkt für Familien und Bürger in Kaiserslautern sowie einer der größten integrativen Arbeitgeber in Deutschland“, betont die CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Ursula Düll. Die CDU beantragt daher für die Sitzung des Stadtrats am 6. Oktober, David Lyle, den Geschäftsführer der iKL mbH, einzuladen. Er soll dem Stadtrat darlegen, wie sich die wirtschaftliche Lage der Gartenschau aktuell darstellt, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden und in welcher Höhe ein Zuschuss notwendig ist, um den Betrieb dauerhaft zu sichern, so die CDU. Dann soll im Stadtrat beraten werden, ob ein erhöhter Zuschuss für die Gartenschau im Haushalt 2026 erforderlich ist. „Uns ist wichtig, dass wir frühzeitig belastbare Informationen erhalten, um in den laufenden Haushaltsberatungen verlässlich handeln zu können. Es geht hier um eine Einrichtung, die für unsere Stadt von erheblicher Bedeutung ist“, so Düll.