Sportlerwahl Die Nominierten: Wer wird Mannschaft des Jahres 2025 in der Region Kaiserslautern? (mit Video)
Sie waren wieder unglaublich erfolgreich, die Sportlerinnen und Sportler und Mannschaften aus der Region, haben national, international und zum Teil weltweit für Aufsehen gesorgt. Wer von ihnen hat am meisten beeindruckt, ist im Gedächtnis geblieben, hat am intensivsten gekämpft, die beeindruckendste Leistung gezeigt oder war dabei vielleicht einfach am sympathischsten? Die RHEINPFALZ-Leser haben jetzt wieder die Qual der Wahl und dürfen für Ihre Favoriten abstimmen.
Die Auswahl ist wieder sehr bunt gemischt, reicht vom jungen Talent bis zum alten Hasen, vom Neu- zum Wiedereinsteiger, vom Starter, der auf ganz kleinen Bühnen auftritt, bis zum international erfolgreichen Spitzenathleten, der reihenweise Medaillen sammelt. Die Kategorien und Disziplinen sind schwer zu vergleichen und eines ist klar: Jeder der Kandidaten hat für sich unglaublich viel erreicht und hätte den Titel verdient. Aber nur einer pro Kategorie kann ganz oben stehen.
Zu Lande, zu Wasser und in luftigen Höhen sind die Teams unterwegs, die diesmal für die Wahl zur Mannschaft des Jahres antreten. Die einen sind Meister geworden, andere wollen es noch werden, wieder andere fahren an der Weltspitze mit. Und alle haben ihre Basis in oder um Kaiserslautern.
Kletterkids des Heinrich-Heine-Gymnasiums
Die Kletterkids des Kaiserslauterer Heinrich-Heine-Gymnasiums haben 2025 für Aufsehen gesorgt. Seit vier Schuljahren gibt es die Fördersportart Klettern an der Kaiserslauterer Eliteschule des Sports und inzwischen sind die Früchte der Arbeit zu sehen: Das Team des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG) startete beim Bundesfinale des Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin, trat als einzige Mannschaft ausschließlich mit Mädchen gegen gemischte Teams an und kam mit Goldmedaillen nach Hause. Direkt im Anschluss waren vier Kletterer aus dem Team auf nationaler Ebene unterwegs, holten Platz eins, zwei, drei und vier beim deutschen Jugendcup in der Disziplin Speed.
Mit der Kombinationsmöglichkeit von Schule und Klettern und der Verbindung mit dem Kletterturm Peak17, der vor eineinhalb Jahren in Kooperation mit dem Alpenverein, HHG und Uni auf dem Unigelände errichtet wurde, gilt das HHG als einzigartig in Deutschland. Lehrertrainer Johannes Lau sieht als Erfolgsrezept auch die enge Verzahnung mit der Nachwuchsförderung des DAV. Ein weiteres Geheimnis ist der Teamgeist, der die Kletterkids klassenübergreifend zusammenschweißt. Im Training und bei Wettkämpfen feuern sich alle gegenseitig an und haben Spaß.
Fußballer des TuS Hohenecken
Für den TuS Hohenecken wurde 2025 ein Fußballmärchen wahr: Er stieg in die Verbandsliga auf. Nach einer überragenden Runde kam er in die Relegation, womit selbst die Spieler nicht gerechnet hatten. Ein paar von ihnen hatten Urlaub gebucht, darunter auch Lucas Kallenbach, der Kapitän, der die Heldenkrone einem anderen Kollegen aufsetzt, der mit ihm auf Mallorca war: Dennie Reh, der Co-Trainer, der für das entscheidende Relegationsspiel aus Mallorca angeflogen kam und „in der 90. Minute plus X“ das entscheidende Tor schoss. „Ich wusste gar nicht wohin mit meinen Gefühlen, bin einfach drauflosgerannt“, erinnert sich Reh an den unvergesslichen Moment.
Was die Mannschaft auszeichnet: „Wir haben eine ganz, ganz kleine Fluktuation, die meisten sind schon ewig hier beim TuS 04. Wir kennen uns in- und auswendig“, sagt Reh. Wie er liebt auch Kallenbach genau das in Hohenecken. Es gibt Mannschaftsevents, gemeinsame Essen nach dem Training und noch eine Besonderheit: Das Team fährt jedes Jahr im Winter zum Trainingslager in die Türkei, wächst dort noch weiter zusammen und es läuft auch in der Saison, bei der der TuS seinem Ziel schon ganz nah ist: Er will in der Verbandsliga bleiben.
