Kaiserslautern
Ein Angebot, das er (nicht) ablehnen kann: Dachdeckermeister Udo Heyl in der TV-Show „Die Höhle des Löwen“
Es sind nur wenige Schritte, doch sie haben es in sich. Wer sich bei der Fernsehshow den Investoren stellen will, muss durch einen Löwenkäfig direkt auf sie zulaufen – ein beklemmendes Gefühl, wie Udo Heyl erzählt. Er hat seinen Fernsehauftritt gestern zum ersten Mal selbst gesehen und ist zufrieden. Er sei schon etwas nervös gewesen, das sei ihm in dem Moment vor der Kamera aber gar nicht aufgefallen.
Mit dem, was gezeigt wurde, ist der Dachdeckermeister zufrieden, auch wenn es längst nicht alles sei, was an diesem Tag gedreht worden sei. „Ich hatte die längste Sendezeit mit zwei Werbeunterbrechungen“, berichtet Heyl. Für seine Leikosi, die an Dachrinnen, Balkonbrüstungen, Fensterstürzen und Flachdächern befestigt werden kann, gab es von den Löwen viel Lob. Unternehmerin Judith Williams war sofort begeistert und berichtete davon, dass sie bei sich zu Hause immer die Dachrinne der Garage reinige. Sie wollte gleich eine Leikosi mitnehmen.
Beeindruckt zeigten sich die Investoren auch von der Zahl an Leiterunfällen, die es pro Jahr in Deutschland gibt: rund 180.000. Der Markt sei damit sehr groß und erstrecke sich nicht nur auf Geschäftskunden, sondern auch auf Privatkunden.
250 Euro: Der Preis ist den Investoren zu hoch
Gezuckt haben die Investoren beim Preis. Mit rund 250 Euro sei er recht hoch. Diese Meinung kann Heyl nicht teilen. Seine Erklärung wurde im Beitrag jedoch rausgeschnitten. „Das Produkt hält mindestens 15 Jahre. Wenn sie das monatlich runterrechnen, sind das 1,38 Euro im Monat“, sagt er. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft fördere Mitgliedsbetriebe zudem mit 50 Prozent des Anschaffungspreises.
Sein Auftritt habe für ihn den großen Vorteil gehabt, dass er zeigen konnte, wie leicht Leikosi zu montieren sei und wie gut sie halte, schildert Heyl. Das lasse sich mit Worten schwer beschreiben. Wer das System hingegen sehe, sei überzeugt davon. Diese Erfahrung habe er auf Messen gesammelt, die Teilnahme dort koste jedoch viel Geld. Mit seinem Fernsehauftritt und der dazugehörigen Werbung in TV-Zeitschriften sei sein Produkt nun mit einem Schlag bekannt geworden, freut sich der Dachdeckermeister. Kurz nach der Ausstrahlung habe er bereits 5000 Zugriffe auf seiner Internetseite gehabt, die ersten Bestellungen seien ebenfalls eingegangen.
Obwohl die Investoren von seinem Produkt begeistert waren, dauerte es, bis ein Angebot kam. Während Ralf Dümmel sich nicht dazu durchringen konnte, die geforderten 250.000 Euro für zehn Prozent des Unternehmens zu investieren, bot Georg Kofler an, das Geld zu zahlen – allerdings für 30 Prozent des Unternehmens. „Diesen Deal konnte ich leider nicht machen“, erzählt Heyl. Wäre er der alleinige Inhaber der Leikosi GmbH hätte er den Deal sofort angenommen. Da sie jedoch aus mehreren Partnern bestehe, sei dies für ihn nicht möglich gewesen. Und so schlug Heyl den angebotenen Deal aus. Er findet nicht, dass der Wert seines Geschäftes zu hoch angesetzt war, zu den Zahlen seien externe Berater im Vorfeld der Sendung gekommen.
Positive Aspekte: Feedback und höherer Bekanntheitsgrad
Enttäuscht ist der Dachdeckermeister nicht. Er freut sich über das gute Feedback, das er von den Löwen erhalten hat und den Bekanntheitsgrad, den er durch den Auftritt erreicht hat. Als nächstes will er nun Gespräche mit Interessenten führen, die sein Produkt weiterverkaufen wollen. Diese Kontakte haben ihm bisher gefehlt, erzählt er. Die Ideen für neue Produkte hat Heyl ebenfalls in der Schublade. Der Markt an Leitersicherungen sei sträflich vernachlässigt, findet er. Der Dachdeckermeister aus Kaiserslautern will das nun ändern.