Kaiserslautern Digitaler Bestell- und Abholservice von Unternehmen auf dem Prüfstand

Bei winterlichen Temperaturen kann das Anstehen an der Abholstation ungemütlich werden. In den meisten Fällen sorgen aber Ausgab
Bei winterlichen Temperaturen kann das Anstehen an der Abholstation ungemütlich werden. In den meisten Fällen sorgen aber Ausgabe-Zeitfenster für Entzerrung.

Die Lager sind gefüllt, die Geschäfte verwaist. „Einfach mal schnell in den Laden huschen“, wenn etwas fehlt, geht seit dem harten Lockdown oft nicht mehr. Um ihre Waren trotzdem an die Kunden zu bekommen, setzen Unternehmen auf Online-Bestellungen und einen Selbstabholer-Service. Was die Pressesprecher sagen – und wie es vor Ort tatsächlich läuft.

Es sind Temperaturen nahe des Gefrierpunktes. Das trübe, nasskalte Wetter an diesem Nachmittag lädt nicht gerade zum Aufenthalt im Freien ein. Dennoch wartet eine gut von der Straße aus sichtbare Menschenschlange auf dem Media-Markt-Parkplatz.

Denn seit dem Lockdown können Kunden sich nicht nur telefonisch beraten lassen, sondern auch online bestellen und im Markt abholen. Besonders „Waren für den täglichen Bedarf wie Haushaltsgeräte“, „Produkte für das Arbeiten im Homeoffice oder für das Lernen auf Distanz“ seien sehr gefragt.

Um an die zu kommen, müsse im Bestellvorgang nur die Option „im Markt abholen“ ausgewählt werden, berichtet eine Sprecherin von Media-Markt und Saturn. „Sobald die Bestellung abholbereit ist, erhält man eine Benachrichtigung.“ Mit der könne die Ware an der Abholstation des jeweiligen Marktes abgeholt werden. Alternativ gebe es auch die Möglichkeit, sich die Ware ans Auto bringen zu lassen. „Hierfür ruft man die in der Abholbestätigung angegebene Telefonnummer des Marktes an“, so die Sprecherin weiter.

Problemlos, aber mit langen Wartezeiten

Davon macht an diesem Nachmittag keiner Gebrauch. Daniela Vogel aus Kaiserslautern wartet zusammen mit ihrem Mann schon seit einer halben Stunde in der Kälte. Denn sie braucht für den Unterricht zu Hause dringend Druckerpatronen. „Bis wir dran sind, hüpfen wir hier rum, damit uns warm wird.“ Bis auf die Wartezeit empfindet sie den Bestellvorgang als unkompliziert. „Nur konnte ich gestern Abend nicht den Markt auswählen“, bemängelt sie. Anschließend habe sie zügig in einer Bestätigung die Bestellnummer und einen QR-Code für die Abholung erhalten. Nach weiteren 15 Minuten ist sie endlich an der Reihe.

Etwa genauso lange muss eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter warten. Erleichtert verlässt sie kurz darauf die Abholstation: „Die Abwicklung ist gut. Aber wenn ich gewusst hätte, dass es so lange dauert, hätten wir uns wärmer angezogen.“ Vor allem mit kleinen Kindern seien die langen Wartezeiten eine Zumutung.

Personal überwacht die Corona-Regeln

In der Kaiserslauterer Ikea-Filiale ist das Prinzip „Click and Collect“, also online bestellen und vor Ort abholen, nicht erst seit der Corona-Pandemie ein Thema, sagt Pressesprecherin Kim Steuerwald. „Wir sind sehr zufrieden damit, wie ,Click & Collect’ angenommen wird.“

Habe sich der Kunde auf der Internetseite unter den Lieferoptionen für die Selbstabholung entschieden sowie den Abholtag samt -uhrzeit ausgewählt, erhalte er eine Order- und Parkzonennummer. Die gebe er am Abholtag über eine extra eingerichtete Telefonnummer an die Mitarbeiter weiter. Anschließend werde die Ware von Mitarbeitern kontaktlos in die dafür eingerichteten Parkzonen vor der Warenausgabe geliefert. Steuerwald versichert: „Durch die Vergabe fester Zeitfenster können wir Warteschlangen vor Ort vermeiden.“ Die Bezahlung erfolge vorab online. Mit einer Pauschale von zehn Euro ist der Service jedoch nicht kostenlos.

Vor Ort gibt es keine belieferbare Parkzonen, sondern nur eine überschaubare Warteschlange. Extra abgestelltes Personal sorgt für die Einhaltung der Corona-Maßnahmen. Eine Mitarbeiterin sitzt in der geschlossenen Drehtür und nimmt über eine Gegensprechanlage Namen und Bestellnummer auf. Nur wenige Minuten später wird die Bestellung draußen abgestellt.

Leonie Wacker und ihr Lebensgefährte, die für ihren Einkauf aus Baden-Württemberg angereist sind, sind begeistert von der zügigen und kontaktlosen Abfertigung. Der Bestellvorgang habe reibungslos funktioniert, sagt Wacker. Der spontanen Umsetzung ihres Renovierungsprojekts stehe nichts mehr im Weg. „Bei uns ist der Bestell- und Abholservice in der Pandemie nicht erlaubt. Im Supermarkt habe ich aber ehrlich gesagt mehr Kontakt.“ Auch die Service-Pauschale finde sie in Ordnung: „Wenn ich bedenke, wie lange ich sonst alles zusammen suchen muss.“

Technik-Pannen sind kein Hindernis

Laut Toom-Sprecherin Daria Ezazi ist die Kundennachfrage im Heimwerker-Segment groß. „Der Service wird genutzt, vor allem für Brennstoffe und Winterprodukte sowie Sortimente zur Instandhaltung und Reparatur.“ Auf der Webseite könne onli