Kaiserslautern Bauernproteste: Traktoren stehen auf Autobahnbrücken

Martin Lauer steht mit seinem Traktor auf einer Brücke über die A6 bei Vogelbach.
Martin Lauer steht mit seinem Traktor auf einer Brücke über die A6 bei Vogelbach.

Mit Traktoren auf landwirtschaftlich genutzten Autobahnbrücken machten Bauern in der Westpfalz am Mittwochmorgen auf ihre Anliegen aufmerksam. Derzeit laufen in Berlin die Beratungen zum Bundeshaushalt. Dabei geht es auch um die Kürzung der Agrardieselsubventionen. Die Landwirte ärgert aber mehr.

Ein Lastwagen, der auf der A6 in Richtung Mannheim unterwegs ist, lässt seine Hupe ertönen. Martin Lauer hebt die Hand zum Gruß. Seit 6.30 Uhr steht er mit seinem Traktor auf einer kleinen Brücke über die A6 unweit der Vogelbacher Mühle bei Vogelbach im Landkreis Kaiserslautern.

„Ich mache das im Nebenerwerb“, sagt der Landwirt von der Vogelbacher Mühle, der eigentlich im Pflegebereich arbeitet. „Aber wenn ich meine Kollegen sehe ...“ Lauer hat sich auch schon am 8. Januar an der Blockade der Autobahnauffahrten beteiligt. „Das war alles friedlich“, sagt er. So wie an diesem Morgen. Seine Nachbarin habe die Brücke schon passiert, die er um 8 Uhr, wie vereinbart, wieder räumen wird, sagt er.

Nicht nur Agrarsubventionen ein Problem

Einige Hundert Meter weiter in Fahrtrichtung Saarbrücken sieht man weitere Rundlichter eines Traktors auf einer Brücke. Auf über einem Dutzend Brücken im Kreis Kaiserslautern und in der Südwestpfalz standen am Mittwochmorgen Traktoren. „Wir wollen zeigen: ,Wir sind noch da’“, hatte Kreisbauernvorsitzender Jürgen Vogelgesang die Aktion am Dienstag erklärt. Ob die Proteste die Bundespolitik bei den Haushaltsberatungen umstimmen können und die Agrardieselsubventionen erhalten bleiben? „Ich glaube nicht“, fürchtet Lauer. Doch der sukzessive Wegfall der Subventionen ist aus seiner Sicht nicht die einzige Stellschraube, an der man drehen müsste. Die Bürokratie müsste man beispielsweise zurückfahren. Auch die Entscheidung der EU-Kommission, vier Prozent der Ackerfläche stillzulegen, sollte man zurücknehmen. „Mein Vater hat gesagt, wenn man an den Wiesen zwei Jahre nichts macht, hat man danach drei Jahre Arbeit“, sagt Lauer und zeigt auf die Bruchwiesen. In dritter Generation betreibt er Landwirtschaft, sieht sich auch als Landschaftspfleger.

„Es muss etwas passieren“, findet er. Die Landwirte gehörten zum Dorfbild. Damit das so bleibe, müsse sich die Politik bewegen. Etliche Pendler, die die Brücke am Mittwochmorgen unterquerten, haben jedenfalls per Hupe ihren Zuspruch signalisiert.

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