Kaiserslautern Erstes Fahrradkino: Strampeln im Kohlenbunker
So richtig rund lief es zwar nicht: Beim Filmstart um 19 Uhr war es noch viel zu hell. Ein Flop war der Abend dennoch auf gar keinen Fall. Die Besucher im Kohlenbunker genossen die besondere Atmosphäre – es gab Burger, Eis und kalte Getränke – und hatten Spaß daran, sich „abzustrampeln“. Denn damit der Dokumentarfilm „Cycling Cities“ von Ingwar Perowanowitsch lief, musste auf acht Fahrrädern kräftig in die Pedale getreten werden, um die notwendige Energie zu erzeugen. Die Zuschauer wechselten sich ab, auch nach dem Film blieben einige noch vor Ort. Schließlich bot der Streifen Gesprächsstoff. Er zeigt, wie lebenswerte Städte in Europa – etwa Paris, Utrecht oder Kopenhagen – die Verkehrswende geschafft haben, wie sie Alternativen zum Auto anbieten und Radfahrern den roten Teppich ausrollen. Da habe Kaiserslautern noch viel zu tun, war immer wieder zu hören. Auch wenn es jetzt schon zwei Fahrradstraßen gibt. Der Film machte definitiv Mut, zumal er an etlichen Stellen auch deutliche Signale an die Kommunalpolitik sendete. Etwa den Hinweis, nicht nur an die nächsten Wahlen zu denken. Paris beispielsweise hat den Stadtraum einfach umverteilt, hat 170.000 Bäume gepflanzt, Parkplätze in Parks umgewandelt. Bei den Wegen im Stadtzentrum wird in der französischen Hauptstadt viel öfter das Rad als das Auto genutzt.
Veranstalter des Abends, der beim Publikum sehr gut ankam und vor allem auch viele junge Leute angelockt hatte, war die Stadtverwaltung im Rahmen der Aktion „Stadtradeln“. Am Rande war zu hören, dass es auch in Zukunft Filmabende im Kohlenbunker geben soll. So gibt es Überlegungen, dort auch den neuen Film zum Stadtjubiläum „Lauter Lautrer Geschichten“ von Bernd Schmitt zu zeigen.


