Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Alarm an der Lauterspring: Kröten überfahren

Freiwillige retten Amphibien am Viadukt an der Landesstraße nahe der Lauterspring.
Freiwillige retten Amphibien am Viadukt an der Landesstraße nahe der Lauterspring.

Wegen Problemen mit dem Amphibienleitsystem mussten freiwillige Helfer Hunderte Tiere auf der Straße in Richtung Waldleiningen retten.

Wenn im zeitigen Frühjahr die Temperaturen steigen, wandern insbesondere in feucht-warmen Nächten unzählige Kröten an ihre Laichgewässer. Damit das für die Tiere an stark befahrenen Straßen nicht in einem Massensterben endet, werden an besonders gefährdeten Stellen sogenannte Amphibienleitsysteme errichtet.

Auch die Stadtverwaltung Kaiserslautern hat zusammen mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), dem Nabu und dem BUND an der L405, die in Verlängerung der Entersweilerstraße stadtauswärts in südlicher Richtung nach Waldleiningen führt, feste Schutzzäune für Amphibien installiert. Kröten, Frösche und Molche sollen hier in fest eingebauten Röhren unter der Straßen hindurch auf die gegenüberliegende Seite und von dort zu den Teichen an der Lauterspring gelangen können.

Laut Karl-Heinz Klein, BUND-Mitglied und Vorsitzender des Naturschutzbeirats der Stadt Kaiserslautern, funktioniert diese Anlage auch ohne das Absammeln der Tiere durch Helfer zu 95 Prozent. So äußerte er sich zumindest in einem Schreiben vom 13. März. In den vergangenen Jahren seien hier nur vereinzelt überfahrene Amphibien festgestellt worden, außer, als das installierte Leitsystem einmal defekt war.

„Verfüllung der nahe gelegenen Bahnunterführung die Ursache“

Umso schockierender, als am vergangenen Donnerstag mehrere Meldungen über zahlreiche überfahrene Amphibien im Bereich des Viadukts an der L405 beim BUND eingingen. Diese Tiere seien von der nördlich Seite her durch das Viadukt zu den Teichen an der Lauterspring unterwegs gewesen. Wieso jetzt so viele Amphibien diesen Weg nehmen, sei nicht bekannt, so Klein. So mancher Spaziergänger hingegen äußerte die Vermutung, die vor Kurzem vorgenommene Verfüllung der nahe gelegenen Bahnunterführung könne den Amphibien den angestammten Weg zu ihren Laichgewässern versperrt haben.

In einer Erste-Hilfe-Aktion retteten Christoph Zirwes und vier Helfer mehrere Hundert Tiere von der Straße und brachten sie an die Laichgewässer. Darüber hinaus kontrollieren Helfer täglich die gefährdeten Streckenabschnitte, um weitere „verirrte“ Amphibien einzusammeln und an ihren Bestimmungsort zu bringen. Vom LBM aufgestellte Warnschilder sollen die Autofahrer veranlassen, die Geschwindigkeit den besonderen Umständen anzupassen und Rücksicht zu nehmen auf die zum Schutz der Amphibien ehrenamtlich tätigen Helfer.

Landesbetrieb Mobilität will sich kümmern

Per Rundmail hatte die BUND-Kreisgruppe Kaiserslautern für Samstagmorgen zu einem Sondereinsatz zur Rettung der Amphibien an der Lauterspring eingeladen. Geplant war, dass möglichst viele Freiwillige ergänzend zu den vorhandenen Anlagen einen mobilen Amphibienzaun nördlich des Viadukts im Innenradius der Straße aufstellen und Sammeleimer im Boden einlassen. Zaun und Haltestangen wollte die Gartenschau leihweise zur Verfügung stellen. Nachdem der LBM aber am Freitag informiert hatte, in der kommenden Woche Rettungsmaßnahmen in Eigenregie durchzuführen, wurde die BUND-Aktion kurzfristig abgesagt.

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