Kommentar Die Entwicklung auf dem Pfaff-Gelände nicht dem Zufall überlassen
Besser geht es im Grunde nicht: Mitten in der Stadt, zwischen der Technischen Universität und der City, hat Kaiserslautern ein Filetstück. Das Pfaff-Gelände hat so viel Potenzial, da kann ein ganz neues Quartier entstehen, das bundesweit Maßstäbe setzt. Ein Rahmenplan, den ein angesehenes Architekturbüro erarbeitet hat, weckte große Hoffnungen.
Aber Stand jetzt wirkt die Entwicklung irgendwie alles andere als stringent. Klar sind die Altlasten auf dem Gelände ein Problem. Aber das wusste man doch. Beim Alten Verwaltungsgebäude gab es schon einen Besitzerwechsel, einem Innovationszentrum RP Tec im früheren Speisesaal wurde eine Absage erteilt, der Erhalt der alten Heizzentrale mit dem markanten Schornstein entpuppte sich für die Stadt als nicht machbar. Alles keine guten Nachrichten. Und warum gibt es noch immer keinen klaren Zeitplan für die Erschließung? Warum ist noch keine Straße gebaut, obwohl klar ist, wann das Medizinische Versorgungszentrum öffnen soll? Wann endlich kann die Pfaff-Entwicklungsgesellschaft Investoren verlässliche Informationen an die Hand geben? Wie bewirbt sie das Projekt eigentlich? Auf der Homepage ist nicht viel Erhellendes zu finden. Und wieso gibt es noch keinen klaren Plan, wie das mit den Architektenwettbewerben ablaufen wird? Dass der Stadtrat am Ende das letzte Wort haben soll, was geht und was nicht, ist schon ein bisschen wenig. Fehlt da vielleicht ein Expertengremium aus Architekten und Stadtplanern, die Impulse geben?
Gut wäre auch, wenn es für die noch nicht veräußerten Alt-Gebäude, die am Ende das Areal entscheidend mitprägen werden, klare Vorstellungen geben würde. Derzeit aber sieht es eher danach aus, als werde abgewartet, ob jemand kommt, der vielleicht eine zündende Idee hat. Ob das der richtige Weg ist, um ein hochwertiges Quartier zu schaffen?
