Kaiserslautern Alte Linde in Dansenberg: Starke Äste des Wahrzeichens gestutzt

Schon 2010 musste die markante Linde gestutzt werden – jetzt wurden große Äste erneut eingekürzt.
Schon 2010 musste die markante Linde gestutzt werden – jetzt wurden große Äste erneut eingekürzt.

Die alte Linde in Dansenberg hat ihre besten Jahre hinter sich. Aber sie ist ortsbildprägend. Deshalb wurde entschieden, dass sie nicht gefällt werden darf.

Die alte Linde an der Dansenberger Straße, Ecke Fahrlücke, bleibt dort stehen. Das hat das Referat „Grünflächen“ der Stadt Kaiserslautern beschlossen. Die Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Baum steht, hatten beantragt, ihn zu fällen. Beim Anblick der mächtigen Linde wird offensichtlich, dass der Baum seine besten Jahre hinter sich hat. Der große Stamm ist hohl, vor etlichen Jahren ist ein zweiter Stamm abgebrochen.

Allerdings steht die Linde unter Schutz. In einem Gutachten wurde festgestellt, dass baumpflegerische Maßnahmen die Verkehrssicherheit herstellen können. Der Baum sei standortprägend, heißt es aus dem Rathaus. In Zukunft solle er fortwährend kontrolliert werden. Anfang April hat die Firma Holzteam unter der Leitung von Baumgutachter Dieter Falke die mächtigen Äste eingekürzt. Das Unternehmen wird sich auch weiter um die Kontrolle und Pflege des Lindenbaums kümmern.

Namensgebend für eine Wirtschaft

Noch immer streckt der Baum seine großen Äste über die Häuser der Nachbarschaft. Darüber freut sich auch Alexander Woll, der letzte Nachkomme und Teilhaber der bekannten Gastronomiefamilie Woll. „Die Linde war nicht nur ein Wahrzeichen für das Dorf, sondern auch für unsere Familie“, führt Woll aus. Er ist der Urenkel von Karl Woll, der das Anwesen von einem Schweizer Einwanderer erworben hatte. Als Karl Woll um 1900 ein Gasthaus eröffnete, wurde der Baum zum Namensgeber. Die Wirtschaft nannte sich „Zur Linde“. Großvater Karl führte das Lokal weiter, die Eltern Karl und Vera übernahmen und stellten mit dem „Landhaus Woll“ auf ein neues Konzept um.

2012 wurde das Objekt verkauft und auf dem Grundstück ein Neubau errichtet. Da hatte die Linde die Familie und das Gasthaus schon über ein Jahrhundert lang begleitet. 2010 musste der mächtige Baum schon einmal gestutzt werden. Als Dieter Falke jetzt zu den Pflegearbeiten anrückte, habe er sich Sorgen um die Linde gemacht: „Das wäre schon schlimm. Ich hoffe, dass sie noch lange hält.“

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