Kaiserslautern Erst Bier, jetzt Honig

Die Technische Universität Kaiserslautern bekommt Zuwachs: Anfang April werden drei Bienenvölker ein neues Zuhause auf dem Campus haben. Für den Umzug der Bienen vom Imker in den Fachbereichsgarten der Biologie ist alles vorbereitet. Dort erwartet die Insekten ein extra für sie neu errichtetes Bienenhaus.

„Wir wollen einen Beitrag zum Erhalt der Bienen und für die Umwelt tun“, bringt es Professor Roland Ulber, Leiter der Arbeitsgruppe Bioverfahrenstechnik am Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik, auf den Punkt. Beim letzten Sommerball hat er Professor Helmut Schmidt, den Präsidenten der TU, auf das Vorhaben, eine Bienen-AG ins Leben zu rufen, angesprochen und bei ihm offene Türen eingerannt. „Der Präsident war begeistert und hat uns spontan seine Unterstützung zugesagt“, so Ulber. Die Idee aus dem Lehrgebiet Bioverfahrenstechnik fand bei Studierenden, Mitarbeitern und Dozenten eine positive Resonanz. Zwischenzeitlich gehören der Bienen-AG Teilnehmer aus der Biologie, der Chemie und der Physik an. Zusammenarbeiten will die Arbeitsgemeinschaft mit einem Imker aus der Region. Er soll ihr Ansprechpartner für Ratschläge zur Haltung und Pflege der Bienen sein. So ganz uneigennützig ist das Projekt aus dem Fachbereich Bioverfahrenstechnik nicht. Mit einer Brau-AG hat Nils Tippkötter bereits vor ein paar Jahren begonnen, Studierende an die Praxis der Verfahrenstechnik heranzuführen. Diverse Biersorten wurden gebraut und bei Wettbewerben über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus für gut befunden. So war der Weg von der Brau-AG zur Bienen-AG nicht weit. Denn mit dem Honig haben der promovierte Verfahrenstechniker und sein Kollege Al-Kaidy Huschyar schon ihre Vorstellung. Gemeinsam mit der Brau-AG schwebt ihnen vor, neben Honig auch Honigwein und Honigbier herzustellen. Gedacht seien die Erzeugnisse als Präsente. Des Weiteren sollen die Bienenstöcke für Forschungszwecke Verwendung finden. Dazu wurden in die Bienenstöcke Schaukästen eingebaut. „Man kann hineinschauen und die Bienen beobachten“, erläutert Tippkötter. Ergänzt werden sollen die Bienenstöcke durch Sensoren, Messtechnik und eine Webkamera. Studierende werden die Möglichkeit haben, das Verhalten der Bienen für Facharbeiten wissenschaftlich zu untersuchen. Letztlich versprechen sich die Initiatoren mit dem Bienenhaus mehr Attraktivität für den Fachbereichsgarten der Biologen. Der sei auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Interessenten hätten so die Gelegenheit, einen Blick in den Garten und auf das Bienenhaus zu werfen. Eine erste Gelegenheit, mit der Bienen-AG in Kontakt zu kommen, bietet die „Nacht, die Wissen schafft“ am Freitag, 25. April, auf dem Campus der TU. Da ist ein Blick auf die Bienenstöcke möglich. Die Brau-AG wird außerdem mit 80 Litern frisch gebrautem rötlichen Weizenbier präsent sein. (jsw)

x