Kusel
Das März-Programm im Kulturzentrum Kinett
Das Kinett startet am 2. März mit einer neuen Ausgabe des bühnenreifen Poeten-Wettstreits „Poetry KUS“, moderiert wie immer von Schunke II, und geht am 3. März über zum ersten musikalischen Liveact: die Zwei-Kopf-Band Nero Kane aus Mailand gehört bereits zu den Stammgästen des Kuseler Kulturzentrums. Deshalb hat das Duo schon mehrfach jede Ecke der hauseigenen Räumlichkeiten mit ihrem ganz eigenen Dark Folk gefüllt – „mystisch, schamanisch und majestätisch zugleich“. Für die Aufwärmrunde haben sich die Mailänder die in Straßburg lebende Britin Zoe Heselton in den Tourbus geholt. Sie verbindet Poesie, Songwriting und Gitarrenspiel zu einer nahezu spirituellen Performance.
Am 4. März hätten eigentlich die britischen Indie-Rocker von Eades aus Leeds im Kinett gastieren sollen, der Termin wurde jedoch abgesagt. Dafür trifft am 5. März die norwegische Dark-Pop-Musikerin Tuva Hellum Marschhäuser im Kinett ein. Zusammen mit Simon Would hat sie die Tuvaband gegründet und zählt zwei EPs, vier Alben und etwa 40 Millionen Streams auf Spotify in ihrem Portfolio. Nicht zu vergessen zwei Nominierungen für den norwegischen Grammy für ihr vorheriges Album „New Orders“. Nun bringt die Sängerin, Songwriterin, Produzentin und Multiinstrumentalistin ihr jüngstes, fünftes Werk auf die Live-Bühnen: „Seven Ways of Floating“. Und damit schwebende Klang-Landschaften, zarten Ambient-Sound, fein arrangierte Lo-Fi-Beats und Tuvas verträumten Gesang. Ab 20 Uhr im Kinett.
Weiter geht’s am 8. März mit den Psych-Rockern von Federale aus Portland. Hier trifft Psychedelia auf staubige Cowboystiefel und feinsten Americana, bis der finale Sound wahre Cinemascope-Breite erreicht hat. Mit dabei im Vorprogramm sind die Musiker von Pretty Lightning, die wohlgemerkt einzige Fuzz-Club-Band aus Saarbrücken.
Danach wird es ein wenig kulturpolitisch im Kinett: Zum einen gestaltet am 10. März der Musiker Sebastian Krumbiegel, bekannt als die Stachelfrisur von den Prinzen, einen „Abend für Demokratie“, gefördert durch das House of Resources Kaiserslautern (der Eintritt ist frei). Und am 11. März lädt das Kinett zu einer Gesprächsreihe unter dem Titel „Ist das noch/schon mein Land?“. Initiiert wurde die Reihe vom Schriftstellerverband PEN, Berlin. Zu Gast sind auf der Kinett-Bühne: Manuel Andrack (Autor, Wanderexperte und ehemaliger Sidekick von Harald Schmidt), Artur Becker (Schriftsteller), Alexandra Dietz (Journalistin, Moderation) und PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel mit Team. Ein angeregter Austausch mit dem Publikum sei „ausdrücklich erwünscht“. Los geht es bereits um 19 Uhr.
Danach wird es wieder Zeit für Musik: Am 17. März gehen die Private Lives aus Montreal an den Start und spielen „herrlich erfrischenden Power Pop“, so die Info. Die Sound-Mischung blubbert feinperlig zwischen dem Charme der US-amerikanischen 70er-Band The B-52s, ein paar 60er Girl Groups und The Sniffers. „Es ist die Art Spaß, kurz bevor Daddy dir wieder den Thunderbird abnimmt“, heißt es im Promo-Text. Wild!
Am 19. März kommen die Musikanten von Pales ins Haus. Seit dem „Willkommen im Dschungel“-Festival 2025 erobern Post-Punker aus Straßburg die Bühnen Europas. Die Band hat mit Célia eine hoch charismatische Sängerin an der Front. Beim Haldern Pop Festival 2025 haben sie längst alle Fan-Liebe abgeräumt. Im Kinett wird es liebevoll weitergehen, ab 20 Uhr.
Am 22. März kommt Scout Gillett ins Kinett. Die in Missouri geborene, in Brooklyn aufgewachsene und heute in Los Angeles lebende Künstlerin ist energiegeladen und furchtlos und verzaubert mit glitzerndem, kosmischem Twang. Nach ihrem vielbeachteten Debütalbum „No Roof No Floor“ verbrachte Scout über zwei Jahre damit, ihre Liveshow auf Tournee zu perfektionieren. Das Album dazu soll 2026 erscheinen. Scouts Musik kreiert dabei eine seltene Balance – rohe Verletzlichkeit trifft und furchtlose Energie. Wie das klingt? Live reinhören ab 20 Uhr.
Das Finale im Monatsprogramm serviert am 25. März das Ben Wood Inferno. Der Ex-Wahl-Trierer Psych-Rock’n’Roller und absoluter „Madman“ Ben Wood ist wieder in der Stadt. Kinett-Kenner wissen Bescheid: Die Show wird explosiv! Und so gleiten wir mit einem musikalischen Knall in den April, wenn das Kinett unter anderem einen ganzen „Dschungel“ erwartet.