Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Bei der emotionalen Meisterparty des FCK II schwingt auch ein Hauch Wehmut mit

Die U21 des FCK posiert vor dem Tor vor der Westkurve fürs Meisterfoto.
Die U21 des FCK posiert vor dem Tor vor der Westkurve fürs Meisterfoto.

Die finale Oberligapartie des FCK II begeistert alle. Die Fans, die FCK-Meisterspieler, sogar die unterlegenen Gäste. Für einige ist es letzte Auftritt im FCK-Trikot.

Eines hatten die Spieler beider Vereine am Samstagnachmittag schon einmal gemein: Sowohl die Akteure des 1. FC Kaiserslautern II als auch des FV Eppelborn genossen in vollen Zügen die Stimmung und die Atmosphäre auf der großen Bühne vor 6518 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion. Und noch etwas hatten beide Teams gemein: Für sie war es der (vorerst) letzte Auftritt in der Fußball-Oberliga. Während der FCK II nach dem 5:0 (4:0) als Meister in die Regionalliga aufsteigt, geht es für Eppelborn in die andere Richtung, nach unten in die Saarlandliga.

Als die großen Feierlichkeiten nach dem Schlusspfiff losgingen, standen auch die Eppelborner nicht abseits. Sie waren hautnah an der Westkurve dabei, als die FCK-Spieler ausgelassen mit ihren Fans feierten – Bierduschen für die Trainer inklusive. Auch die FV-Spieler gönnten sich auf dem Rasen Kaltgetränke. Stellvertretend für seine Teamkollegen sagte Marc Pesch, der mit seinem kleinen Kind auf dem Arm die Stimmung aufsog: „Für mich persönlich war das sehr beeindruckend, wie ich hier vor Spielbeginn rausgekommen bin, und die Fans ,Kaiserslautern’ gerufen haben“, sagte der 34-Jährige. „Da gab es schon eine Mega-Gänsehaut. Während des Spiels haben wir das irgendwie ausgeblendet – aber trotzdem: Das ist ein Erlebnis für die Ewigkeit. Trotz der 0:5-Niederlage hat das jeder in der Mannschaft sehr genossen.“

Der Auftakt zur Party: FCK-Stürmer Chinedu Chukwukelu genoss seinen Treffer zum 1:0 vor der Westkurve im Fitz-Walter-Stadion und
Der Auftakt zur Party: FCK-Stürmer Chinedu Chukwukelu genoss seinen Treffer zum 1:0 vor der Westkurve im Fitz-Walter-Stadion und schwärmte später von dem »unbeschreiblichen« Gefühl.

FCK-Stürmer Chukwukelu schwärmt

Auch FCK-Stürmer Chinedu Chukwukelu kam aus dem Schwärmen fast nicht mehr heraus. Der 19-Jährige hatte mit seinen beiden Treffern zum 1:0 (11. Minute) und zum 2:0 (22.) die Westkurve zum Brodeln gebracht und alle Signale in Richtung Party gestellt. „Das ist wirklich unbeschreiblich“, sagte Chukwukelu, der insgesamt 14 Tore zum Aufstieg beigesteuerte, zum Gefühl, auf die Westkurve zu spielen und doppelt zu treffen. „Danke auf jeden Fall an alle Fans, die heute da waren. Es hat sich angefühlt, als ob das Stadion voll gefüllt wäre. Die Fans haben über 90 Minuten Stimmung gemacht – und ich bin froh, dass ich bei jedem Jubel über meine zwei Tore die Kurve komplett mitnehmen konnte.“ Chukwukelu wurde nach 68 Minuten ausgewechselt und holte sich als Doppeltorschütze den tosenden Applaus der Fans ab.

Abschiedstor: Shawn Blum (Zweiter von rechts) bejubelt seinen Treffer zum 3:0 mit Doppeltorschütze Chinedu Chukwukelu (rechts),
Abschiedstor: Shawn Blum (Zweiter von rechts) bejubelt seinen Treffer zum 3:0 mit Doppeltorschütze Chinedu Chukwukelu (rechts), Melvin Wiesnet, der das 4:0 erzielte (Dritter von rechts), und Kian Scheer.

Schon früher, nämlich nach 58 Minuten, war für zwei andere FCK-Spieler Schluss – mit gutem Grund: Offensivspieler Shawn Blum, der Torschütze zum 3:0 (24.), und Innenverteidiger Drini Miftari verließen ebenfalls unter großem Applaus das Feld. Für beide war es das letzte Spiel im FCK-Dress. Der 23-jährige Blum verabschiedete mit seinem 15. Saisontreffer, wodurch er erneut Top-Torschütze des FCK II in dieser Spielzeit wurde, nach drei Jahren in der zweiten Mannschaft. Der 22-jährige Miftari, der nicht geringen Anteil daran hatte, dass sein Team die wenigsten Gegentreffer der Liga kassierte (38), verlässt nach zehn Jahren den Verein, den er als „eine Wucht“, bezeichnete.

Gemischte Gefühle bei Miftari

„Wie soll ich sagen? Auf der einen Seite freue ich mich über die Meisterschaft und den Aufstieg“, sagte Miftari zu seiner Gefühlslage. „Andererseits bin ich sehr traurig, weil ich alle hier ins Herz geschlossen habe, die Jungs, das Trainerteam, den Verein sowieso. Umso umso schöner ist es dann aber auch, sich mit so einem Erfolg verabschieden zu können.“ Ein Erfolg, mit dem zu Saisonbeginn nicht zu rechnen war, wie der 22-Jährige betonte: „Ich denke, nach dem sechten Spieltag hätte keiner gedacht, dass wir das noch so rumreißen können. Aber da haben wir uns noch mal als Mannschaft zusammengeschweißt. Und jetzt sieht man nach 28 ungeschlagenen Spielen, dass man niemals aufgeben sollte.“ Die beiden restlichen Tore besorgten Melvin Wiesnet (45.) und Erik Müller (63.).

Miftari und Blum sind nicht die einzigen Spieler, für die es nicht beim FCK weitergeht. Auch der 22-jährige Stürmer Felix Geisler (neun Saisontore) und der 19-jährige Offensiv-Wirbler Tyrese Zeigler (ein Treffer), die beide in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurden, verlassen den Verein. Insofern schwang bei aller Freude auch ein Hauch von Wehmut mit. Wohin die Spieler wechseln, ist noch nicht bekannt. Die Personalplanungen für die Regionalliga liefen schon auf Hochtouren, berichtete Niklas Martin, der neue Leiter des FCK-Nachwuchsleistungszentrums.

Doch am Samstag war erst einmal Feiern angesagt. Nach der emotionalen Party im Stadion ging es in der Lauterer Innenstadt weiter. Wie zu hören war, sehr lang und ausgiebig.

Kommentar zum Aufstieg des FCK II.

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