Kaiserslautern
CDU-Landtagskandidat: Marc Fuchs setzt sich gegen Ursula Düll durch
Im April haben die Christdemokraten Fuchs für den Wahlkreis Kaiserslautern I aufs Schild gehoben, den derzeit SPD-Mann Andreas Rahm in Mainz vertritt. Für gewöhnlich wird zu solchen Nominierungsveranstaltungen die Presse eingeladen, will man doch eine möglichst große Aufmerksamkeit für den eigenen Kandidaten. Da überraschte es, dass die Partei lediglich via Pressemitteilung über die Nominierung informierte. Mit deutlicher Mehrheit sei Fuchs gewählt worden, hieß es. Nicht in der Pressemitteilung stand dagegen, dass sich der stellvertretende Kreisvorsitzende und Fraktionsvize im Stadtrat dabei gegen Ursula Düll durchsetzte, die Vorsitzende des Kreisverbandes Kaiserslautern Stadt. Das bestätigten Fuchs und Düll dann auf Nachfrage. Nach RHEINPFALZ-Informationen hat bei der Kandidatur von Düll unter anderem die Hoffnung eine Rolle gespielt, dass die Lauterer CDU mit einer Kandidatin einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste ergattern könnte. Fuchs hatte nach eigener Aussage bereits bei der Landtagswahl 2021 Interesse an einer Kandidatur, verzichtete damals aber zugunsten des heutigen Bürgermeisters Manfred Schulz, der für die CDU ins Rennen ging, aber gegen Andreas Rahm unterlag. Ein weiteres Mal wollte Fuchs nicht zurückziehen. „Zumal das mein Wahlkreis ist“, betont der Hoheneckener, der anders als Düll im Wahlkreis wohnt. Der umfasst die Stadt ohne Dansenberg, Einsiedlerhof, Erfenbach, Erlenbach, Mölschbach, Morlautern und Siegelbach sowie ohne die ehemaligen Ortsbezirke Betzenberg und Lämmchesberg/Universitätswohnstadt. So habe man sich darauf geeinigt, die Mitglieder entscheiden zu lassen.
Und die entschieden sich für Fuchs. Konsequenzen will die Kreisvorsitzende deswegen nicht ziehen. „Nein, alles gut! Ich werde ihn unterstützen – wie auch den Kandidaten aus dem zweiten Kaiserslauterer Wahlkreis“, betont Düll, die 2023 Michael Littig an der Spitze des Kreisverbandes folgte. Probleme bei der künftigen Zusammenarbeit erwartet Fuchs nicht: „Ursula Düll wäre auch eine gute Kandidatin gewesen.“ Sie habe ihm zugesichert, ihn zu unterstützen.
Polizei soll mehr Präsenz zeigen
Fuchs ist gebürtiger Kaiserslauterer und hat 2005 am Hohenstaufen-Gymnasium Abitur gemacht. Nach zwei Jahren als Soldat bei den Fallschirmjägern in Zweibrücken studierte er als Zivilist bei der Bundeswehr und war unter anderem im Kreiswehrersatzamt eingesetzt. 2021 wechselte er zur Polizei, im Präsidium Westpfalz leitet der Diplom-Verwaltungswirt als Regierungsrat das Referat Haushalt und Finanzen. Da liegt es nahe, dass sich der 40-Jährige besonders um die Themen Sicherheit und Finanzen kümmern möchte. „Es muss möglich sein, dass die Menschen ohne Angst durch die Stadt gehen können“, sagt Fuchs. Die Polizei müsse, verzahnt mit dem Ordnungsamt, mehr Präsenz zeigen, fordert er. Dafür sei mehr Personal nötig.
Mit Blick auf die Kommunalfinanzen pocht Fuchs auf das Konnexitätsprinzip. Wenn die Kommunen Aufgaben für Land und Bund übernehmen, müsse das ausreichend gegenfinanziert werden. Genau das passiere aber nicht: Nachdem die Stadt einige Jahre einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen konnte, gebe es in diesem Jahr trotz aller Anstrengungen wieder ein Defizit von 38 Millionen Euro. Als Ratsmitglied fühle man sich bisweilen „fast wie ein Insolvenzverwalter“, sagt der stellvertretende CDU-Sprecher. Seit Jahrzehnten werde Kaiserslautern von SPD-Abgeordneten in Mainz vertreten. Diese seien der SPD-geführten Landesregierung „nicht entschlossen genug entgegengetreten“, kritisiert Fuchs.
Pietzarek soll junge Wähler ansprechen
Daneben liegt dem Vater einer elfjährigen Tochter das Thema Bildung am Herzen. „Wir haben schon in der Grundschule zu große Klassen“, betont Fuchs. Zu oft falle Unterricht aus. Da müsse die Landespolitik anpacken.
Im Wahlkampf wird Fuchs von Ersatzkandidaten Lukasz Pietzarek unterstützt. Der 27-jährige ist Vorsitzender der Jungen Union Kaiserslautern, stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender und seit 2024 Mitglied im Stadtrat. Pietzarek soll die jüngeren Wähler ansprechen. Er selbst sei mit 40 Jahren nicht alt, „aber Lukasz holt die jungen Leute ganz anders ab“, sagt Fuchs. Das habe man beispielsweise beim Thema Skaterbahn gesehen. Daher sei klar gewesen, dass Pietzarek Ersatzkandidat für die Landtagswahl im kommenden März werden soll, unabhängig vom Ausgang der Wahl zwischen ihm und Düll, so Fuchs.
