Otterberg Ausstellung in der Abteikirche: Ähnlich aber anders
Die zweite Ausstellung zeigt Malerei von Karin Frommann und Utaellamarie Peter zum Motto „ähnlich aber anders“. Was sich die Gründer des Vereins KulturArt einst auf die Fahnen schrieben, erfüllen dieses Mal bereits bei die beiden Ausstellerinnen. Denn es ist nicht nur ihre Kunst, die erstmals nach Otterberg kommt. Sie selbst lernen dadurch die Wallonenstadt kennen und bringen Verwandte und Bekannte ebenfalls dazu.
Denn Karin Frommann, Jahrgang 1964, ist gebürtige Wiesbadenerin, lebt und arbeitet mittlerweile in Eimsheim im Landkreis Mainz-Bingen. Utaellamarie Peter ist in Wahlheim im Landkreis Alzey-Worms zu Hause. Und hieran zeigt sich, dass das Motto auch persönliche Aspekte einbezieht: die gemeinsame Region Rheinhessen bezieht sich auf das Mottowort „ähnlich“. Ebenso korrespondieren beider Lebensläufe. Denn „irgendwie malten wir schon immer“. Das Medium Malerei ernsthaft zu leben, passierte beiden um ihr 50. Lebensjahr herum. Ähnlich – das sehen beide auch in ihrem Hang zu starken und satten Farben. Und ähnlich spannend erlebt der Betrachter schlussendlich die Lesart beider Werke. Denn was sich da zwischen Strukturen und Konturen – sozusagen zwischen den Zeilen – an Ideen, Darstellen und Fantasien entdecken lässt, gewinnt nun durch das gemeinsame Ausstellen an Potenzial.
Gegensätzliche Stile
Das Überraschende daran ist, dass beider Malstile glatte Gegensätze sind. Und daher – laut Titel – eben „anders“. Karin Frommanns Kunststil ist die Abstraktion. Sie malt sich frei, indem sie Formen mit Pinsel, Spachtel, Händen und letztlich Vorstellungskraft von Kanten und Grenzen befreit und Illusionen scheinbar entgrenzter Räume schafft.
Anders Utaellamarie Peter. Sie sieht sich den Anatomien allem Wesenhaften verpflichtet. Ihre unkonventionelle, figurative, teils fotorealistische Malerei, die sie zudem von der Pike auf im akademischen Bildaufbau praktiziert, mündet im Reich des Surrealen. Peter entwirft Dramen, die erschaudern lassen. Jedoch nie ganz abdriften, weil das Surreale – wenngleich verzerrt – schmunzeln lässt. Im Kapitelsaal werden beide Positionen gegenüber gestellt.
Die Ausstellung
Vernissage am Donnerstag, 22. Mai, um 19 Uhr, musikalische Begleitung von Caroline Busser (Cello). Konzert am Freitag, 23. Mai, 20 Uhr, French Touch light mit französischer Musette und mehr. Die Ausstellung ist dann am Samstag, 24. Mai, und am Sonntag, 25. Mai, von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die Künstlerinnen werden an beiden Tagen anwesend sein.