Meinung Baudenkmäler in Kaiserslautern: Endlich setzt Umdenken ein
Die Huber-Kapelle auf dem Kaiserslauterer Hauptfriedhof wird saniert. Endlich! Hätte sie noch länger vor sich hingegammelt, wäre das außergewöhnliche Grabmal wohl nicht mehr zu retten gewesen. Dass die Stadt mitgezogen hat, ist ein gutes Zeichen. Das spricht für einen Bewusstseinswandel, ein Umdenken. Baudenkmäler erfahren mehr Wertschätzung, es wird erkannt, dass sie wichtige Zeitzeugnisse sind, die die Identität Kaiserslauterns prägen. Viel zu lange gingen stadtbildprägende Gebäude unwiederbringlich verloren, dominierten Bagger statt Sanierung. Zuletzt war der Aufschrei groß, als die DRK-Kolonne in der Augustastraße abgerissen wurde. Wobei man den Verantwortlichen zugute halten muss, dass sie zum damaligen Zeitpunkt nicht unter Denkmalschutz stand.
Dass es im Fall der Huber-Kapelle Fördermittel gibt und sich auch die Familie des Erbauers für den Erhalt engagiert, ist löblich. Eine Kommune, die finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, kann solche Projekte, auch wenn sie einzigartig sind, nicht alleine stemmen. Aber sie kann zumindest steuernd eingreifen, unterstützen, kann sich bemühen, dass sich Geldgeber finden. Schön wäre es, wenn die Kapelle künftig genutzt werden könnte. Leerstand ist auf Dauer schlecht. Und generell gilt: Denkmalschutz ist wichtig. Er darf aber nicht über das Ziel hinausschießen und mit zu strengen Auflagen Erhaltungsmaßnahmen erschweren. 150.000 Euro für eine Dachsanierung wie im Fall der Huber-Kapelle sind schon ziemlich happig.
