Sportlerwahl Die Nominierten: Wer wird Sportlerin des Jahres 2025 in der Region Kaiserslautern? (mit Video)
Sie waren wieder unglaublich erfolgreich, die Sportlerinnen und Sportler und Mannschaften aus der Region, haben national, international und zum Teil weltweit für Aufsehen gesorgt. Wer von ihnen hat am meisten beeindruckt, ist im Gedächtnis geblieben, hat am intensivsten gekämpft, die beeindruckendste Leistung gezeigt oder war dabei vielleicht einfach am sympathischsten? Die RHEINPFALZ-Leser haben jetzt wieder die Qual der Wahl und dürfen für Ihre Favoriten abstimmen.
Die Auswahl ist wieder sehr bunt gemischt, reicht vom jungen Talent bis zum alten Hasen, vom Neu- zum Wiedereinsteiger, vom Starter, der auf ganz kleinen Bühnen auftritt, bis zum international erfolgreichen Spitzenathleten, der reihenweise Medaillen sammelt. Die Kategorien und Disziplinen sind schwer zu vergleichen und eines ist klar: Jeder der Kandidaten hat für sich unglaublich viel erreicht und hätte den Titel verdient. Aber nur einer pro Kategorie kann ganz oben stehen.
Unsere fünf nominierten Sportlerinnen waren weltweit am Start, haben sich selbst übertroffen, wurden auf den verschiedensten Bühnen gefeiert, sind aber nicht abgehoben, sondern auf dem Boden geblieben. Dort machen sie einfach das, was sie glücklich macht – und sind dabei unglaublich erfolgreich und ein Vorbild.
Lara Gillespie (Radsport)
Die 24-jährige Irin ist der Liebe wegen nach Kaiserslautern gezogen. Für Lara Gillespie, die mit Radsportler Luca Spiegel liiert ist, war 2025 ein Jahr, in dem einfach alles gepasst hat: Sie wurde Weltmeisterin im Ausscheidungsfahren. Es war die ersten Goldmedaille, die eine irische Fahrerin im Bahnradsport holte. Doch Gillespie ist auch auf der Straße stark. Sie startet für das UAE Team, landete bei zahlreichen Rennen auf dem Podest. Sie gewann das Straßenradrennen A Travers les Hauts de France über 127,7 Kilometer und wurde bei der vierten Etappe der Tour de France der Frauen Dritte.
Auch wenn sie meist aus Koffern lebt und es noch eine Zeitlang dauern wird, bis sie alle Kisten in der neuen Wohnung ausgepackt hat, fühlt sie sich wohl in der Pfalz. „Ich könnte stundenlang durch die Wälder fahren“, schwärmt sie und findet es praktisch, dass sie von hier aus viel näher an Belgien ist, wo sie immer wieder dienstlich unterwegs ist, als sie es von Irland aus wäre. Und dann ist da ja noch Luca, den sie jetzt endlich viel öfter sehen kann.
Tessa Dietrich (Target Sprint)
Die 18-jährige Tessa Dietrich stand 2025 bei der Weltmeisterschaft in Kairo gleich dreimal auf dem Podest. Dass sie für ihr ungewöhnliches Hobby Target Sprint weite Wege zurücklegen, viel Zeit und harte Arbeit reinstecken muss, macht ihr nichts aus. Sie hat die Schweizer Staatsbürgerschaft angenommen (ihre Oma stammt aus der Schweiz und der Verband wollte sie haben). Seitdem sitzt sie alle vier Wochen fünf Stunden lang im Auto, fährt zum Training nach Filzbach in der Schweiz.
Zusätzlich übt sie weiter bei ihrem Heimatverein, dem SV Steinwenden-Weltersbach. Sie liebt die Kombination aus dreimal 400 Meter Laufen und stehend schießen. Die Herausforderung, den Puls am Schießstand von 180 auf 140 Schläge pro Minute runterzukriegen, meistert sie ganz gut und sie trifft und trifft. In Ägypten, bei ihrer Premiere im Schweizer Trikot, war sie nicht zu stoppen. Sie sicherte sich die Vize-Weltmeisterschaft bei den Junioren, holte mit dem Mixed-Team Silber und legte im Mixed Pair noch Bronze drauf.
