Cheerleading Auf der Suche nach einer Wiese

Ein Bild aus glücklichen Zeiten: Die Footballer spielen, die Cheers sorgen für Stimmung.
Ein Bild aus glücklichen Zeiten: Die Footballer spielen, die Cheers sorgen für Stimmung.

Coronazeit ist Leidenszeit – das gilt auch für die Cheerleader der Kaiserslautern Pikes. Nicht nur, dass die Gruppierung von Abteilungsleiterin Jessica Breuer wegen der ausgefallen Saison im American Football ihr Können nicht an auf der Tartanbahn zeigen darf. Sie kann auch zurzeit nicht trainieren.„Ich verstehe es nicht. Jeder bekommt es hin, außer die Stadt Kaiserslautern. Wir hängen in der Luft“, klagt Jessica Breuer, die nicht nur die Gruppe der Senior-Cheers federführend leitet, sondern auch Vorstandsmitglied der Pikes ist. Gemeint ist die Hallensituation in der Barbarossastadt, die zurzeit ein Training in der Turnhalle der Grundschule Bännjerrück nicht zulässt. Die Halle ist wie alle anderen städtischen Hallen nach dem knappen Abstimmungsergebnis im Stadtrat (20:21) – das Gremium entschied sich gegen eine Öffnung unter Coronaregeln – bis auf Weiteres geschlossen.

„Wir können nicht einfach in den Park gehen“

Vermutlich könnten die Cheerleader auch im Freien trainieren. Das Aber folgt aber fast im gleichen Atemzug. „Da hängt ja noch viel mehr dran. Wir können nicht einfach in den Stadt- oder Volkspark gehen. Wir müssen Regeln einhalten. Es ist nicht ganz so einfach, da sind ja noch andere Leute. Das Training soll auch einen offiziellen Charakter haben“, verweist die 26-jährige Breuer auch auf den Versicherungsschutz. Und sie merkt an, dass Cheerleading mit einer der gefährlichsten Teamsportarten sei. „Es ist uns wichtig, dass uns jemand Zeit gibt, auf seinem Gelände zu trainieren“, fügt Breuer an, die in einer Werbeagentur im Bereich Kundenbetreuung arbeitet.

Die Minis wollen starten

Derzeit prüfe die Abteilung der Pikes ihre Kontakte. Sie möchte auf einer Wiese trainieren, die ein Verein ihr für die Trainingszeit überlässt. „Wo das sein wird, ist noch offen. Wir würden uns freuen, wenn sich ein Verein melden würde, der uns einen Platz zur Verfügung stellt“, fügt Breuer an. Das Zeitfenster müsste breit sein. Denn die Pikes haben neben den Seniors auch Nachwuchsgruppen, die Juniors für die elf bis 16-Jährigen und die Mini-Pikes (Kinder von fünf bis zehn Jahren), die am liebsten sofort wieder ihre Show mit diversen Elementen vorzeigen würden.

Gruppen müssen geteilt werden

Neben ihren Auftritten am Rande der Football-Spiele des Herrenteams nehmen die Cheers der Hechte auch an diversen Wettbewerben teil, waren schon bei nationalen Meisterschaften. Bis zu 20 Teilnehmer zählt jede Trainingsgruppe bei den Pikes, die ohnehin aufgrund der geltenden Coronaregeln aufgeteilt werden müsste. „Es dürfen maximal zehn Teilnehmer zusammen trainieren. Da kann es dann auch Körperkontakt geben. Es wird eine Anwesenheitsliste und feste Gruppen geben“, plant Breuer, die bereits seit 2007, der Geburtsstunde der Junior-Cheerleading-Abteilung, dabei ist.

Das Alternativprogramm

Für die Zeit ohne Platz gibt es im Moment ein Alternativprogramm für die Breuer-Truppe. So bietet sie ein verpflichtendes Workout via Internet an. „Wir wollen als Trainer wissen, wer trainiert. Jeder muss zu einer bestimmten Zeit online sein. Wenn jemand nicht kann, muss sich derjenige auch abmelden. Corona soll da keine Ausrede sein“, stellt die in Kaiserslautern wohnende Breuer fest. Sie hat trotz allem Hoffnung, dass sich in den nächsten Tagen etwas in Sachen Trainingsmöglichkeiten ergibt. „Ein Fußballplatz wäre auch gut“, meint Breuer, da dann die beiden Zehnergruppen problemlos und mit großem Abstand trainieren könnten.