Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel FCK II besiegt Wiesbach: Wenn Steine vom Herz fallen

Felix Geisler (Mitte) jubelt nach seinem Kopfballtreffer zum 1:0 für den FCK II bei Hertha Wiesbach mit Vorlagengeber Aaron Tshi
Felix Geisler (Mitte) jubelt nach seinem Kopfballtreffer zum 1:0 für den FCK II bei Hertha Wiesbach mit Vorlagengeber Aaron Tshimuanga (links) und Kapitän Jean Zimmer.

Nach drei Unentschieden holt der FCK II in der Oberliga wieder einen Sieg. Dabei spielen „Joker“ eine große Rolle. Eine wohl schwerere Verletzung trübt aber die Freude.

Es gibt in Fußballspielen immer mal wieder diese Momente, wo man sozusagen die Steine förmlich hören kann, die jemandem vom Herzen fallen. Beim Oberligaspiel des 1. FC Kaiserslautern II beim FC Hertha Wiesbach war am Mittwochabend dieser Moment die 74. Minute. Da besorgte Stürmer Chinedu Chukwukelu, nicht einmal eine Minute vorher eingewechselt, nach schönem Zuspiel von Shawn Blum das 2:0 für den FCK II, was nicht nur bei seinen Mitspielern und seinem Trainer Alexander Bugera, sondern auch bei den zahlreichen FCK-Anhängern unter den knapp 420 Zuschauern für ein erleichtertes Luftholen sorgte. Der „Joker“ stach sofort.

„Klar, das hat uns allen gutgetan“, bestätigte der 19-jährige Chukwukelu. „Wenn man nachlegen kann in einem Spiel, das mit einem Treffer noch nicht entschieden ist, nimmt das auch ein wenig die Last vom Team.“ Und vom Trainer, wie Bugera zugab: „Wenn es nach 70 Minuten 1:0 steht, hat man schon ein bisschen im Hinterkopf – die Jungs natürlich auch – wie das vergangenen Samstag gegen Gau-Odernheim gelaufen ist, wo wir in der Nachspielzeit noch den Ausgleich kassiert haben. Von daher war das 2:0 enorm wichtig für uns.“ Chukwukelu lobte aber auch seinen Vorbereiter Blum: „Ich kenne Blumi ja jetzt schon ziemlich gut und weiß, wo seine Bälle ungefähr hinkommen – und da war’s einfach meine Aufgabe, den dann auch im Tor zu versenken.“

Das beste Auswärtsteam

Dabei begann die Partie des zu diesem Zeitpunkt zweitbesten Heimteams – der FC Wiesbach holte 31 seiner bislang 38 Punkte im eigenen Stadion – gegen das beste Auswärtsteam der Oberliga denkbar unglücklich für den FCK II. In der dritten Minute zog Vladislav Fadeev, diesmal wieder in der Startelf, im Strafraum ab, Wiesbachs Torwart Florian Barth parierte. Zugleich traf ein Wiesbacher Abwehrspieler Fadeev am Standbein. Der 22-Jährige wurde lange behandelt, musste vom Feld. Für ihn kam Aaron Tshimuanga. „Vladi hatte starke Schmerzen. Er ist ins Krankenhaus gefahren, da müssen wir jetzt abwarten, was dabei rauskommt“, berichtete FCK-Trainer Bugera. „Aber er wird uns wohl die nächsten Spiele fehlen.“

Gut für den FCK II: Auch Tshimuanga fügte sich als „früher Joker“ gleich gut ein. Denn er bereitete mit einer präzisen Flanke von rechts das 1:0 durch Felix Geisler vor, der seinen Kopfball wuchtig im Wiesbacher Tor unterbrachte (27.). Der Saarbrücker im FCK-Dress trifft im Saarland – auch etwas Besonderes für den 21-Jährigen, der in knapp einer Woche seinen 22. Geburtstag feiert. „Es freut mich natürlich, dass ich hier im Saarland auch mal treffe“, gab er zu und lobte ebenfalls den Vorbereiter. „Das war schon überragend von Aaron. Ich seh’ kurz aus dem Augenwinkel, dass er die Flanke bringt und bin da voll reingelaufen.“ Ansonsten hatte der Stürmer keinen leichten Stand, fast jede Aktion wurde gegen ihn gepfiffen, die seiner Gegenspieler, die ihn hielten oder schoben, dagegen so gut wie gar nicht. Geisler nahm’s gelassen: „Was soll ich machen? Der Schiedsrichter sitzt im Endeffekt immer am viel längeren Hebel.“

Zittern und Erleichterung

Und so begann beim FCK II das Zittern, weil der erlösende zweite Treffer einfach nicht fallen wollte, unter anderem traf Owen Gibs nur den rechten Pfosten (63.). Bis dann eben Chukwukelu für Geisler kam und sozusagen den „Deckel drauf“ machte. Beinahe hätte noch ein dritter „Joker“ gestochen, als Ben Jungfleisch, in der 89. Minute eingewechselt, alleine in der Nachspielzeit aufs Wiesbacher Tor zusteuerte, aber an Torwart Barth scheiterte. „Nach dem 2:0 hätten wir noch das dritte Tor machen müssen“, sagte Trainer Bugera, fügte aber sofort an: „Ich bin einfach froh, dass wir jetzt die drei Punkte geholt haben.“

Am Samstag geht es zum Abschluss der Englischen Woche schon weiter. Dann ist der FV Dudenhofen (15 Uhr), der noch gegen den Abstieg kämpft, auf dem Fröhnerhof zu Gast. Trainer Bugera erwartet am Samstag wieder „ein Geduldsspiel“ für seine Mannschaft: „Die werden wohl tief stehen.“ Damit rechnet auch Stürmer Chukwukelu, sieht es aber eher pragmatisch. „Die Aufgabe wird dieselbe sein wie jetzt in Wiesbach: den Gegner zu bespielen, unsere Chancen zu nutzen im letzten Drittel“, sagte der 19-Jährige. „Chancen können wir uns immer herausspielen, aber wir müssen dann am besten früh treffen und dem Gegner dadurch das Momentum nehmen. Das wird auch wieder die Mission sein für das Spiel gegen Dudenhofen: den Dreier einfahren.“

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