Meinung Entscheidungen nicht im stillen Kämmerlein treffen
Warum die CDU die Presse zur Nominierung ihres Landtagskandidaten nicht eingeladen hat, ist klar. Die Öffentlichkeit sollte möglichst nicht erfahren, dass man sich im Vorfeld nicht auf einen Kandidaten verständigen konnte, mit Marc Fuchs und Ursula Düll stattdessen zwei Mitglieder der Führungsmannschaft gegeneinander angetreten sind. Daher fand sich auch in der Pressemitteilung kein Wort dazu.
Es ist verständlich, dass man das eigene Personal davor schützen möchte, womöglich beschädigt aus einer solchen Abstimmung zu gehen. Aber der Wettstreit um die besten Ideen und um das beste Personal gehört in der Demokratie dazu – zwischen Parteien, aber auch parteiintern. Fuchs und Düll betonen einhellig, dass die Kampfkandidatur keinen Einfluss auf ihre Zusammenarbeit haben wird. Das mag durchaus so sein. Aber gerade weil die Partei (erfolglos) versucht hat, hinter verschlossenen Türen zu nominieren, bleibt jetzt Raum für Zweifel und Spekulationen. Da wäre es besser gewesen, beide Bewerber hätten die Chance gehabt, bei der Veranstaltung (presse)öffentlich zu erklären, warum sie eine Kandidatur anstreben.
