Kaiserslautern Für nahtlose Weiterversorgung

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In einem Pilotprojekt koordiniert das Westpfalz-Klinikum das Vorhaben „Sektorenübergreifendes Aufnahme- und Entlassungsmanagement in der Westpfalz“. Ziel des Vorhabens ist es, die Entlassung, aber auch die Aufnahme von Patienten mit den ambulanten Bereichen so abzustimmen, dass eine nahtlose Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt gewährleistet ist. Gestern gab es im Klinikum eine Zwischenbilanz zu dem Projekt, das bis 2017 läuft. Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler konstatierte gestern im Klinikum, es handele sich bei dem Thema um ein drängendes Problem.

Die rheinland-pfälzische Ministerin nannte Kriterien, die es zu erfüllen gelte. Dazu gehören die zeitnahe Übermittlung der Patientendaten und die Sicherstellung der medizinischen Versorgung des Patienten nach seiner Entlassung. Gerade für ältere Patienten sei es wichtig, dass sie nach einem Klinikaufenthalt nahtlos weiterversorgt würden. Es dürften keine Versorgungslücken entstehen, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Bis auf die Ausnahme „Notfall“ solle durch das Management auch verhindert werden, dass Patienten ungeplant wieder in eine Klinik aufgenommen würden. Sabine Bätzing-Lichtenthäler bezeichnete das Projekt auch deshalb zukunftsweisend, weil der Gesetzgeber Forderungen dazu aufgestellt habe, die jedoch in der rheinland-pfälzischen Version übertroffen würden. Hier gehe es nicht nur um ein Krankenhaus, sondern die Aufnahme und Entlassung der Patienten würden mit allen Kliniken und medizinischen Versorgern in der Westpfalz abgestimmt. Das „Leitprojekt“, wie sie es nannte, sei in einer Region mit 500.000 Einwohnern von großer Bedeutung, die sich zudem daran ermessen lasse, dass allein das Westpfalz-Klinikum pro Jahr 160.000 Patienten versorge. Peter Förster, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, informierte zum Projektstand. Der Aufbau laufe seit 2010. In einem ersten und zweiten Schritt seien alle Krankenhäuser in der Westpfalz besucht und die Aufnahmeprozesse besprochen und analysiert worden. Momentan befinde sich das Projekt in Phase 3, in der alle Instrumente, die eine bessere Koordination und Kooperation zwischen den Einrichtungen gewährleisten sollen, erprobt werden. Instrumente sind beispielsweise eine Aufnahme-Check-Liste, die Doppelerhebungen vermeiden soll und die von den Praxisärzten an die Kliniken übermittelt wird. Ein vorläufiger, auch standardisierter Entlassungsbericht soll den Praxisarzt informieren. Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung sollen in einer Pilotstation am Westpfalz-Klinikum in der Klinik für Innere Medizin II erkannt werden. Die vierte Phase sieht die Evaluation, die Bewertung des Projekts vor. Ziel ist es nach den Worten Försters in der ganzen Westpfalz und über alle Kliniken hinweg eine abgestimmte Entlassung zu erarbeiten. Dazu zählen neben den Kliniken auch die Pflegeheime, die Pflegestützpunkte und die niedergelassenen Praxisärzte. Bei der Pressekonferenz mit dabei waren auch Vertreter aller Kooperationspartner. Etwa Jutta Falkenstein, die als Sprecherin der Pflegestützpunkte in der Stadt Kaiserslautern betonte, dass die Pflegestützpunkte häufig Ansprechpartner für Betroffene und Angehörige seien, wenn Patienten entlassen würden. Ihre Fragen beträfen überwiegend die Nachversorgung. Axel Motzenbäcker vom Ärztenetzwerk Medi-Südwest sah es als „große Aufgabe“ an, die Ärzteschaft von der Notwendigkeit des Entlassungsmanagements zu überzeugen. An gemeinsamen Normen und Standards ist das Städtische Krankenhaus Pirmasens interessiert, betonte Geschäftsführer Martin Forster. Auch die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz sieht es als ihre vordringliche Aufgabe an, zu erreichen, dass ihre Vertragsärzte das Projekt akzeptieren. Es entlaste die Ärzte unter anderem von Bürokratismus, meinte Geschäftsbereichsleiter Gunther Beth. (ita)

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