Lauterer Wochenmarkt Boll-Burger: Mit dem richtigen Belag zum Kult-Objekt

 Kennt die Produkte und die Kundschaft: Adis Junuzovics Angestellte Ulrike Kästner.
Kennt die Produkte und die Kundschaft: Adis Junuzovics Angestellte Ulrike Kästner.
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Vom Bauingenieur zum Imbissbetreiber. Vor knapp drei Jahren hat Adis Junuzovic einen Anhänger von Doris und Manfred Boll übernommen. Obwohl die Corona-Pandemie das Kaufverhalten der Kunden auf dem Wochenmarkt verändert hat, steht der Boll-Burger weiter hoch im Kurs.

Adis Junuzovic (31) hält ein über viele Jahre mit dem Wochenmarkt verbundenes Kult-Objekt in die Luft: den Boll-Burger. Mit der Originalrezeptur, die sich der kürzlich verstorbene Manfred Boll hat patentieren lassen. 2019 hat der 31-Jährige einen Stand mit einem Anhänger von Doris und Manfred Boll übernommen, den Hänger mittlerweile aber gegen einen Food-Truck eingetauscht.

„Nach wie vor steht der Boll-Burger hoch im Kurs“, sagt Junuzovic, der einen von drei Imbissständen auf dem Markt betreibt. Was das Besondere am Boll-Burger ist? „Der Belag macht’s“, ist er überzeugt. Zwei Scheiben Rindfleisch, Bacon, Käse, Spiegelei, Salat, Zwiebeln, Gewürzgurken, Tomaten und eine hausgemachte Sauce. Fertig. Häufig verlangt werde auch der „Veggie-Boll-Burger“ – statt Rindfleisch gibt’s dabei einen Gemüse-Patty. Und auf Bacon wird natürlich verzichtet. Neben diversen Burgern werden am Stand von Junuzovic auch Rinds- und Bratwürste, Frikadellen, Eiervariationen, Pommes und Getränke angeboten.

Mehr Bestellungen zum Mitnehmen

Nicht immer ist Bolls Nachfolger dienstags und samstags außerhalb der Stoßzeit zwischen 11 und 13 Uhr im Food-Truck anzutreffen. Doch in Ulrike Kästner, einer langjährigen Mitarbeiterin seines Vorgängers, weiß Junuzovic jemand Verlässlichen an seiner Seite. „Sie kennt sich aus im Imbissgeschäft und weiß um ihre Kundschaft.“ Beide schildern, wie sich seit Beginn der Corona-Pandemie die Gewohnheiten der Marktbesucher verändert haben.

„Die meisten Kunden lassen sich ihren Imbiss einpacken und nehmen ihn mit nach Hause.“ Er bedauert, dass die Tische und Bänke vor dem Imbiss derzeit nur selten zu einer kurzen Rast und zu einem Plausch genutzt werden. „Die wenigsten Kunden verzehren ihren Imbiss vor dem Stand.“ Hin und wieder verhielten sich Kunden auch nicht ganz corona-konform – häufig aus Unkenntnis. „Dann erinnere ich sie an die Abstands- und Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt.“

Sorge: Weniger Händler, weniger Kunden

Junuzovic hat seine Entscheidung bis heute nicht bereut, seine Tätigkeit als Bauleiter bei einem großen Unternehmen aufzugeben, um einen Imbiss zu betreiben. Selbstständig zu sein, habe ihn schon immer gereizt, sagt der junge Mann, der in Bosnien zur Welt kam, in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen ist und sein Studium des Bauingenieurwesens an der Technischen Universität Kaiserslautern abgeschlossen hat.

Er schätze den Lauterer Wochenmarkt und kaufe einen Teil seiner Ware wie Eier, Salat und Brötchen bei seinen Kollegen auf dem Stiftsplatz ein. Mit Sorge betrachtet er aber, dass der Markt an Dienstagen von immer weniger Händlern frequentiert wird. „Kommen weniger Händler, kommen auch weniger Kunden. Ich hoffe, dass sich die Situation zum Frühjahr hin bessert.“

Verkaufsradius erweitert

Zwischenzeitlich hat der Unternehmer das Imbissangebot und den Verkaufsradius erweitert. Boll-Burger, Salate, Wraps, Snacks und Fingerfood gibt es seit April auch in der Altstadt – ein weiteres Standbein, das sich der ehemalige Bauleiter in der Steinstraße geschaffen hat. Immer mittwochs, 11 bis 14 Uhr, stehe er mit seinem Food-Truck auch vor dem Business + Innovation Center in der Trippstadter Straße. „Der Verkauf läuft gut und ist für meine Kunden eine Abwechslung.“

Einen weiteren Standort mit seinem Food-Truck hat Adis Junuzovic auf dem Platz vor der Abteikirche in Otterberg belegt. Dort trifft man ihn immer montags zwischen 11 und 20 Uhr an.

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