Wasserballer des Kaiserslauterer SK
Die Wasserballer des Kaiserslauterer Schwimmsportklubs (KSK) haben 2025 Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal sind sie sowohl mit der ersten, als auch mit ihrer zweiten Mannschaft Meister geworden. Die erste Mannschaft trat in der Regionalliga Südwest, der höchsten Spielklasse im Südwesten an, die zweite eine Liga tiefer. Es war das erste Mal in der Vereinsgeschichte, dass dem Kaiserslauterer SK der Coup gelang. Die „Krokodile“, die zuletzt vor 15 Jahren mit einem Team Meister wurden, holten in der Gruppe A der Regionalliga Südwest aus den ersten fünf Partien die maximale Zahl von 15 Punkten. Sie fegten im Monte Mare den amtierenden Meister SSV Trier mit 26:9 aus dem Becken.
Doch es gab auch ein Tief, aus dem sich das Team wieder herausholte. Dank Trainer Karsten Schöniger, der die richtigen Worte fand, und dem Zusammenhalt im Team. Im Mai begann die heiße Phase der Saison für die erste Mannschaft, nachdem die Reserve bereits Meister war. Zwei Siege gegen die Masters des SV Friedrichsthal und ein Punktgewinn gegen SV 08 Saarbrücken sicherten den Titel. Die kleinen Krokodile feierten zu Hause, weil sie nicht mehr von der Tabellenspitze verdrängt werden konnten. „Es war der Wahnsinn“, schwärmt Spieler Stefan Stranz.
Bahnradteam Rheinland-Pfalz
Das Bahnradteam Rheinland-Pfalz, das 2018 gegründet wurde, damit die talentierten Sportler, die am Kaiserslauterer Heinrich-Heine-Gymnasium Abitur gemacht haben, in der Region bleiben, ist zur Talentschmiede geworden. Unter Leitung von Trainer Frank Ziegler (rechts) und betreut von Physiotherapeutin Alexandra Welte (Zweite von rechts) ist die Gruppe hochtalentierter Bahnradfahrer zu einer Einheit zusammengewachsen, die auch abseits des Wettkampfes perfekt harmoniert und sich gegenseitig motiviert und antreibt.
2025 hat das Bahnradteam, zu dem aktuell Luca Spiegel, Lara-Sophie Jäger, Alessa-Catriona Pröpster (von links) und Henric Hackmann gehören, national und international für Aufsehen gesorgt und einen Sieg nach dem anderen geholt. Angefangen von den deutschen Meisterschaften, bei denen mit Hilfe der Sportler aus Kaiserslautern der Teamsprint der Männer und Frauen gewonnen wurde, bis zu den Weltmeisterschaften in Santiago de Chile. Hackmann, Spiegel und Pröpster erfüllten dort die Norm für den Olympiakader. Was das Team besonders macht: Es ist seit der Jugend zusammen und dank Ziegler in Kaiserslautern geblieben. Alle verfolgen jetzt gemeinsam ein Ziel: die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Tischtennisteam der TSG Kaiserslautern
Die Tischtennisherren der TSG Kaiserslautern haben sich den Aufstieg in die Zweite Bundesliga als Ziel gesteckt und sie sind gut dabei. Was die Truppe so besonders macht: Im Gegensatz zu den meisten anderen Teams in der Liga setzen die Buchenlocher nicht in erster Linie auf punktuelle Verstärkung durch Stars, die am Wochenende eingeflogen werden und dann wieder weg sind. Die TSG gibt Kräften aus dem eigenen Nachwuchs eine Chance wie Felix Köhler, um den herum schon mal eine Mannschaft aufgebaut wurde. Und wenn Heimspieltag ist, ist klar, dass die von weiter her schon einen Tag früher anreisen, in Kaiserslautern übernachten, um rechtzeitig da zu sein, mit den Teamkollegen noch mal trainieren und sich absprechen zu können.
Das gemeinsame Mannschaftsessen nach dem Spiel ist genauso selbstverständlich wie dass alle beim Auf- und Abbauen helfen. Spitzenspieler Xi Wang, der praktisch kein Spiel verliert, schwingt dann den Besen und fegt die Halle. Torben Wosik, der ehemalige Profi, der eine Tischtennis-Akademie betreibt, spielt sich mit seinem neuen Kollegen aus Japan ein. Alle coachen sich gegenseitig, respektieren sich, geben sich Tipps, feiern und freuen sich und haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen zusammen aufsteigen. huzl