RHEINPFALZ-REPORT
Daniel Schleicher: Was macht ein Gigabit-Koordinator?
„Ich komme aus Frankfurt, der Perle am Main“, sagt Daniel Schleicher zum Einstieg. Eine fehlende schnelle Internetverbindung dürfte es in einer solchen Metropole doch wohl kaum geben? Schleicher sagt: „Es ging eigentlich, wurde aber mit der Zeit immer schlechter.“ Denn die Anforderungen an die Geschwindigkeiten im Internet steigen stetig, immer mehr seiner Nachbarn nutzten nach und nach diese Anschlussmöglichkeit über das Fernsehkabel: „Da aber die Infrastruktur nicht mehr nachgebessert wurde, wurde die sogenannte ,Feierabenddelle’ immer größer. Als es dann durch die Pandemie mit Home-Office losging und schlagartig noch mehr Teilnehmer angeschlossen wurden, ist auch dieses System sehr unzuverlässig und langsam geworden“, erzählt der 34-Jährige.
Seit 1. Oktober ist er Gigabit-Koordinator der Stadt. Schleicher folgt auf Christoph Baumann, der diese Position seit 2020 inne hatte. Er koordiniert alle Beteiligten im Glasfaser-/Funk-Ausbau. Egal, ob das den privaten Ausbau durch verschiedene Telekommunikationsunternehmen betrifft, die private Adressen anschließen oder auch das Glasfasernetz der Stadt, welches die städtischen Liegenschaften miteinander verbindet. Er führt Gespräche mit Anbietern wie der Telekom, Deutschen Glasfaser oder Plusnet, behält den Überblick über die Maßnahmen und Fördermöglichkeiten.
In Kaiserslautern sind etwa zwölf Prozent der Adressen (circa 2700 bei 22.700 Adressen) an das Glasfaser-Netz angeschlossen.
Deutsche Glasfaser bereit zum Ausbau
Schleicher zog im vergangenen Jahr nach Bruchmühlbach-Miesau. Durch die große Entfernung sei ein Jobwechsel – Schleicher arbeitete zuvor in der Antriebstechnik – notwendig geworden. Als studierter Elektroingenieur sind ihm die Grundlagen von Technologien wie Glasfaser oder dem Aufbau eines 5G-Mobilfunk-Netzes nicht fremd. „Die Aufgabe als Gigabit-Koordinator klang interessant und ist vor allem wichtig, weil es für die Gesellschaft immer wichtiger wird“, sagt Schleicher.
Er beschäftigte sich in den ersten Monaten mit dem bevorstehenden Ausbau durch die Deutsche Glasfaser. Diese betreibt in der Stadt – insbesondere in den Stadtteilen, erklärt Tiefbau-Referatsleiter Sebastian Staab – die Vorvermarktung. Konkret wurde es bei Schleicher auch schon: „In Erfenbach ging es um die Anbindung des Gemeindehauses und der Mehrzweckhalle an das Glasfasernetz“, erzählt Schleicher.
Schleichers eigene Erfahrung: Es geht nicht ohne Schwierigkeiten beim Glasfaserausbau
Er kennt die Fallstricke beim Glasfaserausbau auch aus eigenem Erleben. In Bruchmühlbach wird derzeit Glasfaser verlegt, auch er entschied sich für einen Anschluss. Doch die Firmen gingen dabei längst nicht immer und überall ordentlich vor, erzählt er. „Die Straße ist dann längere Zeit offen, wird manchmal nur provisorisch gepflastert, beim Graben wird mal eine Leitung gekappt und der Telefonanschluss ist erstmal tot. Wenn ein Verteilerkasten aufgestellt wird, kann das Monate dauern“, erzählt der Gigabit-Koordinator. Dadurch entstehe Unmut in der Bevölkerung. Bei Fragen bereitzustehen, zu erklären, ist eine seiner Aufgaben.
