Fußball
FCK-U17: Tor-Spektakel gegen den „Glubb“
Der 1. FC Nürnberg scheint den Pfälzern zu liegen. Denn bereits das Hinspiel im Frankenland gewannen die Nachwuchsteufel mit 4:1. Und auch diesmal fanden sie Antworten, immer wieder. Trainer Maurizio De Vico sagte nach Abpfiff: „Was wir uns vorgenommen haben, ist weitestgehend aufgegangen. Ich bin sehr stolz auf die Leistung meiner Mannschaft gegen einen sehr guten Gegner.“
Aber der Reihe nach. Der FCK kam ordentlich in die Partie, hatte früh Glück, dass Enes Bayraktar nach fünf Minuten einen Nürnberger Abschluss auf der Linie klären konnte. Danach wurde Kaiserslautern zielstrebiger, gewann „zweite Bälle“ und schob die Partie Schritt für Schritt in die Nürnberger Hälfte. Nach schnellem Umschalten setzte Hamza Ohran nach knapp einer halben Stunde ein erstes Ausrufezeichen. Kurz darauf war es eine saubere Spielverlagerung, die den Lauterer Führungstreffer einleitete. Die Roten Teufel zogen Nürnberg auf eine Seite, dann kam der Blick für Louis Mohr, der aus gut 16 Metern frei zum Abschluss kam und in der 34. Minute das 1:0 markierte.
Psychologisch ungünstig
Doch Nürnberg schlug noch vor der Pause zurück. Der FCK bekam eine Umschaltszene nicht sauber wegverteidigt, erst Pfosten, dann der Abstauber zum 1:1 durch Emmanuel Oriokason zu einem psychologisch ungünstigen Zeitpunkt kurz vor dem Gang in die Kabine (45.).
Und weil es gegen einen Gegner wie Nürnberg nie nur um „Ordnung“ geht, sondern immer auch um individuelle Qualität, drehte der „Glubb“ nach der Pause die Partie. Marko Soldic traf nach 48 Spielminuten zum 1:2, eiskalt und platziert ins rechte untere Eck aus Sicht des FCK-Keepers. „Alles zu verteidigen ist gegen einen solchen Gegner beinahe unmöglich“, so Lautern-Coach De Vico.
In der 62. Minute setzte sich der eingewechselte Nichita Cucuruz, der am Vortag noch mit der U19 in Hannover unterwegs war, stark durch und hob den Ball fein zum 2:2 über den Nürnberger Keeper. De Vico lobte die Reaktion seiner Mannschaft: „Nach einem Gegentor ist es nicht einfach, einen kühlen Kopf zu bewahren. Aber die Jungs haben das heute überragend gemacht.“
Das Spiel gedreht
Der 1. FC Kaiserslautern blieb in dieser Phase am Drücker und drehte das Spiel. Malakai Hoover chippte den Ball butterzart in den Lauf von Louis Mohr, der sich durchsetzte und in die Mitte legte. Im Gewusel stand Hamza Ohran goldrichtig und schob zum vielumjubelten 3:2 ein (65.).
Doch Nürnberg konterte erneut und zeigte, warum Marko Soldic als fränkisches Nachwuchsjuwel gilt. Er nahm Maß und jagte den Ball aus der Distanz zum 3:3 in die Pfälzer Maschen (72.). Nicht umsonst hat Miroslav Klose ihn in dieser Saison schon in der Zweiten Liga eingesetzt. Das ist eine Qualität, die man in solchen Momenten spürt.
Nur hatte der FCK an diesem Tag noch einen Punch. Eine Kombination über links, eine punktgenaue Flanke, und Nichita Cucuruz stieg am höchsten. Sein Kopfball zum 4:3 in der 84. Minute machte aus einem offenen Schlagabtausch einen Heimsieg, der nach dem Spielverlauf auch verdient war.
Vier aus dem Jungjahrgang
De Vico war vor allem von der Herangehensweise seiner Elf überzeugt. „Es war heute wichtig, dass wir das Heimspiel gewonnen haben“, sagte der FCK-Trainer. Er verwies zudem auf die Tiefe im Kader und auf den nächsten Schritt in der Entwicklung: „Ich bin stolz auf die Art und Weise, wie wir heute aufgetreten sind. Vor allem vor dem Hintergrund, dass auch heute vier Spieler aus dem Jungjahrgang dabei waren.“
Vier Tore gegen den 1. FC Nürnberg sind keine Selbstverständlichkeit, umso mehr in einem Spiel, das so offen war. „Wir haben uns viele Torchancen herausgespielt und das auch viermal nutzen können“, so Maurizio De Vico. Die Gegentore werde man „natürlich thematisieren“, sie seien vor allem der Nürnberger Qualität geschuldet.
Durch den Sieg lebt die minimale Restchance auf das Weiterkommen in die nächste Runde. Am kommenden Samstag geht es zum FC Bayern nach München, eine harte Nummer. Aber nach diesem Nachmittag auf dem Fröhnerhof gilt weiter: Diese Mannschaft hat noch Puls.