Kaiserslautern / Kreis Kaiserslautern Bombendrohungen an acht Schulen: Ein Schuldezernent beschreibt das Vorgehen

Anfang Mai gab es schon einmal eine Bombendrohung: Damals war das Schulzentrum Süd in Kaiserslautern abgesperrt worden.
Anfang Mai gab es schon einmal eine Bombendrohung: Damals war das Schulzentrum Süd in Kaiserslautern abgesperrt worden.

Der Wortlaut war identisch, die Adresse des Absenders dieselbe: Acht Schulen in und um Kaiserslautern hat am Montag eine Welle von Drohmails erfasst.

War das alles nur ein dummer „Scherz“? In seiner Pressemeldung jedenfalls teilte das Polizeipräsidium Westpfalz mit, dass es solche Angriffe nicht als harmlos abtut, sondern sie „strafrechtlich verfolgt“: Am Montagmorgen ist an insgesamt acht Schulen in der Stadt und im Landkreis Kaiserslautern ein Schreiben mit einer Bombendrohung eingegangen. Nach der Analyse des Landeskriminalamts gingen die Beamten allerdings „nicht von einer Ernsthaftigkeit“ oder Gefahrenlage aus. Zwar waren die Ermittler jeweils vor Ort und standen in engem Austausch mit den Schulleitern – der Unterricht aber lief planmäßig weiter. Zu den betroffenen Einrichtungen gehörten: das Hohenstaufen-Gymnasium, die Lina-Pfaff-Realschule plus, die BBS I und II, das Burggymnasium, die IGS Bertha von Suttner, die St.-Franziskus-Realschule sowie die Realschule plus in Ramstein-Miesenbach.

Die Nachrichten reihten sich damit in eine ganze Serie von Drohmails, wie sie am Montag landesweit gegen mindestens 50 Schulen gerichtet wurden, hieß es vonseiten der Polizei. In allen Fällen waren Wortlaut und Absenderadresse offenbar identisch. Wer die E-Mails verfasst hat, ist bislang noch nicht bekannt – die Ermittlungen dauern an.

„Das braucht kein Mensch“, so der Beigeordnete

„Wenn man das Ganze als Übung betrachten würde, hat alles reibungslos geklappt“, beschrieb Marcus Klein (CDU), Erster Beigeordneter und Schuldezernent der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, wie die Evakuierung der Schüler an der Realschule plus ablief. Er sei kurz nach 8 Uhr an der Schule gewesen. „Da war die Polizei schon vor Ort, hatte ihre Untersuchung abgeschlossen und das Gebäude wieder freigegeben“, schilderte Klein. Die Kinder und Jugendlichen hätten sich nach der Räumung des Gebäudes erst im Schulhof versammelt und seien dann „rüber ins gegenüberliegende Sportzentrum geleitet“ worden. Der Beigeordnete lobte die schnelle Informationsübermittlung: „Die Schulleitung hat gleich stillen Alarm ausgelöst und die ADD sowie die Polizei informiert.“ Nach der Freigabe des Gebäudes seien die Schüler wieder „geordnet und ruhig“ in ihre Klassenzimmer zurückgekehrt. „Ich hoffe, dass das nur ein Einzelfall war, denn das braucht kein Mensch“, zeigte sich Klein erleichtert.

Der rheinland-pfälzische Bildungsminister Sven Teuber (SPD) verurteilte die Drohungen aufs Schärfste. Diese seien „abscheuliche Angriffe auf Orte, die Schutz, Bildung und Zusammenhalt bieten sollen“, sagte er am Mittag in Mainz. Neben den Einrichtungen in Rheinland-Pfalz war außerdem eine Vielzahl von Schulen in anderen Bundesländern betroffen – etwa im Saarland, in Thüringen oder in Brandenburg. Bereits am Morgen des 8. Mai hatte es in Kaiserslautern eine Bombendrohung gegeben, damals an der Kurpfalz-Realschule im Schulzentrum Süd. Das Gelände war an jenem Donnerstag komplett abgesperrt worden, der Unterricht ausgefallen.

x