Natascha Hartl (Leichtathletik)
Die Läuferin des 1. FC Kaiserslautern läuft für ihr Leben gern. Sie freut sich, dass sie krankheits- und verletzungsfrei durch die Saison gekommen ist. Dass sie dabei noch reihenweise Titel abgeräumt und Medaillen gesammelt hat, ist für sie nicht das Wichtigste. „Erfolg ist, wenn ich Ziele, die ich mir gesetzt habe, erreichen kann, und wenn ich dabei Freude habe“, erklärt die Gesundheitsmanagerin, die als systemische Therapeutin und Sporttherapeutin arbeitet und vorlebt, wie Sport hilft, weiterzugehen und nicht zu verzweifeln.
„Die Ziele können ganz klein sein. Sie können auch sein, wieder einen Neuanfang zu starten, nicht stehenzubleiben.“ 40 Läufe standen im vergangenen Jahr auf ihrem Programm. Sie gewann den Donnersbergtrail und den Pfalztrail, wurde Dritte beim Berglaufpokal, war bei der Berglaufmeisterschaft am Start, war Zweite beim Laufladencup und beim Wasgau-Cup. Und dann stand sie noch beim Hyrox in Karlsruhe auf dem Treppchen. Zusammen mit Sascha Ahrens wurde sie im Double Mixed Dritte.
Katharina Nilges (Badminton)
Katharina Nilges, Badmintonspielerin des Kaiserslauterer Heinrich-Heine-Gymnasiums, die am Landesstützpunkt trainiert und aus Alpenrod nach Kaiserslautern gezogen ist, um ihren Badmintontraum zu leben, war nicht nur bei der Jugend-WM in Indien am Start, sondern durfte erstmals auch bei den Erwachsenen ran: Die 18-Jährige, die am DBV-Nachwuchsstützpunkt in Kaiserslautern trainiert, erfolgreich von Trainer Christian Stern gecoacht wird, wurde nach ihrem Sieg in der EM-Quali für Deutschland für die Team-Europameisterschaft nominiert.
Im deutschen Nationaltrikot bot sie starke Auftritte. Bei der Jugend-WM in Guwahati hatte sie alles gegeben, bis eine Corona-Infektion sie zur Aufgabe gezwungen hatte. Sie bekam trotzdem die Einladung zum Lehrgang mit dem Damenteam, mit dem sie inzwischen bis zur Europameisterschaft gereist ist und das auch noch sehr erfolgreich. Sie half dem deutschen Erwachsenenteam mit ihrem Sieg im Einzel gegen Schweden, sich für die EM zu qualifizieren.
Peggy Zimmermann (Triathlon)
Peggy Zimmermann (52), seit zwölf Jahren Triathletin und für den 1. FC Kaiserslautern in der Liga unterwegs, erlebte 2025 einen Wettkampf, der für sie fast mehr bedeutete, als ihr früherer Start beim Ironman auf Hawaii. Sie hatte sich in Vichy für die Ironman-Halbdistanz qualifiziert und durfte im November bei der 70.3-Weltmeisterschaft in Marbella an den Start gehen. Für die 52-jährige Kaiserslautererin, die im Bildungsbereich des Sportbundes Pfalz arbeitet, war die Challenge nicht der sportliche Wettkampf, sondern die Finanzierung der Reise. Sie arbeitete dafür im Sommer in Enkenbach zusätzlich als Rettungsschwimmerin.
Umso stolzer ist sie, dass alles geklappt hat. Nach 6:19:08 Stunden kam sie als 78. von 216 Starterinnen ihrer Altersklasse ins Ziel. 125 Frauen haben nicht gefinisht, die meisten, weil die Radstrecke zu anspruchsvoll war. Zimmermann, die beim Schwimmen, Radfahren und Laufen alles sonst ausblendet, genoss Marbella in vollen Zügen. Für sie war der Wettkampf „ein kleines Hawaii auf Andalusisch“. huzl