Interview „Auch der FCK sucht“: Agentur für Arbeit veranstaltet Jobmesse im Fritz-Walter -Stadion

Am 24. April veranstaltet die Agentur für Arbeit im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern die Jobmesse „Einstieg 2024“.
Am 24. April veranstaltet die Agentur für Arbeit im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern die Jobmesse »Einstieg 2024«.

Auf der Suche nach einem neuen Job? Die Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens veranstaltet eine Jobmesse im Fritz-Walter-Stadion und will damit einen Überblick über den Arbeitsmarkt in der Westpfalz liefern. Mit dem Chef der Arbeitsagentur, Peter Weißler, hat sich Andreas Sebald über fehlende Fachkräfte, Fußball und den FCK unterhalten.

Herr Weißler, 42 Unternehmen aus der Region haben sich für die Jobmesse angemeldet. Zufrieden?
Es ist die erste größere Jobmesse, die wir von der Agentur für Arbeit in Eigenregie nach längerer Zeit anbieten. Ein Versuch, in Sachen Vermittlung gemeinsam mit den Jobcentern der Region mal wieder einen anderen Weg zu gehen. Die Messe steht jedem offen, ist also niedrigschwellig und soll dabei helfen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen zu bringen. Wir haben festgestellt, dass direkte Treffen manchmal besser sind als die Kontaktaufnahme in Papierform, beispielsweise. Gerade für Menschen mit einem Fluchthintergrund, die nicht immer über die erforderlichen Zeugnisse und Unterlagen verfügen. Deshalb wurde die Idee geboren, recht kurzfristig, erst im Februar. Von daher bin ich sehr zufrieden. Von Null auf 42 in zweieinhalb Monaten sagt mir, dass da auch vonseiten der Betriebe Bedarf ist.

Wie war der Zuspruch in der Vergangenheit?
Wir haben immer mal wieder Messen, auch bei uns im Haus, für verschiedene Branchen ausgerichtet, etwa für Berufe im Gesundheitswesen, aber auch für Berufe in Uniform. Das lief immer ganz gut, nun wollen wir das mal im größeren Stil probieren.

Sie gehen ins Fritz-Walter-Stadion mit der Messe. Welche Rolle spielt da der FCK?
Bei unserer großen Ausbildungsbörse ist der FCK schon immer an unserer Seite. Wir waren oben, haben unsere Idee der Jobmesse vorgestellt und dann schnell einen passenden Termin gefunden. Der FCK hat übrigens auch einen Stand auf der Messe.

Das heißt: Dort werden auch Arbeitskräfte gesucht?
Richtig, der FCK sucht auch und zwar querbeet, in vielen Branchen: in der Küche, in der Logistik, für die Pflege der Anlage. Der demografische Wandel geht auch am 1. FC Kaiserslautern nicht vorbei, Bedarf an Arbeitskräften ist also da.

Nicht nur beim FCK …
Nicht nur beim FCK, wie ein Blick auf die Liste der bereits angemeldeten Unternehmen zeigt. Öffentlicher Dienst ist dabei, die Kreisverwaltung in Kirchheimbolanden etwa und die Stadtverwaltung in Kaiserslautern, aber auch Dienstleister, Handwerker, Industriebetriebe.

Und der Südwestdeutsche Fußballverband. Wie kam das?
Wir haben 2018 eine kleinere Ausbildungsmesse angeboten, da lag der Schwerpunkt auf Geflüchteten, die aus den Sprachkursen kamen und Arbeit gesucht haben. Da haben wir gemerkt, welchen wichtigen Beitrag zur Integration Sportvereine allgemein und speziell Fußballvereine leisten. Damals kamen Vereine aus Frankenthal beispielsweise angereist. Mit dem Südwestdeutschen Fußballverband wollen wir den Kontakt zu den Vereinen aufbauen und halten.

Quasi als Multiplikator.
Genau. Aus dem gleichen Grund ist etwa die Handwerkskammer dabei. Die Mitarbeiter haben natürlich gute Verbindungen in die einzelnen Betriebe, kennen Bedarfe und können Kontakte herstellen, wenn beispielsweise ein Maurer auf die Messe kommt und Arbeit sucht.

Die Lage am Arbeitsmarkt ist derzeit trotz aller Herausforderungen gut, in vielen Branchen werden Arbeitskräfte gesucht, in allen Bereichen, Helfer, Fachkräfte, Spezialisten, Experten …
Das wird sich auf Sicht auch nicht mehr verändern. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente, es rücken nicht mehr so viele junge Menschen nach, um alle Stellen zu besetzen. Etwa ein Viertel der Arbeitnehmer geht in den kommenden zehn Jahren in Rente. Das sehen wir auch in der Agentur. Ich glaube, wir hatten in den vergangenen Monaten so viele Verabschiedungen in den Ruhestand wie noch nie. Deshalb haben wir auch einen Stand auf der Messe.

Welche Arbeitskräfte sucht die Agentur für Arbeit?
An unseren Standorten Pirmasens und Zweibrücken bauen wir gerade ein Call- und Servicecenter auf, das am Ende 70 Stellen in fünf Teams haben wird. Im November sind in Pirmasens zwei Teams an den Start gegangen, das dritte nimmt demnächst in Zweibrücken seine Arbeit auf. Wir suchen aber auch Arbeitsvermittler. Auch Stadt- und Kreisverwaltungen rekrutieren zunehmend externe Kräfte, Quereinsteiger werden vermehrt gesucht.

Zurück zur Messe. Wer sollte sich von dem Angebot angesprochen fühlen?
Jeder, der eine Arbeit sucht. Jeder, der in einem Unternehmen arbeitet und vielleicht fürchtet, demnächst seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Die Messe richtet sich auch an Auspendler, die vielleicht im Saarland oder in der Südpfalz arbeiten und künftig näher am Wohnort arbeiten möchten. Und natürlich auch alle Menschen, die darüber nachdenken, den Job zu wechseln, etwas Neues machen wollen.

Ist die Messe 2024 ein Startschuss für eine neue Reihe?
Das kann ich noch nicht sagen. Nach der Messe werden wir bei den Ausstellern nachfragen, ob sich das aus deren Sicht gelohnt hat, ob sie zufrieden sind. Dann schauen wir, wie es weitergeht.

Info

Die Jobmesse „Einstieg 2024“ in Kaiserslautern findet am Mittwoch, 24. April, von 10 bis 15 Uhr im Fritz-Walter-Stadion statt.

x