Kaiserslautern Das Thema Windkraft in den April vertagt

Der Bauausschuss hat sich gestern mit dem Flächennutzungsplan 2025 und Flächen für Windkraftanlagen befasst. Das Gremium vereinbarte, dass sich die Fraktionen mit dem Thema befassen, ebenso die Ortsbeiräte, und es dann am 13. April erneut in den Ausschuss kommt.

Im Entwurf des Flächennutzungsplanes waren bislang zwei mögliche Standorte für Windräder vorgesehen: am Rastplatz Langenberg an der A6 und am Gersweilerkopf bei Erlenbach. An der A6, wo die Stadtwerke Windräder geplant hatten und einen Windmessmast aufstellten, soll keine Windenergie möglich sein. Wie berichtet, hatte die SGD Süd ausgeführt, dass sie dem Entwurf des Flächennutzungsplans nur zustimmt, wenn die Sondergebietsausweisung für die Windenergienutzung an der A6 entfällt. Die Grünen und die SPD forderten gestern nun eine klare Aussage der Landesregierung, was am Langenberg möglich ist. Zum Areal „Gersweilerkopf/Fichten“ nördlich des Gersweilerhofs bekräftige die CDU, dass sie den Standort ablehnt. Der vorgesehene Abstand von 800 Metern zur nächsten Wohnbebauung sei zu gering, erklärte Nico Welsch. Die CDU fordere, den Mindestabstand im neuen Flächennutzungsplan generell auf 1000 Meter festzusetzen, andere Kommunen in Rheinland-Pfalz brächten das auch hin. Das Gebiet am Gersweilerkopf eignet sich nach den Worten von Welsch nicht für Windkraft, es sei bewaldet, man wolle auch „keine Verspargelung“. Franz Schermer von der SPD erklärte, es ergebe keinen Sinn, sich um 200 Meter zu streiten, denn Zuleitungen zu dem Standort seien teuer, es sei kaum vorstellbar, dass dort ein Investor Windkraftanlagen baue. Tobias Wiesemann, Sprecher der Grünen, gab ebenfalls zu bedenken, dass am Gersweilerkopf ein Waldgebiet ist. Er regte an, dass sich die Verwaltung noch einmal mit Flächen für Windkraft in der Stadt befasst und eine Skizze erstellt aus der hervorgeht, wo Flächen mit einem Mindestabstand von 800 Metern zur nächsten Wohnbebauung vorhanden sind. Der Ausschuss befasste sich weiter mit Änderungen gegenüber dem bisherigen Entwurf des Flächennutzungsplanes. Baudezernent Peter Kiefer wies auf die Bedeutung des Planes hin, denn Entwicklungen in der Stadt seien darin auf mindestens 15 Jahre festgeschrieben. Die Änderungen erläuterte Elke Franzreb, Leiterin des Referats Stadtentwicklung. Danach wird es nichts mit einer Wohnbebauung unten in der Kantstraße gegenüber des neuen Wohngebietes. „Das Forstamt stellt keine Rodungsgenehmigung in Aussicht“, sagte Franzreb. Auch in der Kurt-Schuhmacher-Straße entfalle eine 0,5 Hektar große Fläche, die für Wohnbebauung vorgesehen war, weil der Forst Rodungen nicht erlaube. An der Lampertsmühle wird eine Fläche, auf der Wohnhäuser gebaut werden könnten, aus dem Entwurf des Flächennutzungsplanes herausgenommen. Ein Unternehmen aus der Nachbarschaft habe erhebliche Bedenken, wenn eine störempfindliche Fläche zu nahe an die Industrieflächen rücke. Die Husarenäcker in Erlenbach waren ebenfalls als Wohngebiet vorgesehen, dort besteht nach den Worten der Referatsleiterin aber Diskussionsbedarf dahingehend, dass die Fläche reduziert wird. Ein Teil des Areals sei nicht bebaubar, weil es in einem Landschaftsschutzgebiet liegt und die untere Naturschutzbehörde ihr Veto einlege. Franz Schermer von der SPD betonte, man müsse dort Wohnhäuser errichten, das sei Voraussetzung für das Anlegen eines Gehweges zum Gersweilerhof. Schermer wandte sich auch energisch gegen Pläne, auf dem Kaiserberg Wohnbauflächen auszuweisen. Dies sei eine wichtige Frischluftschneise für die Innenstadt. An der Herzog-von-Weimar-Straße wird hingegen eine Fläche für Wohnbebauung ausgewiesen, dort sollen auf dem angrenzenden Pfaffgelände Wohnhäuser errichtet werden. Ebenfalls soll auf dem Areal der früheren Gärtnerei Lindenhof der Bau von Wohnhäusern möglich sein. Da die A6 mit Lärmschutz versehen werde, habe das Gelände das Potenzial für eine Wohnbebauung, erläuterte Franzreb. Die frühere Stadtgärtnerei sei im Entwurf des Flächenutzungsplanes ebenfalls als Wohnbebauung vorgesehen. (dür)

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