Kaiserslautern Die Mischung macht′s

Mit dem 1. FC Kaiserslautern II darf in der Fußball-Regionalliga Südwest wieder gerechnet werden. Und auch wieder in den vorderen Tabellenregionen: Der 3:1 (0:0)-Sieg bei Wormatia Worms zeigte kompakte Rote Teufel auf einem geschlossen hohem Leistungslevel, die zudem den richtigen Moment zum Zuschlagen abwarten und auch nutzen können.

Coach Kenan Kocak von „Vorbereitungsmeister“ Waldhof Mannheim hatte die FCK-Zweite unter der Woche gleich mal unter die Titelfavoriten sortiert. Das werden sie am Betzenberg von sich weisen, weit entwickelt ist das Mannschaftsgefüge – gemessen am frühen Saisonstadium – aber in jedem Fall. Was auch daran liegen mag, dass der FCK in einem Umfeld mit vielen runderneuerten Regionalligateams relative Kontinuität und eben auch Gereiftheit an den Tag legt – für eine U23 allemal. Trainer Konrad Fünfstück erinnerte am Samstag gerne an das „emotionale“ Frühjahrsgastspiel in Worms („Diesmal hat sich das Team nicht anstecken lassen“). Von den 22 Akteuren, die im März in den Anfangsformationen standen, begannen gestern noch sieben – fünf davon beim FCK. Der stellte zudem mit Alexander Bugera (35) und Thorsten Reiß (29) die beiden Ältesten – was man der insgesamt sehr sattelfesten Defensive durchaus anmerkte. Insofern darf die Tatsache, dass Fünfstück im Eingangsstatement der Pressekonferenz gleich zweimal auf die Jugendlichkeit seiner (im Schnitt 23,2 Jahre alten) Truppe verwies, als kleine Tiefstapelei durchgehen. Dass die vom Trainer angekündigte „schwere Saison“ erfolgreich verlaufen kann, dafür spricht aber eben auch die Qualität der (ganz) Jungen. Dino Bajiric (19) beispielsweise habe das zentrale Mittelfeld „bearbeitet, als habe er jahrelang nichts anderes gemacht“, lobte der Coach. Und nicht nur das: Als es nach dem Ausgleich der Wormser darum ging, „gut zurückzukommen“, so der fehlerfreie Keeper Julian Pollersbeck (19), da mischte Bajiric Minuten später auch ganz vorne entscheidend störend mit. Maurice Deville nahm den Service gerne an: „Ich sehe Dino hinter mir, stelle meinen Körper rein, dreh mich, der Torwart macht die Beine breit – und ich schieß’ durch.“ Der FCK führte also 2:1, auch mit Hilfe zweier junger Erfahrener: Mario Pokar (24) hatte gedankenschnell vorbereitet, Christian Lensch (21) zuvor mit einem Sonntagsschuss („Von denen mache ich einen von hundert“) das 1:0 erzielt. Die Führung(en) passten perfekt in das kluge Konzept Fünfstücks – der sicher wusste, dass Worms zu Hause Gas geben muss. In der Schwüle agierte Lautern kühl: „Der Coach hat gesagt, wir sollen geduldig bleiben“, berichtete Marco Metzger (22). Er kehrte gleich zweimal heim: zur Wormatia, wo er schon vor drei Jahren Stammspieler war, vor allem aber zum FCK, wo „wir ein super Wir-Gefühl haben“, wo „ich froh bin, zu Hause zu sein“ und wo er „versuchen will, den Weg nach oben zu schaffen“. Um den Team-Weg nach oben zu schaffen – dafür scheint der FCK II mehr als ausreichend trainiert zu haben. Man sei „brutal fit“ (Metzger), „athletischer“ (Lensch) und auch „ausdauernder“ (Pollersbeck). Beste Voraussetzungen also, um auch gegen den „absoluten Meisterschaftsfavoriten“, so Fünfstück, zu bestehen: Morgen (19 Uhr) kommt der FC Homburg zum nächsten Derby ins Fritz-Walter-Stadion. Fünfstück war beim 2:2 des FCH gegen den 1. FC Saarbrücken: „Die haben elf Schlüsselspieler, ein mit Profis gespicktes Team, für das alles andere als der Aufstieg eine Enttäuschung wäre.“ Ob die kompakten Betzebuben in gleicher Formation dagegenhalten? Fünfstück hält sich bedeckt. „Wir müssen uns wehren, haben eine junge Mannschaft.“

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