Fussball Doppeltes Heimspiel auf Platz vier

Die Spiele auf Platz vier, im Schatten des Fritz-Walter-Stadions, locken immer ein paar Zuschauer mehr an als die auf dem Fröhne
Die Spiele auf Platz vier, im Schatten des Fritz-Walter-Stadions, locken immer ein paar Zuschauer mehr an als die auf dem Fröhnerhof, und die Fußballer lassen sich von der guten Stimmung auf den Rängen gern mitreißen.

Wenn am Samstag um 14 Uhr der FK Pirmasens auf Platz vier am Fritz-Walter-Stadion einläuft, auf die U21 des 1. FC Kaiserslautern trifft, ist es für FCK-Trainer Peter Tretter ein doppeltes Heimspiel. Weil er seine Jungs gut kennt, mit denen er sich an die Tabellenspitze der Oberligagruppe hochgearbeitet hat, aber auch, weil er den FKP nur zu gut kennt.

Peter Tretter war zwölf Jahre lang Trainer beim aktuell Tabellenzweiten, war dort Sportkoordinator, Sportlicher Leiter, ist zweimal mit dem FKP in die Regionalliga aufgestiegen, hat den Verbandspokalsieg mit den Pirmasensern gefeiert und den Regionalligameistertitel der A-Junioren.

Am 1. August 2020 wechselte der 55-Jährige zum 1. FC Kaiserslautern, weil er noch mal was anderes machen wollte, die Arbeit beim Traditionsverein ihn reizte. Er wurde Trainer der U15, kehrte zwischendrin kurz zum FKP zurück, als Jugendleiter, seit 2. September 2021 trainiert er die U21 des FCK.

Ein Job, der ihm richtig Spaß macht, vor allem, wenn er die Motivation seiner Jungs erlebt, die, selbst wenn er ihnen anbietet, die Einheit wegen des Wetters in den Kraftraum zu verlegen, ihn bitten, draußen zu trainieren, weil sie unbedingt wollen.

Zeit im Auto

Darüber, dass sein Job viel Fahrerei mit sich bringt, verliert ihr Trainer nie ein Wort. Peter Tretter, der aus Rodalben stammt, wohnt in Hinterweidenthal, arbeitet für eine Bäckerei in Bundenthal, steht dafür jeden Morgen um 3 Uhr auf, arbeitet von 4 bis 10, 10.30 Uhr, fährt dann heim, legt sich noch ein bisschen hin, bevor es gegen 14 Uhr zum Training geht. Zehn Minuten hatte er es bis zur Husterhöhe, zum Fröhnerhof ist es eine knappe Stunde. Doch die Zeit im Auto nimmt er gern in Kauf für seine Jungs. Junge Talente zu fördern, ist ihm schon immer wichtig gewesen. Er war Trainerausbilder an der Sportschule in Edenkoben. Seit 2006, seit Bestehen des Projekts, arbeitet er als DFB-Stützpunkttrainer, fährt dafür jeden Montag nach Pirmasens-Ruhbank, unterrichtet Fußballtalente von elf bis 14 Jahren. Kennt deswegen zum Beispiel auch FCK-Spieler Erik Durm von klein auf.

Diesen Samstag fährt er nach Kaiserslautern und das Oberligateam seines alten Vereins reist an. Für ihn klar, dass sein Herz dann nur für die Roten Teufel schlägt. „Ich stecke jetzt meine ganze Energie hier rein“, versichert er, dass alte Verbundenheit in der Begegnung nicht zählt. „Es ist ein Spiel wie jedes andere für mich. Natürlich hat es eine gewisse Brisanz, weil der Erste gegen den Zweiten spielt weil es der letzte Spieltag ist aber ich bin dann schon zu lange dabei, um das nicht trennen zu können.“

Ein bisschen nervös

Für seine Schützlinge ist das ein bisschen anders. „Benny hat gemeint, dass die Jungs ein bisschen nervös sind, angespannt wirken“, zitiert er von seinem Co-Trainer Benny Früh. Tretter versucht ihnen bis zum Spiel zu vermitteln, dass sie sich keinen Druck machen müssen. „Sie haben eine so gute Runde gespielt bisher, und das alles an einem Spiel festzumachen, das machen wir mit Sicherheit nicht. Was die Jungs gegeben haben über die Zeit, das war wirklich top“, freut sich der Hinterweidenthaler über die aktuelle Lage. „Wir sind aktuell mit einem Punkt vorn, vor acht oder zehn Wochen waren wir Vierter, haben auf Pirmasens neun Punkte aufgeholt.“ Er wird seinen jungen Spielern deshalb raten, „einfach rauszugehen, sich zu belohnen für den Aufwand, den sie betrieben haben.“

Info

Karten gibt es am Eingang zu Platz vier. Dort sind auch Essens- und Getränkestände aufgebaut. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3. Der FCK empfiehlt, vorzeitig anzureisen, weil es zu Zuschauerstaus im Eingangsbereich kommen könnte.

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